Aufbruchstimmung

Also nicht dass Christians Auto fertig wäre, nein. Wir haben die letzten Tage zwar schon mit Spachtel- und Schleifarbeiten verbracht, aber es werden wohl noch ein paar Tage ins Land ziehen, bevor der Wagen so richtig fertig und zusammengebaut ist. Trotzdem verlasse ich die Schweiz heute noch – fluchtartig!

Christian ist für die nächsten 2 Wochen auf Achse und alleine mag ich hier auf dem TCS Campingplatz im Baselland auch nicht bleiben. Scheinbar fühlen sich gewisse Leute hier auch durch die Anwesenheit eines nicht-weißen Wagens gestört. Gesagt hat mir niemand etwas und ich komme mit den Leuten hier auch gut zurecht, ich erfuhr es gestern eher durch die „stille Post“, dass es nun auch wirklich Zeit für meine Abreise würde, weil ich hier schon einen Monat lang stehe. Äh, ja, na und? Dieser Monat hat schlappe 1024 Franken Stellplatzgebühren gekostet und ich kenne genug andere Camping-Firmen, die sich über einen möglichst langen bezahlten Aufenthalt ihrer Gäste freuen würden. Noch dazu wenn sie in einem Monat mehr Geld da lassen als ein Dauercamper im ganzen Jahr. Ich nehme niemandem den Besucherplatz weg, hier stehen nur gelegentlich mal noch andere Fahrzeuge oder Zelte, bisher war immer noch genug Platz für noch mehr Leute gewesen. Eigentlich ja auch kein Wunder, bei DER Freundlichkeit für seine Gäste… 🙁

Gestern Abend war ich mit dem Waschen meiner Wäsche und den Vorbereitungen zum Einbau des neuen Wassertanks beschäftigt. Die Reisewaschmaschine tut was sie soll, allerdings ist das Ausdrücken der Klamotten sehr anstrengend. Da wäre eine Schleuder echt gut. Naja, hier auf dem Campingplatz gibt es ja einen Wäschetrockner, auf die 5 Franken kommt es dann auch nicht mehr an. Für später wäre eine Schleuder prima, die Resttrocknung müsste dann an der frischen Luft erfolgen.
Der Wassertank fasst 150 Liter und passt wie maßgeschneidert in meinen Kofferraum. Na gut, es war schon etwas schwierig, ihn da in die Ecke zu bekommen, aber mittels einer Dreh-Kipp-Schwenkbewegung rutschte er dann doch rein. Einen kurzen Moment hatte ich allerdings doch geschwitzt, ob ich mich vielleicht doch vermessen haben könnte… 😀 Morgen werde ich noch ein paar kleinere Besorgungen machen, dann sollte der Tank recht schnell funktionstüchtig montiert sein. Das 60 Liter Wasserfass hat ausgedient, allerdings vermisse ich schon jetzt das fließende Wasser aus dem Hahn. Wie schnell man sich doch an sowas gewöhnt…!
Ach ja, gestern Abend hatte ich fließend Wasser. Wenn es zu regnen beginnt, schließt man wohl besser seine Dachluken, statt für einen Plausch beim Nachbarn stehen zu bleiben. Zwei kleine Bachläufe mitten im Bus. Natur pur, immer wieder gerne gesehen… 🙁

Die Halle haben wir etwas aufgeräumt und durchgefegt, nicht dass die Vermieter da rein gehen und gleich wieder rückwärts rausfallen. Sah schon ziemlich chaotisch aus. Nach unserer Kur gilt das jetzt wohl eher als vorzeigbar und der Urlaub darf kommen.

Neulich hatte hier vor dem Campingplatz ein recht kleines Motorrad gestanden, das hatte mich natürlich interessiert. Ist eine Honda MSX 125 und soll wohl mehr oder weniger an die Geschichte von Dax und Monkey anknüpfen. Sie sieht für mich aus wie die vergrößerte moderne Nachfolgerin der ZB 50, die wiederum für meine Skyteam PBR 90 (mit mittlerweile 140 Kubik) Modell gestanden hatte. Die MSX hat 10 PS und eine Einspritzanlage mit G-Kat, obendrein so Nettigkeiten wie eine Upside-Down-Gabel. Nicht uninteressant, sage ich mal so. Vielleicht sollte ich mich doch von der Schwalbe trennen und lieber 30 Kilo mehr mitnehmen… 🙂

So, ich werde mal so langsam räumen und laden. Der Anhänger bleibt an der Halle stehen, das Dreirad soll somit in die Fahrerkabine, wo aber schon Reserverad und Hunderampe liegen… 😉