Fahrtwind und Freiheit 2014

Gut, mit Fahrtwind sieht es bei mir ja meistens nicht so üppig aus, je nach Strecke und Steigung ist der Rückenwind oft sogar schneller. Und dazu braucht man nicht mal die Schweiz, sondern es reicht auch so eine Steigung wie auf der A8 bei Karlsbad. Danach bin ich schweißgebadet und brauche eine Dusche. Okay, vielleicht war auch die Hitze da draußen sehr stark daran beteiligt… 😉

Ich fuhr am Mittwoch wie geplant bei Andreas und Claudia weg und zuerst auf den nahe gelegenen Reisemobil-Stellplatz, um mein Klo zu leeren. Das Wassertanken sparte ich mir auf, es waren noch etwa 100 Liter vorrätig, die würden für die folgenden Tage reichen. Auf dem von mir angesteuerten „Fahrtwind und Freiheit“-Treffen würde man notfalls garantiert auch Wasser bekommen können.

Weiter ging es in den Nachbarort zu Edeka. Diesen Laden kannte ich noch von meinem letzten Aufenthalt hier in der Ecke, ich war diverse Male zu Fuß und mit dem alten Dreirad dort gewesen. Mit dem Düdo einkaufen fahren ist viel bequemer, man hat keine Platznot und muss sich nicht besonders anstrengen. Okay, die 3 Stufen mehrmals hoch und runter und ein paar Kniebeugen um die Sachen in Kühl- und Schränken unter zu bringen, eine lösbare Aufgabe. So, nun sollte es aber losgehen. Ich sagte meinem Navi, dass es mich nach Epfendorf lotsen sollte. Abfahrt!

Meinen ursprünglichen Plan, Landstraßen zu nutzen, legte ich schon nach nur 3 Kurven auf Eis. Das hat keinen Zweck! Die schwere Fuhre dauernd zu beschleunigen und dann wieder vor der nächsten Kurve abzubremsen, bringt mir keine Zeitersparnis und viel mehr Stress und Mühen. Also das falsche Konzept. Dann doch lieber auf die Autobahn und 70 km Umweg fahren, dafür wesentlich entspannter ankommen.

Die Fahrt war auch sehr unspektakulär. An Steigungen fiel die Fuhre auf bis zu 30 km/h ab, trotzdem musste ich im Verlauf glatt zwei Lastzüge aus Rumänien überholen, weil die doch tatsächlich noch langsamer als ich unterwegs waren. Ich hatte es zwar nicht eilig, aber die bremsten mich an jeder Steigung aus, was nach einigen Kilometern sehr nervte. Wenn die Kuppe fast erreicht war, war meine Gelegenheit gekommen. Deren Brummis kamen einfach nicht mehr in die Gänge, wo der Düdo schon wieder eine Talfahrt witterte und sich anstrengte, die schnell zu erreichen. Hihihi, ich stellte fest dass ich den Vorgang des Überholens schon lange nicht mehr ausgeführt hatte. Aber verlernt auch nicht. 🙂

Die Anfahrt zum Treffen war etwas schwierig. Es standen zwar kleine Schilder als Wegweiser herum, aber die Adresse kannte ich nicht. Schild übersehen, Pech gehabt. Ich musste zweimal durch eine Baustelle, die für Kfz über 3,5t und für Fahrzeuge über 2,20 Metern Breite gesperrt war. Ich liebe in solchen Momenten den schmalen Düdo, er darf da zwar nicht hin, aber er fährt sich auch nicht fest. 😉 Ich musste feststellen, dass bei der letzten Abbiegung kein Schild stand, ich es somit auch nicht übersehen hatte. Der Sportplatz war ausgeschildert, da klingelte es bei mir und schon war ich wieder auf dem richtigen Weg. Anmeldung, bei meinen Leuten parken, Urlaub.

Vier Übernachtungen waren geplant, also 5 Tage Bustreffen, Musik, Lagerfeuer und chillen. Sehr schön organisiert und ausgeführt, das kann ich nicht anders sagen. Der Platz war ordentlich und sinnvoll in verschiedene Bereiche eingeteilt worden, diverse Aufbauten für verschiedenste Zwecke waren gebaut, da steckt echt viel Arbeit drin. Ich hatte zwar eigentlich das falsche Fabrikat an Bus mitgebracht, aber die Organisatoren und anderen VW-Bus Fahrer sind da eher entspannt. Lediglich meine Wäschewaschaktion wurde aus einer Besucherecke mit Kommentaren wie „Wenn einer schon eine Waschmaschine auf ein Treffen mitbringt, da muss man sich schon fragen…“ diskutiert. Aber natürlich nicht mit mir. Meine Freiheit hört jedenfalls weder beim Wäsche waschen, noch am Sonntag bei der Heimfahrt auf… 😛

