Planlos mit Plan

Pläne sind immer gut, da hat man wenigstens etwas, das man über den Haufen werfen kann. Wobei ich mich eigentlich schon nach dem Plan richte, nur nicht nach der Reihenfolge. Die Richtung zu wissen, reicht mir völlig aus.

Eine ganze Weile Vorlauf brauche ich fast jeden Tag, aufstehen und gleich loslegen klappt praktisch nie. Als ich dann endlich wach war (das hat nichts mit dem Aufstehen zu tun! 😉 ), gönnte ich mir eine Rasur, die wieder lange überfällig gewesen war. Danach verbummelte ich nochmal etwas Zeit, bis auch Happy aus seiner Höhle gekrochen kam. Futter, danach ein Regengassi. Ich zog mir ein trockenes T-Shirt an und ging zur Halle rüber.

Dort wuselte ich erstmal zwischen allen Haufen und angefangenen Baustellen herum und wusste nicht so recht, wo ich anfangen sollte. Der Müll in der Halle störte mich am meisten. Die doofe Palette mit den eingetrockneten Wasauchimmer-Säcken hinter Tor 3 (Zonk!) ging mir besonders auf den Keks. Ich wollte nach den Hubwagen schauen, genau! Vielleicht bekommt man ja wenigstens einen davon wieder flott.

Oder doch erstmal am Regal bauen? Ja, klingt gut. Auf der Suche nach einem großen Hammer für die Regalbodenträger fiel mir ein Rollbrett in die Hände. Das legte ich gleich mal auf die Seite, das konnte ich bestimmt noch gebrauchen. Und auch der Hammer fand sich in der zweiten Suchrunde ein. Ich brauche dringend das Regal, damit die Sucherei ein Ende hat! Zuerst baute ich den linken Teil des Regals ab, denn der war schon leer. Die Teile des Regals sind ganz schön schwer. Eigentlich ist so ein Regal auch ein 2-Mann-Job, ständig verklemmte sich irgendwas oder verhakte sich wieder in seiner angestammten Position, während ich an der 2. Seite hantierte. Das Schlimmste war aber der Ständer, denn der war 4m hoch und richtig schwer. Ich kippte ihn gegen das Regal. Unten konnte er auch nicht weg, weil er an der Wand anstand. So konnte ich ihn neu fassen und auf den Boden legen. Rollbrett unter eine Seite und raus damit, einfach vor die Tore, Hauptsache nicht mehr im Weg.

Die Palette… Ach ja, ein Hubwagen… Meine Wahl fiel auf den mit dem nicht verzogenen Handgriff. Es ging fast 1 Liter Öl in die Vorratskammer des Hydraulikzylinders, da konnte also nicht mehr viel bis garnichts mehr drin gewesen sein. Doch er hob sich nicht beim Pumpen. Ich hängte die Kette aus, die vom Senkhebel aus zum Zylinder geht. Jetzt hob sich der Wagen. Aha, also die Kette zu kurz eingestellt? Sie ließ sich aber kaum verlängern, das konnte also nicht das Problem sein. Dann endeckte ich, dass man den Absenkhebel nicht nur ziehen, sondern auch nach vorne drücken kann. Jetzt funktionierte der Wagen. Die Raststellung zwischen Heben und Senken ist dafür da, dass man den Wagen ziehen kann, ohne ihn jedesmal noch ein Stückchen höher zu pumpen. Der andere Wagen hat das so nicht. Vielleicht hätte ich das trotzdem beim Hagahuwa-Schein gelernt… 😉 Es folgte gleich der Härtetest für den Hubwagen, ich schob ihn unter die Palette mit den Säcken und – es klappte! Wie geil, ich habe einen Hubwagen! Der 814 kam raus ins Freie, damit ich Platz am Tor bekam. Die Palette stellte ich draußen unter das Dach neben den Regalständer. Im Regal lag noch eine leere Palette, auf die ich das Ölfass und die 3 Getriebeölkanister lud und sie dann ebenfalls raus karrte.

