Nachterstedt

Jetzt habe ich mal wieder etwas Durcheinander verursacht, weil ich das alte Umspannwerk Frose etwas vorgeschoben hatte. Mir war halt danach, egal.

Von Salzmünde fuhr ich also nach Hoym und dann einen Ort weiter nach Frose. Aber mein Sinn stand nicht nach Übernachten in Frose, zumal ich dort auch keinen Platz fand, der „nimm mich!“ schrie. Beim Ortseingang war zwar ein Parkplatz, aber der erschien mir nicht gerade lauschig. Vermutlich war ich sowieso nur nach Frose rüber gefahren, um das Umspannwerk im Vorbeiflug zu sehen, so genau weiß ich das selber nicht.

Also wieder zurück nach Hoym und von dort nach Nachterstedt. Beim ehemaligen Bahnhof parkte ich und ging etwas durch den Ort. Zunächst inspizierte ich den Bahnhof und ein Stück der Umgebung, aber spannend war das nicht. Ich ging in Richtung Concordiasee und dann links zum Ort raus. Es ist zum Concordiasee hin immer noch alles abgesperrt, dort sind umfangreiche Arbeiten zur Stabilisierung der Uferböschung im Gange. (Wir erinnern uns an die zwei Häuser, die 2009 beim Abrutschen eines etwa 350m langen Stücks der Böschung mit in die Tiefe gerissen wurden? Wikipedia) wieder im Ort zurück, versuchte ich es in einem verkehrsberuhigten Bereich, der zudem als Sackgasse ohne Wendemöglichkeit für LKW ausgewiesen war. Früher war das mal eine kleine Straße, die direkt nach Frose führte. Jetzt endet sie an einem Wendeplatz, wo es nur noch zu Fuß oder einspurig weiter geht. Man könnte noch einen Weg hoch auf die Abraumhalden, die inzwischen regelrecht bewaldet sind, aber erlaubt ist das wohl auch nicht. Einige Gassigänger nutzen den Wendehammer als Parkplatz, was mich auf die Idee brachte, dort mein Nachtlager einzurichten. Also wieder zurück zum Wagen und umparken.

Ich schnappte mir nochmal Happy und wir gingen noch ein Stück weiter als vorhin. Aber da kam irgendwie nichts mehr. Inzwischen war es auch schon ziemlich dunkel und wir brachen die Hunderunde ab. Direkt neben dem Wagen befand sich eine Bahnstrecke, aber außer etwa stündlich einem kleinen Personenbähnchen der HEX und alle paar Stunden mal einem kleinen Güterzug, tat sich hier nicht viel. Es war erstaunlich ruhig.

Am nächsten Tag machte wir nochmal einen Anlauf für eine Erkundungsrunde Richtung Frose. Ich hatte mir die Gegend etwas auf Google Maps angeschaut und ein Gebiet entdeckt, das als Freizeit- und Kommunikationspark gekennzeichnet ist. Das klingt ja spannend! Ich fand dieses Gebiet auch, es handelt sich völlig unromantisch um große matschige Wiesen, wo weit und breit nichts ist. Na toll! Verarschung oder was? Ich ging den äußerst saftigen Weg durch den „Park“ weiter bis zu einer Gabelung. Links ging der Weg weiter, rechts war das eher plattgefahrene Wiese als Weg. Na dann rechts. Ich kam zu einem kleinen Skaterpark, wo zu dieser Jahreszeit und zudem bei diesem Regenwetter natürlich kein Mensch war. Sollte das dieser Freizeit- und Kommunikationspark sein? Er ist nur ein winziger Bruchteil des markierten Gebietes. Seltsame Nummer, echt. Dafür bot mir die Halfpipe jetzt einen erstklassigen Unterstand, es fing nämlich gerade so richtig an zu regnen, aber ich konnte sehen, dass das nur eine große fiese Wolke war.

Als der Regen wieder auf ein erträgliches Maß reduziert war, gingen wir wieder zum Wagen zurück, ich hatte nämlich eine Idee…

2 Gedanken zu „Nachterstedt

  1. Hallo alle zusammen,

    Ich hab mich gestern mal wieder seit langem bei Facebook eingeloggt und hab ein Post gesehen von rumtreiber.de welcher die Schlagzeile hatte von deinem Beitrag „Wagenleben – Ist das nicht kalt“. Ich interressiere mich sehr für das Leben aud Rädern und verfolge auch Jonsons Blog fast täglich seit 2 Jahren. Als ich dann also deinen Beitrag lies und dann den davor über Zerbst und dann Frose, hatte ich vermutet, dass es noch ein zweites Frose gibt, weil wer verirrt sich denn schon dahin? Als ich dann jedoch den Beitrag über Nachterstedt sah wußte ich, dass Du dort gewesen bist wo ich aufgewachsen bin.

    Da ich seit 13 Jahren in Dublin, Irland wohne fühlt sich die Heimat ja doch weit entfernt an, deshalb um so mehr skurril darüber zu lesen. Ich bin übrigens beeindruckt, wieviel Du über die Gegend bescheid weißt!

    Der Wendeplatz an der alten Straße nach Frose führt übrigens hoch zum altem Hundeplatz und dem Hundeverein. Ich bin mir nicht, was aus dem Verein geworden ist.

    Wie konntest Du eigentlich das Problem mit dem Kondens- / Schwitzwasser lösen, wovon Du 2012 von geschrieben hattest?

    Falls es Dich mal nach Irland verschlägt könnte ich Dir auch einige Tipps geben zum hinstellen hier in der Gegend.

    • Moin Andre! Vielen Dank für Dein Feedback, ich freue mich immer, wenn irgendwer sich von meinen Blogeinträgen angesprochen fühlt. So hatte ich einige Jahre lang Kontakt in die Ukraine durch Bilder von einem Militärgelände bei Ziesar und auch über den Bericht von Mörshausen freuten sich die Einwohner.

      Sich etwas über die Gegend zu informieren, in der man sich gerade aufhält, macht die Sache manchmal einfach interessanter. Dank Internet ist das schnell und einfach zu erledigen und manchmal gebe ich diese Infos teilweise weiter und/oder verlinke Seiten, wo sich der interessierte Leser selber Infos holen kann.

      Jonson ist die deutsche Internet-Rumtreiberikone schlechthin, da gibt es nix. Ich bewundere sein schreiberisches Durchhaltevermögen. Wie viele Blogs werden angefangen und enden dann plötzlich sang- und klanglos, vom Schreiber ward nie mehr was gehört.

      Schwitzwasserprobleme habe ich im Düdo nach wie vor. Ich habe allerdings an verschiedenen Stellen immer wieder nachgebessert und so doch einiges wesentlich verbessern können. Wichtig war die Trenntür zum unisolierten Fahrerhaus, sowie das Isolieren der Hecktüren zum Kofferraum hin. Um es richtig zu machen, müsste man leider den gesamten Ausbau nochmal neu machen, weil ich ein paar kleine Fehler gleich als erste eingebaut hatte. Aus diesem Grund und um mehr Wohnraum zu bekommen, bastle ich seit einer Weile an einem neuen Wagen…

      Irland durchaus denkbar, aber dazu muss ich erst meine finanzielle Situation etwas aufbessern. 😉

      Viele Grüße aus Rathenow!

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