Wieder mal Urlaub

Es geht mit dem Glumpliner einfach nicht voran, ich habe zu wenig Hände um genug Richthämmer zu halten. Die zugesagte Hilfe lässt sich auch Zeit, stattdessen kommt immer mehr unbezahlte Arbeit dazu. Miese Kombination, mein Frust war mal wieder enorm. Zeit für einen erneuten Kurzurlaub in nächster Umgebung.

Vorher machte ich den Zylinder der MZ fertig. Hilft ja nichts, sonst habe ich diese Krücke noch ewig am Bein. War ja jetzt auch keine gigantische Arbeit, aber so richtig mit Liebe bin ich da auch nicht dran gegangen. Das Moped tut mir leid, aber ich kann es nicht von seinem elendiglichen Dasein erlösen. Kommt dreckig und mit ebenso dreckigen Anbauteilen, um ohne neues Material irgendwie wieder zusammengeflickt zu werden, damit es weiter missbraucht und heruntergeritten werden kann. Ich reinigte auch nur die nötigsten Flächen, wechselte den Kolben und den Zylinder wie mir aufgetragen worden war. Die Dichtung am Vergaserflansch kann nicht dicht gewesen sein, ich befreite die Dichtflächen von ihren steinharten Dichtungsresten und schnitt aus Dichtungspapier eine neue Dichtung zurecht. Der Vergaser sollte auch eingestellt werden, aber der lief schon über, was ein klarer Hilfeschrei ist. Mache ich nicht, bringt ja in dessen Zustand eh nichts. Auch an die grottigen Bremsen gehe ich nicht dran, entweder richtig oder garnicht, ich stelle mich doch nicht für einen Gefallen mit einem Fuß in den Knast. Die spätere Frage, ob ich eine Probefahrt gemacht hätte, verneinte ich mit einem „meine Suizidgedanken bin ich schon lange los“.

Um wenigstens etwas Sinnvolles gemacht zu haben, schnallte ich noch die neu erworbenen Packtaschen auf mein Fahrrad. 22 Euro mit Versand, da kann man eigentlich nicht viel erwarten, auch wenn sie in manchen Tests immer wieder als stabil bezeichnet wurden. Umso erfreuter war ich, als sich die M-Wave Amsterdam Double aus dem Hause Messingschlager als sauber gearbeitete Ware entpuppte. Macht einen soliden Eindruck, wenn die stützenden Kunststoffeinlagen erst mal montiert sind. Die unteren Schnallen lassen sich an einer stabilen geschlitzten Hartgummiplatte mehrfach versetzen, dank der Schnellverschlüsse sind die Taschen nach dem Einstellen ruckzuck ab und wieder dran. Einziger kleiner Haken: Da die Versteifungen der Flanken innen in eingenähte Taschen geschoben werden, was etwas fummelig ist, werde ich die nicht immer wieder rausnehmen. Das macht die ungenutzte Packtasche im Lagerzustand etwas sperrig, vor Allem wenn man im Wohnmobil lebt…

Auch wieder nicht sinnvoll, aber mit einem hohen Spaßfaktor, war die Spielerei mit meiner Kamera zum Abschluss dieser Wachphase. Die Pipirunde mit Happy nutzte ich nämlich, um ein paar Fotos mit den Nachtfunktionen zu machen. Ministativ, Langzeitbelichtung und Selbstauslöser, um beim Auslösen nicht gleich zu verwackeln. Ich habe, entgegen hochwertiger Knipsapparate, nur die Möglichkeiten Mehrfachbelichtung, Langzeitbelichtung 15 Sekunden und Langzeitbelichtung 30 Sekunden. Die Mehrfachbelichtung soll für Sternenhimmel freihand sein, brachte aber keinen nennenswerten Erfolg. Mit den 15 Sekunden und dem Stativ war der Mond schon überbelichtet und machte so der „Säufersonne“ alle Ehre. Für das Gebäude, hinter dem es schon langsam zu dämmern begann, war das eine brauchbare Option. Ein witziger Effekt ergab sich bei der 30 Sekunden Belichtung mit dem Düdo. Happy latschte nämlich mittendrin ins Bild, setzte sich hin und kratzte sich ausgiebig, dann ging er weiter. So habe ich einen zwar unscharfen, aber dafür durchsichtigen Hund auf dem Foto. 😀

