Platten und Plotten

Heute lief alles auf Sparflamme. Erst dauerte es ewig, bis wir überhaupt mal den Wagen verließen und zu einer Gassikurzrunde starteten. Es war schon wieder ziemlich warm, draußen um 30 Grad und in der Halle sicher auch nicht weniger. Das Ding ist außen dunkelbraun gestrichen und natürlich nicht isoliert, mehr muss ich wohl nicht sagen… 😉

Aber was sollte ich mich daran stören, endlich habe ich ein eigenes Dach über dem 814. Zudem eins, unter dem praktisch nur meine eigenen Regeln gelten. Ich habe sie nicht durchnummeriert, aber eine der heute wichtigen war: Keine Hektik bei solchen Temperaturen. Und noch eine: Keine Arbeit ohne Plan. Was sollte ich heute überhaupt machen? Werkzeuge zu sortieren kam nicht in Frage, da sträubte sich sofort alles in mir dagegen. Einkaufen musste ich noch. Aber extra den Düdo fahrfertig räumen? Irgendwie auch nicht. Ich könnte den 814 nehmen, aber den müsste ich erst frei räumen. Oder das Fahrrad, da müsste nur mal wieder etwas Luft auf die Reifen. Andererseits wollte ich den 814 sowieso endlich mal leer machen. Genau, das war ein guter Plan.

So räumte ich die Hallenbauplatten von der Ladefläche und stellte sie in einer Ecke an die Wand. Wahnsinn, da war immer noch Wasser zwischen den Platten gefangen, dabei waren sie nur bei der Überführung vor 3 Wochen Regen ausgesetzt. Ich ließ also unten immer etwas Platz zwischen den Platten, damit die trocknen können. Dank der recht kurzen Wege war ich schnell fertig, hatte aber schon die Lust am Leerräumen des 814 verloren. Eine Nachbarin kam auf ein kurzes Schwätzchen rüber, gutes Timing.

In Lauterecken gäbe es Aldi, Penny, Lidl und noch ein paar Läden. Wusste ich schon, ich wollte aber für etwas Milch und ein Brot nicht 20km fahren. (Zumal ich dafür vorher noch irgendwas hätte räumen müssen, entweder im Düdo oder vom 814, das sagte ich aber nicht laut… 😉 ) In Wolfstein gäbe es einen Kik und einen Wasgau Frischemarkt. Letzterer gehöre wohl irgendwie zu Rewe und wäre nicht ganz billig. Okay, damit könnte ich leben, ich würde einfach an den Fahrtkosten sparen und das Fahrrad nehmen, das gliche es vielleicht wieder aus.

Ich gebe zu, ich schielte schon noch ein paarmal zum 814 rüber, als ich mein Fahrrad aus der Ecke holte. Ich schaute mir die Strecke in Google Maps an, da fährt man wohl ein ganztes Stück auf der B270. Um noch etwas Zeit zu schinden, vermute ich, holte ich die Kiste mit den Fahrradteilen aus dem Regal. Da war ein kleiner Lenkerendenspiegel dabei, ob ich in dem wohl etwas sehen könnte? Joa, könnte gehen. Also gleich mal drangeschraubt. Die Reifen bekamen etwas Luft spendiert, was nicht zuletzt den Rolleigenschaften zugute kommt. Und schon hatte ich die originale Schnellspannachse des Hinterrades in der Hand, die für meine Anhängerkupplung zu kurz ist. Oh ja, das war jetzt extrem wichtig, die zu messen. 😀 Aber gut, es war gerade mal 16 Uhr und der Laden hatte bis 20 Uhr offen, schinde mal ruhig noch mehr Zeit…

Doch es ging dann recht zügig los. Happy in den Düdo, Geldbeutel geschnappt, Halle zugeschlossen und Abfahrt. Ich entschied mich für den Radweg, bei dem man sich nach Kurzem entscheiden muss, ob man die Brücke über die Lauter nimmt und dann auf die B270 fährt, oder weiter auf dem Radweg bleibt und etwas am Industriegebiet vorbei fährt. Ich blieb auf dem Radweg. Beim nächsten mal weiß ich, dass man so wie so etwa die gleiche Länge B270 fährt. Mein kleiner Umweg brachte also keine Sicherheit, sondern einfach nur Umweg. Auf dem Gelände von Wasgau und Kik stehen noch die Überreste des völlig niedergebrannten Aldi. Tja, die nützen niemandem mehr. Im Markt musste ich mich erstmal orientieren. Ich fand aber schnell heraus, dass die Regale ebenfalls von Orientierungslosen bestückt worden sein mussten und so fand ich mich schnell zurecht. Natürlich kaufte ich wieder etwas mehr als geplant, aber an der Kasse blieb der Schock aus. Sooo wild teuer ist die Bude doch garnicht. Merke: Eisessen und Radfahren gleichzeitig ist eine doofe Kombination. Ich fuhr einfach auf dem Gehweg, auf dem sowieso niemand ging. Alle 20m ein Gullideckel, ich machte einhändig jedesmal einen Schlenker, weil die Dinger so weit aus dem Gehbahnbelag herausstehen. Bis zum Beginn der gehweglosen B270 hatte ich mein Eis verputzt und konnte wieder beidhändig fahren. Quer über die Straße, Radweg, Brücke über die Lauter, nochmal Radweg, die gnadenlose Kreuzung heile überstanden, noch ein paar Meter – und schon war ich wieder zu Hause. Hat garnicht weh getan.

