Offensen von Willy

Nein, das ist natürlich kein alter Adel. Und eigentlich müsste Schwalbach am Taunus ja auch noch dabei erwähnt werden, aber das passt dann nicht mehr in die Überschrift… 😉

Von Maxdorf aus fuhr ich am Donnerstag nach Schwalbach bei Frankfurt. Dort traf ich mich mit einer Freundin und ihrer Hündin für ein kurzes, aber lustiges Wiedersehen. Eigentlich zwei – oder eins in zwei Akten, nämlich am Freitag auch nochmal. Danach sollte es eigentlich Richtung Norden weiter gehen, nämlich nach Uslar-Offensen. Doch es kam völlig anders…

Ich fragte bei André und Andreas jeweils nach der Telefonnummer von Wüstenmaus-Bernd, denn ich hatte auf einem aktuellen Foto vom Willys Fernreisemobiltreffen die drei beieinander stehen sehen. Die Nummer bekam ich auch, aber zusätzlich noch die Aufforderung, meinen Hintern nach Bad Kreuznach zu schwingen. Danach nochmals indirekt von „den Hermans“ Micha und Sabine. Oh man, das Treffen hatte ich total verdrängt, dabei wollte ich da schon lange mal hin. Und dieses Mal passte es doch eigentlich auch super, selbst wenn ich wieder zurück fahren musste. Knappe 80km, lächerlich! Ich fragte in Offensen an, ob das so okay wäre. Na klar doch! Cool!

So startete ich den Motor und fuhr nach Bad Kreuznach. Natürlich, wie sollte es bei mir auch anders sein, nicht ganz ohne Spezialaktion. Ich hatte mir einen Hornbach in Wiesbaden ausgesucht, um meine nahezu vollkommen erschöpften Gasvorräte aufzufüllen. Dass es sowas wie Umweltzonen gibt, verdrängte ich dabei großzügig. Vorher überfuhr ich wahrscheinlich noch eine für Fahrzeuge über 3,5t gesperrte Brücke, um dann in die Umweltzone zu fahren. Egal, weiter. Das Außenlager bei Hornbach war total verbaut und ich konnte darauf nicht wenden, überall standen Paletten planlos aufgestellt. Auch meine Vermutung, dass ich durch das vor mir befindliche Tor rausfahren könnte, bestätigte der immerhin nette Hornbach Mitarbeiter nicht. Als er mir meine Flaschen hingestellt hatte, war er auch schon wieder weg. Ich schaute mir die Situation an und rangierte den Anhänger in eine schmale Lücke, um mit dem Gespann zu wenden. Die letzten Meter ging alles nur noch nach Gehör, ich war ziemlich angepisst, kam aber letztendlich gut wieder vom Gelände. Mein Navi lotste mich zu einer anderen Autobahnauffahrt, die aber netterweise zu Bauzwecken gesperrt war. Dies teilte ich meinem Navi mit und es schickte mich gefühlte Ewigkeiten durch die Stadt. Wiesbaden raus, Mainz rein, ebenfalls Umweltzone, versteht sich. Auch hier wieder ewig durch die Stadt, aber ich hatte schon auf Durchzug geschaltet und so störte es mich nicht mal mehr. Irgendwann dann wieder das erlösende Schild und eine Autobahn, wie schön!

Natürlich fuhr ich zum FRM Treffen nicht nach der Wegbeschreibung, sondern so, wie mich mein Navi lotste. Dies soll man wegen enger Ortsdurchfahrten eigentlich nicht machen, aber hey, ich hatte auf dem Hornbach Parkplatz geübt, mich konnte nichts mehr aufhalten. Fast nichts. Die Straße wurde plötzlich immer steiler. Ich musste bis in den 1. Gang runter schalten, um den Berg zu erklimmen. Mit 5km/h ging es vorwärts – aber es ging vorwärts. Zum Glück, denn noch weiter hätte ich ja nicht runter schalten können. Kurz nach dieser kleinen Zitterpartie erreichte ich die Zufahrt zum Treffen. Ich hielt vor der Anmeldung an und telefonierte mit Bernd und Andreas. In umgekehrter Reihenfolge kamen sie zur Anmeldung, um mich einzuweisen. Zuletzt war es Andreas, der sich sportlich auf meinem Beifahrersitz ohne Fußraum nieder ließ. Wir fuhren durch enge Durchfahrten im Gebüsch bis auf die letzte Wiese, auf der aber noch am meisten Platz war. Hier standen schon diverse Bekannte und Bekannten bekannte herum und ich stellte mich mitten auf den Platz. Der Wagenburg trat ich nicht bei, weil ich dafür den Anhänger hätte abkuppeln müssen – zu viel Arbeit! 😉

Das Treffen war richtig super und ich bin echt froh, dass ich (wieder mal) zu meinem Glück „gezwungen“ wurde. Eine für mich passende Treppenlösung konnte ich komischerweise nicht finden, aber dafür habe ich viele tolle Wagen angeschaut und mich mit vielen interessanten Leuten unterhalten. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück, allerdings war ich auch sehr froh über meinen neuen Gasvorrat. Ohne Heizung hätte ich dort Abends nicht stehen wollen. Somit ist die Heizsaison seit dem letzten Wochenende für mich offiziell eröffnet.