Der Tag nach der Slaphase brachte keine neuen Erkenntnisse, nur eine Ver-/Entsorgung und einen Einkauf. Ich frage mich zwar, warum ich einen Tank fülle, an dessen Inhalt ich dank des klemmenden Ventils nachher doch nicht komme, aber gut. Immerhin nahm ich im Supermarkt auch Flaschenwasser mit, Hund und Herrchen brauchen schließlich Flüssigkeit. Anschließend fuhr ich aber nicht wieder zur Halle zurück, sondern nach Tonndorf. Das ist gerade mal ein Ort weiter, aber hey, ein Tapetenwechsel ist auch das. Die Suche nach einem abgelegenen Platz war erfolglos, ich hatte die Hoffnung, unterhalb des Schlosses schön stehen zu können. So fuhr ich einfach noch etwas weiter nach Tiefengruben, was eines der besterhaltenen Rundplatzdörfer Deutschlands ist. Leider hatte man damals keine Sechstonner und auch die Anzahl der PKW hielt sich gegen null, was für das 18. Jahrhundert auch nicht ungewöhnlich ist. Dementsprechend spärlich sind auch die Parkmöglichkeiten. Ich fand am Ortsrand zwar Parkplätze, aber die Nacht wollte ich hier trotzdem nicht verbringen, auch wenn man hier eine prima Startmöglichkeit für weite Spaziergänge hat. So beschränkte ich meinen Aufenthalt auf eine Gassirunde um das halbe Dorf, dann eine Runde mittendurch und wieder außenrum zurück. Ein schönes Dörfchen, hier werde ich nochmal bei mehr Licht hingehen. Aber jetzt zurück nach Tonndorf, wo ich am Fußballplatz stehen konnte, ohne jemanden zu stören. Das Internet war grottig lahm, ich erreichte Spitzenwerte von 0,15 Mbps Down- und 0,07 Mbps Upstream. Selbst das Laden der GMX Startseite war nicht fehlerfrei möglich. Egal.

Heute hatten wir wieder richtig tolles Wetter. Von knapp 24 Grad im Wagen geweckt, stand einem ausgiebigen Spaziergang nichts im Weg. Ich hatte auch schon grob eine Runde abgesteckt, ohne mich um genaue Wege oder Entfernungen zu kümmern. Umdrehen kann man immer und wenn es nicht weit genug war, nimmt man eben noch einen Umweg. Der Zufall half etwas nach. Wir trafen nach einer Weile auf zwei Radfahrer, die Absperrband als Fähnchen in die Bäume hängten. Neugierig fragte ich nach. Es waren die Vorbereitungen für den morgigen Stiefelburglauf, der seit über 30 Jahren traditionell am 1. Mai vom SV 70 Tonndorf ausgerichtet wird. Eine Runde von rund 13 Kilometern. Na gut, ich mag es dann doch etwas langsamer, aber zumindest war ich sicher, dass ich dank der Fähnchen Tonndorf wieder finden würde. Ich hatte wohl den Start etwas abgekürzt, denn ich kam gerade mal auf 10 Kilometer, obwohl ich nach dem Radfahrertreffen immer bei den Fähnchen blieb, die auch tatsächlich genau meine Runde markierten. Dank etwas Geocaching und einer kleinen Pause auf einer (Vatertags-)Wiese bei 486m üNN, waren wir fast 3 Stunden unterwegs. Den Rest des Tages schaute ich verschiedenen Webseiten beim Laden zu und erholte mich von all dem Stress… 😉

Arbeit bekam nur der Düdo noch gegen Abend, er musste einen richtig fies steilen Berg erklimmen, auf dem ich eine leere Mülltonne gesehen hatte. Leider war auch dieses Fleckchen Erde nicht für Sechstonner ausgelegt und wir musste eine kleine Ehrenrunde zum Wenden drehen. Mission Müll erfolgreich, Berg wieder runter. Unser Weg führte uns wieder mal nach München an die Sophienheilstätte, wo wir morgen eine kleine (!) Gassirunde drehen und nicht schon mitten in der Nacht (ahem) von laufwütigen Stiefelburgrundendrehern geweckt werden. Die Müllentsorgung hatte mit ihrem Gefälle den netten Nebeneffekt, dass das klemmende Rückschlagventil temporär wieder funktioniert und der Wasserhahn tatsächlich auf Wunsch Wasser abgibt. (Ja, ich hatte es zwischendrin immer mal wieder angetestet… 😛 ) Hoffentlich bleibt das bis Montag so, dann kann ich nämlich die Schlauchverbinder von der Post holen.

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