814 Beschraubung 5

Heute ging es irgendwie nicht so richtig voran. Keine Ahnung warum. Ich hab mir zuerst ein Stück von der hintersten Siebdruckplatte abgesägt, das mir jetzt als Arbeitsplattform im Laderaum dient. Dann fing ich rechts mit der Arbeit am vordersten Querträger an.

Es sollte so viel wie möglich ab dem Längsrahmen stehen bleiben, gleichzeitig natürlich auch in gutem Zustand. Und ich musste auch am Tank vorbei daran arbeiten können. Maße spielten keine Rolle, ich nahm mir nur einen Anschlagwinkel und eine Reißnadel zur Hand, damit die Schnitte gerade verlaufen. Den Tank schützte ich mit der Lederschürze. Eine dünne Scheibe in die Flex und los. Etwas mulmig war es mir dabei ja schon zumute, aber mehr als ganz kaputt konnte ich den 814 ja nicht machen. Aber es passierte nichts, außer dass das abgesägte Stück raus fiel. Ich schöpfte neues Vertrauen. Das alte Stück legte ich auf das neue und markierte mir die Länge. Wieder Flex. Dann operierte ich den Winkel vom alten Rahmenstück ab. Anschließend schliff ich mit der Schruppscheibe die zukünftigen Schweißstellen schräg. Auf den alten Querrahmen legte ich eins der neuen Stücke und klemmte sie mit Gripzangen zusammen. Das neue Teilstück kam mit etwas Abstand und ebenfalls Gripzangen unter meine „Schablone“. Ich schraubte den Winkel an die Außenschiene des Koffers und fixierte ihn mit einer Schraubzwinge am neuen Teilstück. Dann die Schraube wieder los und das neue Teilstück mit dem angeklemmten Winkel wieder raus. Die beiden Teile schweißte ich jetzt zusammen – oder vielmehr wollte ich sie zusammenschweißen. Aber der Drahtvorschub des Schweißgerätes streikte. Na bravo, das kann ich ja gerade noch brauchen, ein kaputtes Schweißgerät. Ich zog den Stecker raus, rollte den Schweißapparat zu einer 400V Steckdose und schloss es dort an. Drehschalter auf den 400V Bereich, funktionierte der Drahtvorschub einwandfrei. Also wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz, Drehschalter wieder in den 230V Bereich – geht. Was sollte das jetzt? Egal, ich schweißte also die beiden Teile zusammen. Als alles wieder abgekühlt war, krimpte ich das Teilstück wieder an die Schablone und schraubte es außen fest. Nun heftete ich das neue Teilstück mit vier Schweißpunkten an seine zukünftige Stelle. Jetzt konnte die Schablone wieder ab und ich die Nähte ziehen. Ehrlich gesagt habe ich auch schon schöner geschweißt, aber halten wird das auf jeden Fall. Auf der Oberseite verschliff ich noch die Schweißnaht bündig, vorne ließ ich sie etwas stehen. Innen habe ich garnicht geschliffen, da stört ja auch nichts hervor stehendes.

Links das gleiche Spiel, nur dass ich dort wegen des Batteriehalters und den dahinter montierten Luftkesseln noch weniger Platz hatte. Zwischen Kofferrand und Tank konnte ich mich durchquetschen und dann da stehen und arbeiten, das klappt weder bei den Kesseln, noch bei den Akkus. Wird also ungemütlich werden. Noch dazu ist die linke Seite zwar nicht durchgerostet, aber dafür auf einem viel längeren Stück hauchdünn. So musste ich recht knapp neben dem Längsträger absägen. Ich hab das neue Teilstück zurechtgesägt, den Winkel vom alten Stück amputiert und gereinigt, sowie die späteren Schweißstellen angeschrägt. Dann war Feierabend. Ich hätte zwar noch eine Stunde arbeiten dürfen, aber mir war eine Duschung wesentlich wichtiger.

Ich hatte seit Tagen Dreck auf dem Kopf und heute durch die viele Stauberei noch viel mehr – geht garnicht! Und da das Duschen hier ein echtes Abenteuer darstellt, weil die Duschtasse keine Kabine hat und der Raum eigentlich ein Abstellraum ist, braucht das eben seine Zeit. So sehr hatte ich Haarewaschen schon lange nicht mehr genossen! Nach der Duschung fühlte ich mich wie neu geboren.

