Nedlitz

Von Zerbst aus fuhr ich wieder weiter mit der groben Richtung Berlin. Ich suche mir derzeit immer Orte auf der Karte, die einigermaßen auf der Luftlinie liegen, gebe ihre Namen ins Navi ein und folge den Anweisungen. So muss ich beim Fahren nicht auf die Richtung achten und kann entspannt den Landstraßen folgen. Bei der Durchfahrt durch Nedlitz gefiel mir der Ort und ich bog -wie so oft- Richtung Bahnhof ab. Selbst da war es schön, also geparkt und zum Feierabendgassi angetreten.

Auch hier wurde die ehemalige Bahnstrecke verkauft und auch schon demontiert. So wie mir einer der netten Anwohner erzählte, verschrottet die Käuferfirma alles Metall und verkauft danach das Gelände wieder. Die an der ehemaligen Bahnlinie liegenden Gebäude werden immer wieder von Vandalen heimgesucht, die auch vor verschlossenen Türen nicht Halt machen. So war es auch dem Stellwerk ergangen, sämtliche Türen des neueren Anbaus waren aufgebrochen.

Umgekehrt bin ich natürlich an offenen Türen interessiert und habe dieses Mal auch die Gelegenheit genutzt, mir so ein paar Häuschen von innen ansehen zu können.

Leider war der ehemalige Wasserturm verrammelt, der hätte mich auch sehr interessiert. Aber gut, kann man nicht ändern. Ich brach zu einer größeren Gassirunde auf. Arbeit gibt es hier in der Gegend wenig und Einkaufsmöglichkeiten im Ort praktisch garnicht, wenn man nicht gerade nach Holz oder Gartengeräten sucht. So erzählte es mir ein älterer Herr, der früher selber bei der Bahn gearbeitet hat. Aber Syrer gäbe es, 65 Personen insgesamt. Er schien die aber nicht als Aufwertung des Ortes zu empfinden. Ich habe keinen von ihnen getroffen, also werte ich das mal einfach so, dass sie nicht in Horden durch den Ort streifen und rauben und brandschatzen was das Zeug hält. Die wollen auch nur überleben und leben, da bin ich mir ziemlich sicher.

Hier ging es ein kurzes Stück an der Landstraße entlang wieder in den Ort rein. Ich traf auf ein altes Gelände, von dem ich mir nicht sicher war, ob es verlassen war oder sich gerade in einem Umbauzustand befand. Sah aus wie ein LGP oder MTS Hof, ich verzichtete aber trotz meines Interesses und der ungehinderten Zugänge auf eine genauere Besichtigung. Warum? Weiß nicht… 😉

Also gut, jetzt aber echt Ortsbesichtigung! Interessante Mischung aus modernen, modernisierten, alten und sehr alten Gebäuden. An einigen hingen Verkaufsschilder, noch viele mehr wären aber bestimmt auch ohne Schild zu haben. Was mir im Ort richtig gut gefällt, sind die zurückgesetzten Häuser mit den Grünstreifen neben der Straße. Das wirkt viel lockerer und wohnt sich auch gleich viel angenehmer. Ich weiß wie sich das anfühlt, wenn die Straße praktisch mitten durchs Wohnzimmer führt…

Etwas außerhalb des Ortes sah ich noch einen ehemaligen LPG Hof in eher ruinösem Zustand. Ich kann nicht aus meiner Haut, ich mag solche Orte. Also nichts wie hin!

Abschließend blieb nur noch die intensive Besichtigung des ehemaligen Bahnhofs, der sich, wie ich aber erst später erfuhr, seit 2011 in Privatbesitz befindet.

Es bestand zwar das Angebot, den Bahnhof von innen anschauen zu können, aber das musste ich dann doch auslassen – für dieses Mal… 🙂 Hätte ich das vorher gesehen, gerne, aber ich wollte weiter, weil ich mich doch wieder mal auf einen Termin eingelassen hatte.

 

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