Murg(s)

Das Wochenende verbrachte ich in Murg am Rhein. Der Stellplatz war wie immer recht voll und ich versuchte mein Glück mit dem 11m Gespann garnicht erst. Im Gewerbegebiet ist immer Platz und es scheint sich um eine straßenverkehrsrechtliche Grauzone zu handeln, denn da parken LKW im Halteverbot, obwohl vorne und hinten dran Platz satt wäre, da werden Autos gegen die Fahrtrichtung abgestellt und in die Fahrrad-/Fußgängerzonen fahren Angler und Bootsbesitzer mit ihren PKW und Kleinbussen. Ich stand schräg gegenüber eines Asylbewerberheims, hatte also sogar Wachschutz.

Gestern war dann Abfahrt. Bei strömendem Regen ging ich noch mit Happy Gassi und räumte dann das Auto fahrfertig. Seltsame Sache mit dem Wohnen im Wagen, wieso muss man da vor jeder Fahrt räumen? Danach fuhr ich zum Stellplatz rüber, die Entsorgungsstation nutzen. Die Station liegt an der Ausfahrt des Stellplatzes, aber ich wollte nicht über den Platz tuckern, deshalb fuhr ich nebendran an ihm vorbei. Vor dem Schwimmbad nutzte ich eine Abzweigung zum Wenden, fuhr an den Entsorgungsautomaten und hielt am Straßenrand an. Ich war fast fertig, da hielt ein weißer Kleinkastenwagen an und der Fahrer rief mir zu, dass ich da nicht reinfahren dürfte. Die Beschilderung sagt aber explizit, dass Wohnmobile die Straße sehr wohl befahren dürfen.
„Das gilt aber nur für die Zufahrt zum Wohnmobilstellplatz.“
„So steht das aber nicht da, es steht ‚Wohnmobile frei‘ da.“
„Das Schild steht da, damit nicht alle PKW da rein fahren, sonst wäre hier alles zugeparkt. Sie dürfen da nur rein fahren, wenn Sie zum Wohnmobilstellplatz wollen.“
„Wollte ich ja.“
„Ach Sie fahren dann auf den Stellplatz?“
Ich zeigte auf den Automaten „ich bin auf dem Stellplatz.“
„Dann müssen Sie da vorne parken und die Tanks zum Automaten tragen.“
„Ich finde es sinnvoller, wenn Sie die Schilder so aufstellen, dass man auch weiß, was Sie von einem genau erwarten.“
Der Mann schüttelte den Kopf, als würde ich nicht begreifen, dass ich hier gerade alles falsch machte. Ich wiederum dachte mir nur, dass es mir jetzt langsam zu doof ist. Soll er mir ein Knöllchen ausstellen, dann regeln wir das ohne dumme Diskussionen auf dem Postweg. So etwas Dummes habe ich noch nie gehört, ich solle ‚da vorne‘ parken. ‚Da vorne‘ ist ein Parkplatz, an dem extra ein Schild steht, dass NUR PKW den Platz benutzen dürfen. Nach wenigen Parkplätzen kommt sogar eine Höhenbegrenzugslatte, damit auch kein Kleinbus da drauf fahren könnte. Wiederum vor diesem Parkplatz sind nur schmale Straßen, auf denen ich nicht parken kann. Ich müste also irgendwo im Ort oder im Gewerbegebiet parken und 40 Liter Scheiße einen halben Kilometer weit tragen. Hat der einen Vogel???
So betrachtet wäre ich besser auf den Stellplatz gefahren, um meine Entsorgung vorzunehmen. Das hat man nun davon, dass man Rücksicht nehmen wollte. Irgendwas läuft eben immer falsch…

Der Tag wollte auch genau so weitergehen, hatte ich den Eindruck. Ich hatte den Duschkanister nicht ordentlich hingestellt und musste erst mal den entstanden See im Wagen aufwischen. Okay, wenigstens da war die Schuldfrage eindeutig zu klären. Es kam noch zu mehreren Situationen, wo ich einfach nur genervt war, aber ich habe sie mittlerweile vergessen, also kann es so schlimm nicht gewesen sein. Wahrscheinlich war es einfach nur das Nasskalt um mich herum, das mir die Laune vermieste.

Als ich Frickenhausen erreichte, war alles Vorherige egal. Ich hatte Nitja und Ralf vor etwa 2,5 Jahren schonmal besucht. Jetzt war ich in der Ecke und hatte die Zeit, da wollte ich doch mal am neuen Lack des Mercedes 319 lecken. Doch Elliot (so heißt der kleine Bus) war nicht zu Hause, sondern hatte in Frankreich kupferne Hitzewallungen bekommen und konnte seinen Urlaub nicht antreten. Normalerweise hätte ich also niemanden angetroffen und am Lack hätte ich so und so nicht lecken können. Dafür gab es ganz viele andere Fahrzeuge zu besichtigen.

Wir unterhielten uns so lange wir konnten. Da wir aber beide noch weitere Termine hatten, trennten sich unsere Wege schon bald wieder. Dabei hätten wir uns garantiert noch die eine oder andere Woche auf der Pelle hocken können, ohne uns zu langweilen. Auch Happy wäre gerne noch weiter mit Elmo im Garten herumgetollt und hätte der Katze das Futter weggefressen. Andererseits sind wir ja noch jung und werden uns bestimmt wieder sehen… 😉

Jetzt geht es erst mal tanken und dann weiter nach Schwäbisch Gmünd. Dort dann den Bus abpassen und ordentlich räumen. Mal sehen wie ich danach drauf bin, vielleicht fahre ich noch ein Stück. Spätestens morgen will ich in Heidelberg sein.

4 Gedanken zu „Murg(s)

  1. Moin Petzi!

    Was war das denn fürn Vogel, der dich da angepupt hat wegen dem „falsch stehen“? Irgend ein Offizieller? Sonst hätte ich garnicht meine Lebenszeit mit dessen blöden Diskussionen vertrödelt, sondern ihm nen Stinkefinger gezeigt und ihn ansonsten ignoriert. 😀

    BULLIZEIliche Grüße

    Marcus

    • Ja, war ein Typ vom Ordnungsamt. Stinkefinger ist immer eine teure Lösung, insofern bin ich mit der Diskussion schon ganz gut gefahren. Nebenbei hätte er wegen des Parkens an sich ja schon recht gehabt, denn die Restfahrbahnbreite war nicht mehr ausreichend. Nur leider meckerte er wegen des Einfahrens in die Straße, was für Wohnmobile aber uneingeschränkt erlaubt ist. 😉

  2. HalliHallo,
    da freuen wir uns aber, wenn ihr beide wieder auftaucht bei uns! Zu Schwätzen haben wir bestimmt genug 😉 Übrigens haben wir im Tierheim einen tollen Freund für Huschka gefunden, Elliot steht noch immer auf der Krankenstation in der Werkstatt und Ralf hat sich gleich eine dampfmaschine bestellt und freut sich dran. Auf die neue Schwalbenzündspule warten wir noch 😀 Wirklich schön war dein „Reinschneien“. Bis bald mal wieder.
    Nitja mit Bande

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