Viel Spaß hatten wir, so viel ist sicher. Auf einem Besichtigungsrundgang setzte sich ein blauer Falter plötzlich auf meine Brille. Ich verscheuchte ihn freundlich, weil ich ohne diese Sehschärfenprothese nicht gerade gut sehe. Er machte einen Bogen und setzte sich auf mein Ohr, flatterte wieder los und setzte sich auf meinen Kopf. Dann wieder auf die Brille. Ich überredete ihn, sich auf meinen Finger zu setzen. Egal wie ich den Finger auch drehte und wendete, der Falter fühlte sich extrem wohl. Irgendwann verließ er mich und testete andere Personen unserer Gruppe an. Eine saulustige Aktion! Wir trugen den Falter gezwungenermaßen über den ganzen Platz und bis zu unserem Lager, wo er uns schließlich verließ.

Als das Treffen sich seinem Ende näherte, hatte ich Fahrverbot. Ich sollte wirklich langsam mal die Wohnmobilzulassung angehen. Bis 22 Uhr müsste ich hier stehen bleiben, danach würde ich aber kaum noch fahren wollen. So fragte ich nach einer großen Runde mit Happy an, ob ich noch eine Nacht bleiben dürfte. Ja, kein Problem. Super! So bekam ich diverse Abbauarbeiten mit, andere auch nicht.

In der Nacht regnete es. Mehrmals wachte ich schweißgebadet auf und öffnete die Fenster und Luken, um sie direkt nach dem wieder ins Bett kriechen wegen erneut einsetzenden Regens wieder schließen zu müssen. Am nächsten Morgen war die Wiese klatschnass. Alle 10 Räder waren leicht eingesunken, na bravo. Ich drehte noch eine kurze Runde mit Happy und verabschiedete mich von den angetroffenen Leuten. Ich wurde mit einem „Notfalls haben wir einen Traktor da…“ aufgemuntert. Motor an, Navi programmiert und los ging die Fahrt. Es fühlte sich etwas an, als wenn ich die Unterlegkeile zu entfernen vergessen hätte, aber ich besitze ja keine. Als der Düdo aber die Räder aus den Kuhlen gezogen hatte, fuhr er einfach los als wäre nichts gewesen. Prima.

Die Fahrt in die Pfalz brachte außer einem Tank voll Diesel bei Pforzheim keine Neuerungen. Völlig unspektakulär und fast staufrei, so soll das sein. Bei Peter vor der Haustür war auch ein schön langer Parkplatz frei, da fühlt man sich doch gleich willkommen. Eine SD Speicherkarte lag schon für mich bereit und ein Abholschein für meine AMUMOT PC-Lüfter Klimaanlage. Also gleich zur Post und die Lüfter abgeholt. Zwei Scheiben Brot später saß ich am Basteltisch der Kinder und malte die Sägelinien auf. Beim Sägen half mir Peter, von dem dünnen Holzbrettchen blieb irgendwie nur noch ein filigraner Rahmen übrig. Seltsam, wusste ich ja eigentlich vorher, aber in natura sah das dann doch eher nach Laubsägearbeiten aus…

An die Dachluken kam zwei Kunststoffwinkel, die Peter aus seinem Keller gezaubert hatte. Dummerweise hatte ich beim Bohren genau die Befestigungsschrauben des Dachrahmens getroffen, was mir auch erst auffiel, als die Schraube die andere Schraube ankratzte. Mist! Also nochmal 4 Löcher, weiter innen und ohne mit anderen Schrauben ins Gehege zu kommen. Dummerweise hatte ich die Winkel in meinem Konzept nicht berücksichtigt gehabt, also war der Rahmen nun etwas zu breit. Schlau wie ich war, hatte ich natürlich die Lüfter schon fest in den Rahmen geklebt…

Für diese Nacht war also Feierabend. Die Hauptstraße hier ist extrem laut, wie ich am nächsten Morgen unsanft feststellen musste. Gegen 4 Uhr ging es los, die ersten Schichtler hetzten vereinzelt los. Gegen 5 dann richtig Verkehr. Oha! Fenster zu, umdrehen, weiter schlafen. Um 8 Uhr ging mein Handy los. Die Nummer kannte ich nicht. Lautlos drücken und weiter schlafen. Um 10 Uhr war ich dann ausgeruht und stand auf. Der Tatendrang für die Dachluke hat sich noch nicht eingefunden, aber immerhin der für den Blog. Der Anrufer hat sich auch nochmal gemeldet, wollte einen MW Cityboy haben oder Teile oder eine Reparatur, ich hab sein gebrochenes Deutsch nicht so recht verstanden. Er meine Webseiten vermutlich auch nicht… 😉

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