Das Weckkommando am Montag hatte eher was von unsympathischen Rausschmeißern. Wir waren ja am Vortag schon nett darauf aufmerksam gemacht worden, dass ab 9:30Uhr die Toilettenwagen abgeklemmt werden und wir um 10 Uhr den Platz verlassen haben sollten. So stand es auch in den Teilnahmebedingungen, insofern doch alles klar. Ich hatte mir den Wecker um 9 Uhr gestellt und war auch gleich aufgestanden. 9:15 Uhr hielt ich gerade eine wichtige geschäftliche Sitzung ab, als es an meine Schiebetür polterte. „Ist gerade gaaanz schlecht!“ – „Um 10 Uhr muss der Platz geräumt sein!“ Ja, ja. Wissen wir doch alle, was soll das!? Ganze 5 Minuten später klopft es schon wieder. Sachma, ham die se noch alle!? Will die Tussi jetzt echt alle 5 Minuten Terror schieben? Ich kann selber die Uhr lesen und 10 Uhr ist 10 Uhr und nicht 9:20 Uhr. Ich bin doch wach und der Wagen ist fast fahrfertig geräumt. Ich machte mein Rollo hoch, öffnete das Fenster. „Ist Ihr Hund gerade hier draußen herumgerannt?“ – „Nee, garantiert nicht!“ Weg war sie wieder. Hallo!? Aber wenn die Gemütlichkeit schon mal so rausgenommen wird, brauche ich auch kein Frühstück mehr. Ich latschte rüber zu André und dem Rüdel-Piloten und wir verabschiedeten uns voneinander. Um 9:30 Uhr hatten wir den kleinen Platz komplett geräumt. André und ich fuhren am Eingang wieder auf den Außenparkplatz und machten noch eine kleine Hunderunde. 5 nach 10 Uhr waren wir wieder am Portal, wo nach und nach diverse Mobile raus fuhren. Jetzt aber weg hier!

An der Tankstelle machte ich den Tank voll und besorgte mir einen Frühstückskakao. Dann ging es ab auf die Autobahn Richtung Offensen. Ich kam super durch und hatte trotz fehlender fester Nahrung kaum Hunger. Lass rollen! Erst gegen 14 Uhr an der Raststätte Hasselberg fuhr ich raus, jetzt hatte ich nämlich Hunger. Beim Nudelsüppchen (Raschelfutter, klar) schaute ich mir an, wie weit es noch ist. Knappe 100km, na die sollte ich jetzt auch noch schaffen. Das Navi wollte mich 55km vor dem Ziel von der Autobahn locken. Das kann nicht stimmen. Einstellungsmenü, nichts verändert, zurück in die Navigation – „bitte fahren Sie 35km geradeaus“. Tztztz… Selbst diese Ausfahrt war noch eine zu früh, ich musste noch ziemlich lange hoperige Landstraßen fahren. Hatte mich das Ding also doch wieder veräppelt. Ich kann mir die Ausfahrt aber auch einfach nicht merken. Egal, ich erreichte mein Ziel – etwa 1-2 Tage zu früh. Das kommt davon, wenn man sich für Dienstag oder Mittwoch anmeldet… Da mein „Privatparkplatz“ durch eine Sattelzugmaschine belegt war, stehe ich jetzt in der Bucht einer Bushaltestelle. Das ist ein seltsames Gefühl, dort dauerhaft zu parken. Aber der Bus fährt derzeit nicht und so behindere ich niemanden. Stören widerum scheinbar schon, aber das ist eben Dorfleben… 😉

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10 thoughts on “Offensen von Willy

  1. Der Vario wäre tatsächlich in der engeren Auswahl. 🙂 Aber der Saurer 6DM ist auch nicht zu verachten. Nur der Verbrauch von 45l/100km wär mir geringfügig zu viel. /o\

  2. Das haben die beiden sehr gut gemacht, Dich zum Willy Treffen zu ordern! 😀 Wir freuen uns, dass wir Dich kennen gelernt haben, es war echt schön, dass Du da warst!

    Ganz liebe Grüße, auch ins Happy Office! 🙂

    Sabine, Micha, Fenja und Herman

  3. Hallo,
    schön das ich wieder mal einen Rüdel sehe…
    1983 habe ich in einem gesessen und bin mitgefahren..
    Da auf einem Ford Fahrgestell…
    Ist dieser Rüdel wirklich auf einem MAN ?
    Und hast du noch mehr Infos zu diesem Fahrzeug (oder sogar Bilder) ?

    Gruß
    Ralf

  4. hey Petsi,
    Das man Dich auch immer zu Deinem Glück zwingen muss!!!!!!!!!
    oder stehst Du auf einen Körperlichen Verweis in Form einer Beule ?

    Grüße
    Bernd

    • Beulen stehen mir nicht! Aber der Zwang ist offensichtlich echt nötig. Leider nur oft nicht gleich erkennbar, welcher der ganzen Zwänge zu meinem Glück führen wird… 😉
      Viele Grüße und bis die Tage! 🙂

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