Ich hatte gerade das Tor aufgeschlossen, meine paar Einkäufe verstaut und Happy ein frisch gekauftes Leckerli zugeteilt, da kamen zwei meiner Hallennachbarn. Mensch, habe ich ein Glück. Also nicht nur, weil ich jetzt nichts arbeiten musste sondern quatschen konnte, sondern wegen der Leute. Da war jetzt noch nicht einer dabei, bei dem ich dachte „meine Fresse, warum muss so einer hier sein!?“…

Als der Platz wieder leer war, stand ich wieder planlos da. Ich hätte gerne noch irgendwas geknoddelt. Sogar die Halle hätte ich jetzt ausgesaugt, was aber wegen keinem Strom und keinem Staubsauger doppelt ausfiel. Überhaupt ist der Strom langsam nervig, weil kaum etwas geht. Ich hätte Bock gehabt, mein Schild für das Tor zu machen – aber kein Strom. Der Laptop liefe ja über den Akku. Aber der Schneideplotter… Sollte ich den Moppel anwerfen? Wäre zwar schon etwas wild, aber ich hätte gerade so richtig Lust drauf. Na gut, machen wir eben wieder Strom aus Lärm. Schnell war die Baustelle eingerichtet, die Vorlage hatte ich vorher schon erstellt und geplottet war sie auch innerhalb von Minuten. Beim Entgittern merkte ich erst, wie wichtig ein Tisch wäre. So verkroch ich mich in den Düdo, aber für das riesige Ding war der Tisch zu klein. Ich hatte die Folie in mehrere Bahnen zerschnitten, um immer nur eine Zeile entgittern zu müssen, aber dann verrutschte die Folie auf dem Tisch und -zack- war das „s“ der Undersweld weg. „Under weld“, naja, stimmt ja eigentlich, passt aber nicht zur Domain. Schmeiße ich jetzt deswegen den ganzen Plot von fast 60 x 60cm weg? Nö, erstmal weiter machen. Selbst die kleinen Buchstaben waren jetzt brav und das Entgittern klappte super. Ich brachte die Transferfolie auf und klebte die Buchstaben nass auf das Schild. Danach plottete ich einfach nochmal ein „erswe“, Transferfolie drüber und das „er“ und das „we“ von hinten mit Transferfolie unklebend gemacht. Wieder ordentlich Spüliwasser auf alles und schon konnte ich das „s“ anhand der angrenzenden Buchstaben passend schieben und anrakeln. Das Abnehmen der Transferfolie war etwas schwierig, aber es klappte dann doch. Stolz betrachtete ich mein Werk. Die abgerundeten Ecken der Tafel passen irgendwie nicht. Überhaupt ist die Zeile „Undersweld.de“ optisch zu breit, geht zu sehr an die Außenkanten des Schildes. Zum Glück meldete sich jetzt Happy und wollte ein tolles Gassi mit Baden, Stöckchen suchen und anschließender Fütterung. Bekam er auch.

Doch ich hatte danach immer noch nicht genug. Ich ging nochmal an das Schild und rakelte vorsichtig über die Buchstaben. Klar, trocken war das noch noch nicht, aber einen gewissen Halt hatten die Buchstaben schon. Hm, könnte man ja gleich noch dranschrauben, ob das drinnen oder draußen trocknet, ist völlig egal. Also maß ich das Tor in der Breite aus und machte eine Mittenmarkierung. Dummerweise war das Tor mal gestichen worden und dem Streicher war es zu viel Aufwand gewesen, das kleine Schild „Unbefugten ist der Zutritt verboten“ dafür mal abzuschrauben. Somit war ich in der Höhe halt etwas gebunden, um den hellen Fleck mitten auf dem Tor abzudecken. Zwei Schrauben rein, hält. Bis auf die zu breite oberste Zeile gefällt es mir. 😀

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