Zeitz / Rittergut Thierbach

Die Nacht verbrachte ich neben dem als Wohnmobilbussonderspur ausgewiesenen Parkplatz in Zeitz, der von PKW zugeparkt war. Ist aber auch eine seltsame Schildersetzung ohne Sinn, somit nicht geltend. Egal, ich hab ja auch keine Probleme mit inoffiziellen Stellplätzen. Auch der zunächst nicht als Fußweg erkennbare Zubringer zu meinem Parkplatz war durch einen extrem tief hängenden Querast etwas seltsam, aber mein Düdo kann sich ja schließlich gaaanz klein machen, wenn es nötig ist.

Beim Durchfahren von Zeitz empfand ich den Ort zunächst als extrem unschön. Die Nacht war ab 23:30 Uhr extrem ruhig, das hatte ich nicht erwartet. Gegen Mittag brach ich dann mit Happy zu einer Gassirunde auf. Ohne Abenddämmerung war der Ort garnicht mehr so hässlich, teilweise sogar echt schön. Zeitz ist irgendwie ein Ort der immobilen Gegensätze. Einige Häuser sind wunderschön zurecht gemacht, die Verzierungen der Fassaden farblich abgesetzt. Dazwischen stehen immer wieder Häuser, die so aussehen wie gegen 1986 in der DDR. Und dann gibt es noch die, denen man ansieht, dass schon weit vor 1986 die beste Zeit hinter ihnen lag. Und die, die man schon wegen Einsturzgefahr abreißen musste. Auch sprachlich ist Zeitz sehr interessant. Ich hörte öfters Sprachen, die ich keiner mir bekannten zuordnen konnte. Ja, die Welt ist bunt und Zeitz ist es auch.

Nun bin ich zwar Liebhaber von Lost Places, aber kein besonderer Fan von Städten. Das liegt vermutlich auch weniger an den Bauwerken (die ich sehr schön finde!), als an den Menschen. Es liegt an mir und wohl auch daran, dass ich Idioten nach wie vor magnetisch anzuziehen scheine. Woran das liegt, weiß ich nicht. Städte sind voll mit Menschen und somit von Natur aus nicht meine Welt. Es kostet mich reichlich Überwindung, in Städten zu sein. Dementsprechend nicht verwunderlich, dass ich nach der Gassirunde und einem Einkauf auch schon wieder die Flucht ergriff.

Eigentlich zufällig landete ich in Thierbach, wo ich für die gleiche Freundin, für die ich den Vierseitenhof bei Gera besichtigt hatte, ein altes Rittergut anschaute. Nein, stimmt garnicht, ich schaute es mir an, obwohl längst klar war, dass es für meine Freundin nicht passte. Aber ich kannte es durch meine Freundin und besichtigte es, weil es mich interessierte und ich zufällig das Schild dorthin entdeckt hatte. Da seht ihr mal, wie kompliziert das alles ist… 😉

Für die Nacht bleibe ich in der Nähe von Thierbach stehen.

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