Seesen

Regelrecht fluchtartig habe ich vorhin völlig verfrüht Maxdorf verlassen. Heute bin ich knapp 400 km gefahren, der Rest muss morgen. Rest? Wohin denn? In die Nähe von Pinneberg, also etwas nordwestlich von Hamburg. Und was kann es wohl sein, das mich die Hauptuntersuchung am Düdo aufschieben und entgegen meinen Gewohnheiten einen regelrechten Hochgeschwindigkeitsmarathon vollführen lässt…?

Jetzt stehe ich also in Seesen, da war ich vorher noch nie gewesen. Viel gesehen habe ich hier nicht und werde ich wohl auch morgen nicht. Es gibt hier einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz für etwa 10 Womos, aber da würde ich nur ohne Anhänger hinpassen – oder eben unter Beschlagnahme sämtlicher Stellplätze. Das wollte ich dann aber doch nicht und bin auf die Straße zurück gefahren. Dort gibt es extra lange Parkstreifen, von denen ich mir mal 11 Meter geliehen habe. Nicht ganz gerade, aber erträglich schief. Parallel zur Straße fließt rauschend ein Bach und dahinter ist ein Wald (jedenfalls Bäume 😉 ). Der Stellplatz bietet eine kostenlose Entsorgung und auch frisches Wasser. Kleinmengen gibt es gratis, für 100 Liter Großmenge zahlt man 1 Euro. An der Station hängt auch eine Kasse für freiwillige Spenden.

Nein, aus touristischen Gründen bin ich nicht hier gelandet. Ein LKW ist schuld. Angeblich in Bestzustand und mit neuen Reifen bestückt. 6 Liter Hubraum verteilt auf 6 Zylinder, knapp 7m Koffer, Ladebordwand und sonst kaum Technik. Ein Mercedes 814 ist das Objekt der Begierden. Eigentlich war er seit gestern schon verkauft, zumindest zugesagt. Aber der Käufer kam heute nicht mit Geld, weswegen ich wieder die Chance bekam. Wenn ich allerdings nicht morgen zur Besichtigung komme, liegt der Fall wieder anders und jeder kann zuschnappen. Man man man, hoffentlich ist das Ding was und ich mache diese Tortur nicht umsonst. Ich bin gespannt, der Verkäufer lobt den Wagen jedenfalls in den Himmel.

Seit heute bin ich auch stolzer Besitzer eines Streicheltelefons, also diesen flachen Dingern ohne Tasten drauf, die man immer betatschen muss, damit sie irgendein Lebenszeichen äußern. So war der Vormittag für die Einrichtung dieses quietschgelben Wiko Sunset drauf gegangen. Sehr ungewohnt, sehr gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem toll. Was das Ding alles kann! Ich bin bisher echt begeistert. Klar, ich werde noch eine ganze Weile brauchen, bis ich alles für mich passend habe – und bis ich die ganzen Funktionen gefunden und ausprobiert habe. Aber sowas macht mir Spaß. 🙂

Danach haben wir die PBR aus dem Keller hoch gebracht und sie und das neue Fahrrad zum Dreirad in den Anhänger gepackt. Anschließend gab es noch eine Dusche für mich und ein Brot als Mittagessen. Ich wollte noch Wasser tanken, aber es waren noch bestimmt 50 Liter im Tank. Ich muss ja nicht mehr als nötig über die berge schleppen, war dann der Gedanke. Aber Diesel ging ich noch tanken, das war nämlich sehr nötig. Als ich in Seesen ankam, fuhr ich gleich an einer Tanke vorbei. Kurzentschlossen füllte ich gleich wieder nach, dann muss ich morgen nicht.

So, nur kurz der aktuelle Überblick, ich muss von der Fahrerei runter kommen, also gibt es jetzt wohl noch ein Filmchen zum Entspannen.

5 Gedanken zu „Seesen

    • Moin Detlef! Ja, ich hatte wohl Glück, der neue LKW sieht richtig gut aus und fährt sich auch so. Grüße aus der Ecke Hamburg nach Berlin! 🙂

    • Ach so, ja, das Layout war ein regelrechter Zufallstreffer, gefällt mir aber bis auf nachzubessernde Kleinigkeiten auch super. Die Beschriftung hier und da muss noch Deutsch werden, dann darf es bleiben wie es ist.

  1. Hallo Petsi,

    war da nicht schonmal sowas.
    Hochgelobter Schrott. ( Verkaufswagen )

    Ich hoffe für Dich das Angebot und Preis passen.

    Hast Du schonmal für eine erste Besichtigung an einer Anreise mit dem Fernbus gedacht ?
    Ist auf langen Strecken bestimmt billiger als mit dem DÜDO

    Gruß Helmut W

    • Moin Helmut! Der Verkaufswagen war nicht mal gelobt worden, ich hatte mir den ohne fremdes Zutun schön geredet. Aber der jetzige Wagen ist echt toll.
      Fernbus und Bahn hatte ich beides ins Auge gefasst, aber da der Anhängerinhalt eh nach Meldorf sollte und Meldorf von hier aus (im Verhältnis) nur noch ein Katzensprung ist, luden wir kurzerhand noch ein paar sperrige Sachen in den Anhänger und schon hatte sich die Fahrt gelohnt. Okay, mein Rücken sieht das derzeit noch etwas anders, aber der erholt sich auch wieder… 😉

      Angebot und Preis passten recht gut zueinander, jedenfalls fühlt sich das momentan noch danach an. Trotzdem ist es rein von der Anschaffung her das teuerste Auto meiner langen Autolaufbahn… 🙂

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