Tag 103

Knapp 15 Wochen lang bin ich jetzt schon in der Schweiz. Wenn ich an das letzte Jahr denke, wo ich schon viel früher auf dem Zahnfleisch gegangen war, macht mich das sehr froh. Heißt es doch auch, dass ich mich gesundheitlich wieder gefasst habe und wohl auch einigermaßen auf dem richtigen Weg bin. Inzwischen gehe ich auch wieder auf dem Zahnfleisch, doch immerhin halte ich noch durch. Das Ende ist in Sicht (Ende August ist das maximal Ausreizbare) und ich bin voller Hoffnung, vor Ablauf der Deadline hier weg zu kommen.

Heute ist der Nationalfeiertag zum 1. August, was wir mit einer Aufräumung in der Halle feierten. Christian spielte den Müllsortierer und ich machte auf der Werkbank und beim ganzen Werkzeug einigermaßen Klarschiff. Happy ist seit gestern durch die gelegentliche Böllerei ziemlich durch den Wind, beim Gassi gestern Abend lief er mehrmals wie apathisch sehr weit von mir weg. Deswegen brachen wir heute die Aufräumung nach relativ kurzer Zeit ab, ich wollte ihn nicht zu lange alleine lassen – und draußen wollte er nicht sein…

Der Knaus geht weiterhin gut voran. Das Bedienteil der Trumatic Heizungs- und Boilerkombination ist nach vorne verlegt, wo man es besser sieht. Die Rückfahrkamera hat einen Sender und ihre Stromversorgung ist umschaltbar zwischen Licht und Rückfahrscheinwerfern. Dafür nutzte ich den leeren Rahmen der Trumatic und frickelte einen Schalter da rein, das rechte Rücklicht habe ich angezapft und die seltsame Verkabelung da drinnen gleich in halbwegs sinnvolle Bahnen gelenkt. Die Verbindung der 230V Steckdosen links und rechts im Wagen steht, man kann jetzt also durch einfach Umstecken eines Steckers von Landstrom auf Wechselrichter umstecken und hat im ganzen Mobil Strom. Der Wechselrichter hat eine Fernbedienung, mit der er ein- und ausgeschaltet werden kann und über die man den Aktivitätszustand angezeigt bekommt. Der Batteriecomputer ist an den Messshunt angeschlossen und informiert über den Ladezustand der Bordakkus. Die DuoControl Gasflaschenumschaltung ist fertig montiert und bekam noch eine Fernanzeige sowie eine Frostschutzpatrone spendiert. Alle Bedienteile sind jetzt über der Eingangstür unter gebracht, nicht unbedingt elegant, aber nützlich.

Die Eingangstür hatten wir ausgebaut, das Holz drumherum mit Owatrol und SMX Polymer behandelt. Dann kam sie mit reichlich Dekalin wieder rein. Das sollte gut sein, nur unter der Trittstufe muss nochmal abgedichtet werden. Die Trittstufe montierten wir auch wieder, jetzt sieht das nicht mehr nach Baustelle aus. Drei flexible 90WP kamen auf das Dach. Wir klebten eine Dachdurchfühung über den linken Schrank und führten dort 10mm² Kabel rein und einigermaßen gut versteckt runter in die vordere Sitzbank. Dort kam der Solarladeregler auch hin und wurde über den Shunt an die Akkus angeschlossen. Über die originale Calira Stromverteilung angeschlossen sitzt jetzt noch ein Sicherungskasten daneben, der momentan nur eine 12V Dreifachsteckdose unter dem Tisch versorgt. Ziemlich viel Kabelei, aber so kann man über die originalen Hauptschalter alles außer dem Fraron Ladegerät und der Solaranlage von den Akkus trennen.

Die Schiebetür zwischen Fahrerhaus und Wohnraum ist auch so gut wie fertig. Ich bastelte noch Anschläge oben und unten, damit der „ZU“-Zustand genau definiert ist. Wichtig ist das für den abschließbaren Verschluss, wo ein Bolzen genau in eine Bohrung passen muss. Das klappt auch prima. Lediglich der Magnetschnäpper wollte sich nicht anbringen lassen, er hätte die Tür geschlossen halten sollen, wenn sie nicht abgeschlossen wird, also während der Fahrt zum Beispiel. Mal sehen ob wir da noch eine passende Lösung finden. Die Außenleuchte über der Eingangstür ist auf LED umgebaut und wieder montiert. Im Großen und Ganzen sind wir im Wohnraum durch. Außen fehlen noch ein paar Anbauteile und auf dem Dach Kabelkanäle, trotzdem sieht man Licht am Ende des Tunnels.

Jetzt fehlt es noch an einiger Arbeit für das Fahrzeug selber. Das Handbremsseil ist gammelig, die Bremsbacken sind abgenutzt, ein Radbremszylinder undicht. Keine große Sache, Teile sind bestellt. Jetzt müssen wir Motorraum und Armaturenbrett auseinander reißen, Kühler, Wärmetauscher und Starterbatterie warten…

Am Düdo war ich auch wieder (etwas halbherzig) dran. Das Rollo der vorderen Dachluke hat eine Nase der Seilfühung eingebüßt und funktioniert deswegen nicht mehr. Die Idee war, einen kleinen Winkel aus Alu Restmaterial zu basteln, die Durchführung lässt noch auf sich warten. An der Nasszelle habe ich geschnitzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sah zeitweise aus, als wenn Michel aus Lönneberga dort einen Tag lang eingesperrt gewesen wäre. Dafür stehen jetzt die Kanten der Duschwannenumrandung nicht mehr über die Siebdruckplatten hinaus. Die Tür bekam unten eine Traufkante aus einer großen und einer kleinen Dreieckleiste verpasst, an die Tür spritzendes Wasser läuft in die Duschwanne ab, nicht nach außen. Noch zwei Dreieckleisten fehlen in den Ecken, dann nur noch ein paar Überstände absägen und schon kann das Holz versiegelt werden. Ein Besuch bei IKEA brachte einen hundischen Haken für die Nasszellentür und zwei anschraubbare Becher als Duschgelhalter. Der gestrige Schnellschuss „ich lackiere mal eben die Hecktür“ brachte mehr Frust als Erfolg. Ich hätte das auch nicht gerade Abends machen sollen, wo das Wasser des Lacks so gut wie nicht verdunsten wollte. Immerhin sieht jetzt die Hecktür genauso beschissen aus wie die Schiebetür, passt also prima zusammen… 🙁

Am letzten Montag (unser Sonntag) war ich in Bad Säckingen und Murg gewesen, Wasser tanken und Toilettentanks leeren. Ich nutzte diesen Zwangsausflug gleich noch für einen Einkauf und eine schöne kleine Badegassirunde für Happy. War eine interessante Ecke…

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