Gehirnwäsche?

Wer mich in den letzten 2 Wochen erlebt hat, dem geht vielleicht der Begriff „Gehirnwäsche“ durch den Sinn. Wie kann so eine extreme Gedankenveränderung in so kurzer Zeit anders möglich sein? Witzigerweise verwendete ich ebenfalls dieses Wort, als ich zum ersten mal zur Vineyard Gemeinde nach Speyer gefahren wurde. Da aber Gehirnwäsche immer negativ zu sehen ist, etwas mit Gewalt und Manipulation zu tun hat, kann man das Wort nicht in einem positiven Sinn benutzen. Ich ging daher über zum Begriff „Gehirnwaschung“ im Sinne von Reinigung. Und sie hat weit länger gedauert, als nur die paar Tage… (siehe vorherigen Blogbeitrag) Sie ist noch im Gange, täglich. 

Doch nun ist es so, ich will nicht mehr anders leben. Mir ist völlig bewusst, dass das auch Probleme mit sich bringt. Ich merke es ja schon im Freundeskreis, in dem die Menschen es ja wenigstens gut mit mir meinen. Schwieriger wird das Leben dann, wenn man auf Fremde trifft, die einfach nur weltliche Ziele verfolgen und die einem gleich sehr viel weniger wohlgesonnen sein können. Da muss ich auch noch viel lernen, mich verändern lassen.

Gott ist gut und er liebt jeden einzelnen von uns. Wenn es nach ihm ginge, würde er uns alle um sich haben wollen. Viele bevorzugen jedoch ihre eigenen „Götter“ wie Geld, Macht, Ruhm und dergleichen. Und wer nichts davon hat, schaut trotzdem lieber auf seine eigenen Vorteile, stellt sich über andere, zieht sich hoch indem er andere runter drückt. So lebte ich jedenfalls. Lange. Es war meine Wahrheit, weil ich es nur so kannte.

Mein Gedankenanstoß -egal ob du Gott haben willst oder nicht- soll heute „Vergebung“ sein. Es tut so gut, anderen zu vergeben, was sie dir (irgendwann, bewusst oder unbewusst) angetan haben. Dazu ist es nicht nötig, mit demjenigen in Kontakt zu treten. (Das wäre ja eine willkommene Ausrede, es nicht zu tun… 😉 Manchmal ist es auch garnicht möglich, wenn z.B. diese Person schon verstorben ist oder sie schlicht ein Fremder war.) Einfach nur zu dir selber zu sagen (und es so zu meinen!), dass du dieser Person vergibst, gibt dir selber einen ungeahnten inneren Frieden und Freiheit. Und jedes mal, wenn etwas Vergebenes wieder in dir hochkochen will, erinnerst du dich daran, dass du das vergeben hast. Im Zweifelsfall vergib es nochmal, was kann es schaden!? Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Probleme mit Vergebung zu lösen sind.

Sicher keine einfache Übung, ich bin da selber noch Anfänger. Und zwischendrin klappt es einfach nicht auf Anhieb. Aber ich bleibe dabei, denn ich merke schon nach so kurzer Zeit die positiven Auswirkungen. Und ich tröste mich mit dem Spruch „Christen sind nicht besser, nur besser dran“. Es gibt da aber noch einen, der mir gefällt: „Ich muss nicht bleiben wie ich bin“.

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