Geiseltalsee

Eigentlich brauchte ich immer noch Wasser und eine Steckdose. 40-50l Wasser müsste noch im Tank gewesen sein, aber die Akkus hätten gerne mal wieder eine Vollladung gehabt. Als ich aber am Platz meiner Wahl ankam, gab es dort zwar planungsgemäß den versprochenen Geiseltalsee, nur war der Platz weit weniger idyllisch, als ich mir das vorgestellt hatte. Um genau zu sein, handelte es sich um einen Campingplatz und alles stand voll mit den Wohnwagen von Dauercampern. Nee, das brauchte ich dann doch wieder nicht. Etwa 300m weiter vorne war ich an einem kleinen leeren Parkplatz vorbei gefahren, dahin fuhr ich wieder zurück.

Tagsüber kam hin und wieder ein Auto gefahren, aber im Großen und Ganzen hatte ich den Parkplatz für mich alleine. Nach Einbruch der Dämmerung kam niemand mehr und ich konnte den Generator anschmeißen. Damit wurde zwar der Wassertank nicht voll, aber immerhin die Akkus nachgeladen. 4 Nächte blieb ich auf dem Parkplatz stehen.

Der Geiseltalsee war mal ein Braunkohle-Tagebauloch, das inzwischen saniert und geflutet wurde. Um den See herum sind unzählige Wege, die entgegen der Beschilderung auch alle benutzt werden dürfen. Man geht dort mitten durch die Natur, die zwar nicht wirklich unberührt ist, aber sich ihr Gebiet in den letzten 25 Jahren zurück geholt hat. Wer eins dabei hat, kann auch das Fahrrad nehmen und ist dort wesentlich mobiler als ich.

Happy hat sich eine Zehenballe aufgeschnitten, was unsere Gassirunden seit gestern enorm einschränkt. Ich fragte verschiedene Hundemenschen und so kam am Ende folgender Schlachtplan heraus: Wunde mit abgekochtem lauwarmem Wasser per Spritze spülen, dann kurze Socken über den Fuß ziehen und fixieren. Für die erste Nacht blieb das auch mal so eingepackt, dass er nicht am Fuß lecken konnte. Für Kurzgassis kommt noch ein Gefrierbeutel drüber, um vor Feuchtigkeit und Dreck von außen zu schützen. Ich glaube, er versteht den ganzen Aufwand nicht. Jedes Mal bei den ersten Schritten mit eingepackter Pfote könnte ich mich schlapp lachen. Happy spreizt das Bein etwas ab und macht Minischritte. Nach 20m geht er ganz normal und nach 100m rennt er sogar. Also ganz so schlimm scheint es für ihn nicht zu sein. Die Pfote heilt auch super, halt mal ein paar Tage schonen und beobachten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.