Am Auto haderte ich dann, ob ich heute noch einen Startversuch mit dem Düdo unternehmen sollte. Mein Wasser war leer, aber ich hatte mir mit einem kleinen Kanister 10l aus der Werkstatt mitgebracht. Entsorgen war auch nicht zwingend nötig, aber einkaufen wäre mal eine feine Sache. Aber wenn fahren, -also wenn der Düdo anspringen würde- dann gleich Komplettprogramm. Normalerweise habe ich ja keine Sorge, dass der Düdo nicht anspringen könnte. Aber ich hatte ihn an dem Tag, an dem ich die Halle beziehen konnte, ziemlich lange orgeln lassen müssen, weil es so kalt war. Das ist der Nachteil, wenn man keine Glühkerzen hat. Er sprang dann ja auch an, aber ich bin quasi nicht gefahren, nur auf den Hof, dort etwas laufen lassen während ich ausgeladen habe, dann parkte ich wieder. Keine Ahnung ob noch genug Saft in den Akkus war. Ich räumte hinten etwas auf, dann versuchte ich mein Glück. Kein Problem, startete wie immer. Also Schiebetür zu, Navi programmieren und los.

Hier in der Nähe gibt es auch ein Niendorf und dort ist ein ganzjährig nutzbarer Stellplatz mit Ver-/Entsorgungsstelle. Und was für eine! Wie ein großer Carport mit Bodenrinne. Daneben ein dicker gelber Schlauch mit dem Hinweis, dass es kein Trinkwasser sei. Die Bedienungsanleitung unter dem Carport wies immer auf den Münzeinwurf hin – ja wollen die mich verarschen? Wo soll ich die Münze denn einwerfen? In den Gulli? Ich leerte meine Toilettentanks in die Rinne, die freundlicherweise zwei runde Aussparungen besitzt, damit sich keine Papierhaufen auf dem Gitter bilden. Puh, welch Aroma! Schnell nachspülen, dafür ist ja wohl der gelbe Schlauch. Aber wie? Der besitzt keinen Hahn oder so, da kommt einfach nur der Stutzen aus einem Kasten und dort ist der Schlauch dran. Eine andere Camperin latschte mit ihren Hunden vorbei. Ich ließ ein „ganz schön abenteuerlich hier“ verlauten. Die Frau wies mich darauf hin, dass sie nicht wüsste, ob ich hier Wasser bekäme, der gelbe Schlauch jedenfalls würde nicht funktionieren. Na bravo, zum Glück bleibe ich nicht hier stehen. Bei diesem Gestank… 😉
Ich drehte mich wieder zum Carport hin um und da fiel mein Blick auf ein weiteres Schild. Da wurde vom Kassenautomaten am WC-Häuschen geschrieben – aha! Schlauch am Hahn anschließen, Hahn öffnen und dann Münze einwerfen gehen. Ja, hier ist es abenteuerlich. Entweder funktioniert alles beim Tanken – oder man ist so weit vom Wagen weg, dass man eh nichts unternehmen kann… 😀
Aber alles klappte prima. Ich bekam etwa 70 Liter Wasser für meine 50 Cent.

Jetzt wieder zurück. Ich war auf dem Weg an einem Aldi vorbei gekommen, da wollte ich hin. Aber irgendwie war ich wohl etwas anders gefahren. Ich tippte auf das Navi und wählte „In der Nähe – Einkaufen – Supermarkt“. Ein Netto war ausgeschrieben, na gut, dann den. Ich hätte den Laden sogar ohne Navi gefunden, denn er lag direkt an meiner Straße. Er entpuppte sich dann als Rewe-Aldi Einkaufskombination, keine Spur von Netto – mein Navi braucht echt mal ein Update…! Es war zwar nicht der Aldi vom Hinweg, aber ich nahm ihn trotzdem. Der Krieg kann kommen, ich bin versorgt. Happy und ich aßen noch auf dem Parkplatz parkend zu Abend. Mein Süppchen vom Mittag hatte keine Reserven mehr gelassen und ich richtig Kohldampf. Happy hat ja grundsätzlich immer Hunger. Dann aber ab nach Hause, ich war im Eimer und wollte noch den Tag bloggen…

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