Weiter machte ich mit dem rechten Teil des Regals. Zuerst musste ich die langen Holzteile wegräumen, die seitlich am Regal lehnten. Dann kamen die Holzböden runter, danach zerlegte ich den rechten Teil in seine Einzelteile. Wieder so ein schwerer Ständer. Ich wusste ja inzwischen wie es geht, aber hier hatte ich viel mehr Luft zu einem unteren Anschlag, in diesem Fall dem Tor. Neben dem Ständer war auch gleich der frisch gesetzte Sicherungskasten, der diese Nummer am besten auch heile überstehen sollte. Also zog ich zuerst das Seitenteil von der Wand weg und kippte es dann ans Regal. Unter dem Seitenteil stehend schob und senkte ich es so raus, dass es auf dem Boden zu liegen kam. Erwähnte ich schon, dass ein zweiter Mann gut gewesen wäre?

Was kann es Schlimmeres geben, als ein Palettenregal alleine zu zerlegen…? Ganz genau, ein Palettenregal alleine zusammenbauen. Aber mit meinem guten Freund, dem großen Hammer, klappte das einigermaßen. Ich hatte mich für 2 Ständer mit 7 Böden dazwischen entschieden, weil ja keine Paletten mehr rein sollen, sondern nur meine Werkzeugkisten und die „Lagerware“. Weiterhin wollte ich so wenig wie möglich Fläche verbraten. Als ich 5 Bodenträger montiert hatte, war der oberste schon auf 1,90m Höhe und somit nur noch mit einer Leiter erreichbar. Eigentlich müsste der jetzt oberste Boden sogar noch ein Stück höher, was aber die Logistik noch umständlicher machen würde. Fertig jetzt, ich muss das Regal nochmal überdenken.

Ich setzte den 814 wieder zurück und verkrümelte mich für eine ausgiebige Pause in den Düdo. Später wurde ich dann wieder wuselig, wollte noch irgendwas machen. Nochmal zur Halle.

Die seltsame Holzkonstruktion, die den 814 teilweise vom Rest der Halle abteilte, wollte ich schon längst entfernt haben. Das Dach ist freitragend konstruiert, da war ich mir sicher. Somit brauchte es die Stütze nicht, an die man diese Trennwand einst gebaut hatte. Trotzdem war es ein etwas mulmiges Gefühl, das mich beim Lösen der unteren Schrauben begleitete. Noch seltsamer war es, das Holz aus dem unteren Balkenschuh zu hämmern. Zu meiner Erleichterung knarrte das Dach nichtmal, als das Holz nur noch an der oberen Halterung baumelte. Ich hatte keine Leiter, die lang genug war, um die Stütze oben los zu machen. Mit etwas Drehen und Biegen fielen mir aber schnell zwei Nägel entgegen. Jetzt wurde es zu dunkel und ich warf das Stromagregat an. Wie schön wäre jetzt Strom aus der neu eingebauten Steckdose gewesen… – und so viel leiser… 😉 Jetzt folgte etwas Fleißarbeit. Die meisten Schrauben der Wandplatten ließen sich gut lösen oder rissen gleich ab. Ich packte die Platten zum Regalgestell, das werden die neuen Regalböden. Das Lattengestell der Wand war eh schon ziemlich auseinander gefallen und somit schnell zerlegt. Ein Rahmenholz war von einer früheren Konstruktion übrig und an einen der Tragbalken der Hallenwand genagelt. Das sollte auch ab. Montiereisen, Zwischenholz, großer Hammer. Einen Kuhfuß hätte ich jetzt gut gebrauchen können, denn das Rahmenholz war widerspenstig. Aber ich bekam eine so große Lücke hin, dass ich mit dem Bolzenschneider den Nagel durchtrennen konnte. Das gleiche Spiel folgte beim unteren Nagel. Sowas Zähes aber auch! Die Bodenlatte der Trennwand ließ sich nicht abschrauben, die Befestigungen drehen sich im Beton. Das Gleiche beim Balkenschuh. Es war eh 22 Uhr, ich musste langsam den Stromer wieder ausschalten und machte Feierabend.

 

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