Kommunikation verändert

Gestern war es endlich so weit, ich musste ein paar Änderungen machen, um meine Handlungen meinen Überzeugungen anzugleichen.

 

1. Schritt: Facebook abschaffen. Wenn eine Firma sich das Recht einräumt, jedes Wort und jedes Bild zu ihrem Eigentum zu machen, sollte man ja eigentlich schon stutzig werden. War ich ja auch. Aber ich nutzte den Dienst weiter, weil ich dachte, dort ja nicht so viel Wichtiges zu schreiben und zu posten. Aber Pustekuchen. Wenn ich mir so ansah, was da alles drin landete, hätte ich mich eigentlich schon viel früher zu diesem Schritt entschließen müssen. Aber man hängt sich da an seine Gewohnheiten. So hätte ich heute Morgen zuerst mal auf Facebook nachgesehen, was denn wieder ach so Wichtiges und Sinnvolles geteilt wurde, während mein Kopf sich von den ach so wichtigen und sinnvollen Teilungen des Vortages erholte…

2. Schritt: WhatsApp entsorgen. Ganz klar ein praktischer Dienst und von mir auch echt viel genutzt. Kostenlos schreiben, so viel die Internetverbindung zulässt. Bilder schicken, Termine absprechen, schnell und einfach. Seit der Facebook-Dienst „WhatsApp“ seine AGB geändert hat und so Kontaktdaten und Nutzungsprofile für die Facebook-Seiten nutzen wollte, las man immer öfter von „Häkchen entfernen“. Mir erscheint dieser äußerst raffinierte Trick etwa so sinnvoll, wie das ach so beliebte Widersprechen der Facebook-AGB, indem man ein Bild oder einen Text in seine Timeline setzte, das die AGB angeblich rechtssicher aushebeln sollte. Ha ha ha! Ich habe seit 2 Jahren Threema (3 Euro einmalige Kosten) zusätzlich zu WhatsApp installiert. Zusätzlich läuft bei mir inzwischen noch der Signal Messenger, bei dem ebenfalls keine Daten weitergegeben werden und der zudem kostenlos verteilt wird.

3. Schritt: Twitter entvögeln. In meinen Augen der sinnloseste Dienst. Beiträge in der Länge einer einzigen SMS können einfach nicht tief in irgendeine Thematik gehen, das kann nicht funktionieren. Wer mehr schreiben will (und dann ist Twitter einfach der falsche Dienst!), muss sich mit mehreren nacheinander geschriebenen Tweets behelfen. So wird das Ganze natürlich richtig schön übersichtlich und strukturiert, vor allem dann, wenn auf 3 Teilposts separat Antworten eingehen. Die Realität sieht so aus, dass sich viele einfach nur in Kurzmitteilungsschlachten bildzeitungsähnliche Oberflächlichkeiten um die Ohren hauen und das dann „Diskussion“ nennen. Leute, diskutiert bitte ohne mich weiter.

[Nachtrag] 4. Schritt: Instagram entbildern. Der durch Facebook erworbene Bilderhoster hatte für mich eigentlich noch nie einen großen Sinn gehabt, weswegen ich mich einen Tag nach dem großen Rundumschlag auch davon trennte. [/Nachtrag]

Und jetzt? Wie soll das Leben weiter gehen? Was mache ich ohne diese ganzen Zeitfresser?

Es ist natürlich wie jede Veränderung im Leben, gerade wenn sie so drastisch gemacht wird: Plötzlich ist etwas völlig anders. Das Fehlen von WhatsApp reißt ein großes Loch in meine Kommunikation. Viele weigern sich gegen die Nutzung eines neuen Dienstes, was natürlich auch verständlich ist. Umgekehrt habe ich keine SMS-Flatrate und kann nicht unzählige SMS pro Monat verschicken – will ich auch garnicht. So sind im Moment eben etliche Verbinungen unterbrochen und sorgen für Entzugserscheinungen. Mal sehen wie es weiter geht. Jedenfalls bin ich gewillt, meinen Entscheidungen treu zu bleiben.

-Heute ohne Bilder.-

10 Gedanken zu „Kommunikation verändert

  1. Gratuliere! Für eine Kommunikation in die virtuelle Außenwelt haben wir unsere eigenen Seiten, hier kann man sich genau so gut mittleilen, dazu braucht man keine Datenschleudern.

    LG Markus (schon immer ohne Frazen, Vöglen und Co. unterwegs)

    • Moin Markus! Facebook war schon mehr als nur etwas Buspennergeschwafel, ich hatte dort bidirektionalen Kontakt mit vielen Bekannten. Dort ist ja nicht alles öffentlich, sondern eben auch ein Messenger vorhanden, über den man „privat“ schreiben kann. Insofern ist wirklich ein großes Stück Kommunikation weggebrochen, was als Alleinlebender vielleicht mehr fehlt, als wenn man menschlichen Dauerkontakt mit sich führt… 😉
      Trotzdem bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

