Wolfstein

Nach sage und schreibe 4 Monaten (!) habe ich heute meine Heimat um Gerolsheim, Maxdorf und Weisenheim am Sand wieder verlassen und bin nach 67752 Wolfstein zu „meiner“ Halle umgezogen. Es ist echt seltsam, nach so langer Zeit mit Familienanschluss wieder weg zu gehen und plötzlich wieder alleine zu sein. Aber gut, ich weiß wofür ich es mache. Zudem bin ich ja nicht wirklich weit weg.

Der Umzugstag war wieder ziemlich warm und drückend, gute 30 Grad waren auf dem Thermometer abzulesen. Die Brühe lief mir aus sämtlichen Poren, als ich meine Siebensachen zusammensuchte und in den Düdo räumte. Maxdorf bekam ich komplett petsifrei, dafür war der Kofferraum bald ziemlich voll und der Beifahrersitz und das Bett belegt. Ich fragte in Gerolsheim an, ob dort auch jemand war, damit ich ausräumen kommen konnte. Die Anfrage wurde positiv beantwortet und ich leitete die Abschiedzeremonie in Maxdorf ein. Ortswechsel.

Ich wusste noch von diversen Lackdosen, Alu-, Stahlblechen und -Profilen, aber irgendwie hatte ich nicht mehr an meinen Kompressor gedacht, der immer noch in Gerolsheim in der Werkstatt stand. Schnell war klar, dass ich den Wohnraum komplett zustellen musste, um alles mitnehmen zu können. Also los – und wieder schwitzen. Einige Sachen stopfte ich noch in den Kofferraum. Nur noch Happys Höhle war ohne Kletterpartie erreichbar, aber ich machte mir darüber keine Gedanken. Allerdings würde ich den Wohnraum noch abends leer räumen müssen. Geht schon, wieder Abschied.

Da ich noch einen dringenden Pitstop wegen voller Toilettentanks einlegen musste, entschied ich mich für eine Landstraßenfahrt nach Enkenbach-Alsenborn, die automatisch am Stellplatz in Bad Dürkheim vorbei führt. Nach erfolgter Mission fuhr ich das Dürkheimer Tal entlang, meine frühere Motorrad-Hausstrecke. Es fing unterwegs an zu regnen. Die Dachluken waren noch offen, aber das würde bei etwas Regen schon gutgehen. Vor Enkenbach auf die A6 und im Tiefflug Richtung Kaiserslautern weiter. Auf einem Parkplatz entsorgte ich noch meinen Müllbeutel. Kurz darauf erreichte ich die B260, die mich die letzten Kilometer nach Wolfstein begleiten würde. Und schon fing es an zu regnen, als wenn die Erde geflutet werden sollte. Das gibt es doch nicht! Schon wieder so heftiger Regen, während ich zur Halle fuhr, genau wie beim letzten mal. Und auch der Düdo hatte Probleme mit diesen Wassermassen, denn die Batteriekontrollleuchte ging plötzlich an. Egal, selbst wenn die Lichtmaschine nicht mehr lädt, halten die Batterien noch eine ganze Weile die Beleuchtung aus. Mehr Sorgen bereiteten mir die offenen Dachluken. Bei der ersten Gelegenheit hielt ich an, legte die Brille auf’s Armaturenbrett, stieg aus und hetzte nach hinten, wo ich das Heckfenster von außen anlehnte. Dann nach rechts, schnell in den Wagen und Tür zu. Noch schwamm nichts. Die vordere Dachluke war super erreichbar und sofort zu. Ich kletterte auf meine Lackkiste und von dort aus auf den Kompressor, von wo aus ich unter fiesen Verrenkungen an die hintere Dachluke kam. Nur das Heckfenster konnte ich definitiv nicht schließen. Egal. Zurück ins Fahrerhaus und Motor an. Ich war schon wieder nass, zum dritten Mal heute. Aber immerhin war der Keilriemen inzwischen wieder so trocken, dass die Lichtmaschine lud. Eine Feuerwehr düste mit Blaulicht an mir vorbei. Die Scheiben waren total beschlagen und ich verschaffte mir mit dem Scheibenschwamm einigermaßen Sicht. Abfahrt!

Im Ort liefen Bäche die Straße herunter und in Senken hatten sich tiefe Seen gebildet. Einige PKW störten sich daran nicht und fuhren mit einem Affenzahn da durch. Mir egal, ich ließ es langsam angehen und rollte zeitweise nur mit guter Schrittgeschwindigkeit weiter. Ein paar Gullis hatten sich in hübsche Springbrunnen verwandelt und Wasser sprudelte aus ihnen heraus. Sowas hatte ich noch nicht gesehen. Aus diversen Einfahrten liefen Bäche auf die Straße. Im nächsten Ort sah es nicht besser aus. Sogar auf der Landstraße hatten sich stellenweise Seen gebildet. Doch irgendwann hatte der Spuk ein Ende und die Straßen waren einfach nur noch nass, welch Verbesserung. Ich erreichte Wolfstein und kurz darauf die Halle.

Vor meinen Toren war ebenfalls ein riesiger See. Na bravo. Ich öffnete die Halle und schaute mir mit einer Taschenlampe bewaffnet die Bescherung an. An mehreren Stellen hatte es durchgeregnet. Das Fallrohr der Regenrinne ist unten wohl undicht – genau neben dem rechten meiner drei Tore. Und natürlich war auch hier der Boden innen nass. Hm. Ich ging zum Lichtschalter und – nix passierte. Laut Vermieterin war der Elektriker letzte Woche fleißig gewesen. Wo auch immer, bei mir offensichtlich nicht. Seit meinem letzten Besuch hat sich nichts verändert, von den 3 montierten Lampen ist nur 1 angeschlossen, aber leuchten tut sie trotzdem nicht. Hinter dem mittleren Tor steht immer noch irgendein großes Sieb oder so, also ist da die Zufahrt versperrt. Hinter dem rechten Tor lagert noch eine Palette mit ausgehärteten Zementsäcken. Die könnte ich wegschieben, zwei Hagahuwa stehen in der Halle. Ein Fass und ein paar große Kanister stehen auch noch herum. Und manch anderer Kram, den ich garantiert nicht selber mit dem Düdo zur Entsorgung fahre. Irgendwie bin ich gerade etwas angepisst.

Ich holte das Stromaggregat aus dem Kofferraum, suchte mir Lampen in den Staukästen des 814 und machte mir notdürftig etwas Licht, um den Düdo auszuräumen. Zuerst den Kram vom Beifahrersitz. Dann fuhr ich den Düdo quer vor das linke Tor und stieg wegen des Sees durch die Beifahrertür aus. So konnte ich wenigstens den Wohnraum wieder nutzbar räumen. Ich parkte auf die Straße um, weil der Boden vor der Halle enorm schief ist.

Morgen werde ich mal mit der Vermieterin oder dem Vermieter reden. Volle Miete für einen Bruchteil Nutzbarkeit erscheint mir dann doch ein etwas einseitiges Geschäft zu sein. Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass ich die Halle nicht allzu lange behalten werden…

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