      • Ich weiß, das ist alles so einfach beim Frazenbuch. Aber für persönlichen Kontakt tut es doch auch der normale E-Mail Verkehr (muss ja nicht ständig jeden Pups durchgeben). Das wird einem beim Frazenbuch halt alles mundgerecht serviert, daher schwimmt da auch die Masse mit. Wer wirklich Interesse an Jemanden oder einer Sache (wie jetzt z.B. dein Umbau) hat, kann direkt auf solch eine Seite gehen und sich mitteilen. Ich sehe da überhaupt kein Problem und kann gerne auf die paar Sympathisanten-Likes verzichten. Sicher bin ich noch im Womo-Forum und habe einen Youtubekanal mit unbenutzter Gmail-Spamschleuderadresse (k.A. wie oft die schon aus allen Nähten geplatzt ist). Aber im Hintergrund kommen auch bei uns so viele Kontakte via Mail nur durch unseren Blog zustande und davon später auch sehr viele reale Bekanntschaften. Genau so wie hier bei den ganzen Rumtreibern, ihr habt uns gefunden und wir euch 🙂

        LG Markus

        • Das stimmt allerdings auch alles. Gerade das „jeden Pups durchgeben“ trifft voll ins Schwarze, das war eben auch einer der Punkte, die mich am meisten nervten. Und auch die bezahlten Beiträte im Sinne von „du wirst nicht glauben, was dann Unfassbares geschah…“. Klar muss ich nicht alles anklicken und das habe ich auch nicht.

          Ja, back to the roots, die gute alte E-Mail, ohne Werbung und meistens auch mit etwas mehr Hirneinsatz verfasst, als eine Statusmeldung in 3 Worten. So ist das nun auch bei mir wieder. Man kann schließlich nicht nur Facebook, Twitter und diverse Messenger ständig dabei haben, sondern auch seine E-Mails.

          Und bei „Freunden“ zählt sowieso mehr die Qualität als die Quantität. 🙂

  2. hey ho Petsi ,

    is zwar schon ne weile her das wir geschrieben haben , aber weil ich grad auf tour durch deutschland bin , gerade in Erfurt , dachte ich mir ich ich sag einfach mal via FB hallo , und wunder mich schon warum ich dich nicht mehr find !
    Na dann eben hier : ein freundliches Hallo aus Erfurt 😉

    greetz Nils

  3. Hallo Markus,
    Zu Deiner Liste:
    Schritt 0 : gar nicht erst mit Fratzenbuch, Twitter, Instagram etc. anfangen…
    Nö, im Ernst. Ich habe mir das immer wieder angeschaut und bin zum selben Schluss gekommen wie Du: Das ist so was von überflüssig.
    In Meinem Bekanntenkreis gibts einige, die dort „jeden Pups“ mitteilen. Das führt dazu, dass andere „hintenrum“ (z.B. bei mir) über diese Leute lästern. Ehrlich, auf so einen Mist habe ich keinen Bock. Mittlerweile läst man mich mit den FB/Twitter/Istagram- Schlachten in Ruhe, natürlich nicht, ohne zuvor die spitze Bemerkung fallen zu lassen, ich würde „nicht mit der Zeit gehen“, wie sehr mich das stört, kann man sich ausmalen ;-).
    Ich glaube, man sollte nicht nur sein „analoges Leben“ entrümpeln, auch im digitalen Bereich gibt es Ballast, den niemand braucht.
    Viel Spass und geniess die freie Zeit, die Du gewonnen hast.

  4. Mutiger Schritt. Und verständlich. Social Media sehen wir auch als ein Zeitfresser. Wir finden es allerdings manchmal auch lustig. Wahrscheinlich werden wir unsere Follower und Fans auch demnächst bitten, sich einfach bei unserem Blog anzumelden um uns weiterhin zu „verfolgen“.

    Wir lesen bei dir übrigens schon seit einem Jahr mit. Unter anderen Gründen hat dein Artikel mit den Feuchtigkeitschäden an einem Wohnmobil uns übrigens dazu veranlasst ebenfalls einen Bus zu kaufen. 🙂

    Liebe Grüsse Sabine und /Reto
    von Living in a Box
    http://living-in-a-box.ch

    • Moin Ihr zwei! Gerade mit WhatsApp brachen mir so viele Kontakte weg, dass ich es doch wieder installiert habe. Krass, hätte ich nie gedacht. Twitter nutzte ich ja eh so gut wie nie, nur zum Verteilen meiner Blogbeiträge, insofern hat das nie gefehlt. Und auch die Aufgabe Facebooks war wesentlich leichter, als ich zunächst dachte. Inzwischen fühlt sich das etwa so an, als hätte ich es nie gehabt. Wer einem Blog folgen will, kann das per Feedreader oder E-Mail Abo sehr einfach tun. Dass das ohne Facebook nicht ginge, ist einfach nur eine faule Ausrede – im wahrsten Sinne. Aber ich gebe zu, die Besucherzahlen sind definitiv etwas gesunken.

      Die Sache mit ausgebautem Transporter oder Fahrgestell mit draufgebautem Wohnmobil ist wohl eine Glaubensfrage. Hätte der Vorbesitzer des Wohnmobils vom vorigen Sommer gleich Nägel mit Köpfen gemacht, wäre das Womo auch nicht so vergammelt. Der hat es aber lieber runter geritten und ausgenutzt bis zum letzten Moment. Ob ein Transporter das besser weggesteckt hätte? Schade darum… 🙁

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