Erste Etappe absolviert

So, Bruchhausen hat mich wieder, zumindest für eine Nacht. Ich hatte mein Glück wieder im Industriegebiet versucht, aber der einzige Parkplatz dort ist mir unsympathisch geworden, nachdem dort bei meinem letzten Stopp eine Großfamilie neben meinen Anhänger gekackt hatte. Dies wurde mir aber erst bewusst, als ich vor dem Parkplatz stand. Also fuhr ich weiter nach Bruchhausen. Mit dem Anhänger passe ich nur quer in die Parkflächen. Mal sehen was ich mache…

Auf dem Campingplatz hatte ich zuerst noch mit Christian an seiner Elektrik gebastelt, wie gestern auch, nur dieses Mal mit teilweise weniger Spannung. Gestern war es 230V und 12V, heute nur noch 12V, wenn auch im Fall der Fälle mehr Strom hätte fließen können. Eigentlich müsste man jetzt neue Schaltpläne für den Wohnwagen zeichnen, aber ich denke dass Christians idiotensichere Beschriftung direkt am Objekt auch funktionieren wird.

Ich füllte noch meinen Wassertank auf, leerte das Klo nochmal und ging ein letztes Mal gepflegt und ausgiebig duschen. Der Düdo trennte sich problemlos von seinem Standplatz, ohne sich auf der völlig durchweichten Wiese festzusetzen und ohne diesen Matsch gänzlich umzupflügen. Ein paar Profilrillen nahmen sich Souvenirs vom Campingplatz mit, in Grün und Braun. Ich verzichtete darauf, mir reichen ein paar Texte und Bilder zum später nochmal schmökern.

Ich hatte gerade die Landstraße erreicht, da sang mein Handy los. Christian hatte meine Flex in seinem Vorzelt gefunden. Na super, also umdrehen. Beim Wendemanöver auf der engen Zufahrt rammte ich dem Boden meinen Anhängerkupplungsbock ordentlich in die Böschung. Hörte sich aber schlimmer an als es war, schließlich schob der Düdo ja nur mit 5t leicht gebremster Masse. Am Bock war nichts passiert und der Boden war an einer Stelle leicht aufgepflügt. Wendemanöver somit als erfolgreich zu notieren. Flexübergabe und Abmarsch über die andere Seite des Hügels, nochmal wollte ich nicht wenden.

Ich fuhr zur Halle und kuppelte den Anhänger an. Zum Glück war ich duschen gewesen, das stimmt die Bremsen milde. Hätte ich gestunken, hätten sie mich aufgefressen. Selbst geduscht kamen sie an und setzten sich auf mein T-Shirt und alle nackten Körperteile (zum Glück nur Arme, Beine und Kopf! 😉 ). Eine hat mich durch das Shirt in den Rücken gebissen, das waren aber die Schäden meinerseits schon. Ein paar Bremsen habe ich zu ihrem Schöpfer geschickt, wer auch immer das sein mag! Das Liegerad kam endlich aus der Fahrerkabine raus und in den Anhänger zurück. Endlich wieder freie Sicht durch die Spiegel und ein Schalten ohne „Rückhand“. Los geht’s! Auf nach Deutschland, bevor hier das Fahrverbot eine Abreise vereitelt.

Nadelöhr Basel. Es ist ein Drama dort, aber zum Glück ein Problem der Schweizer. Meistens zumindest. Dieses Mal war es auch nochmal meines. Egal, irgendwann sah ich das Luftpolsterfolie-Stadion von Basel. Halb gegart war ich trotzdem froh. Die Mühen hatten sich gelohnt. Aber NOCH war ich nicht wieder zurück in Deutschland…

Der Zollbeamte unterhielt sich zunächst mit dem Polen zwei Autos vor mir, vermutlich über dessen ziemlich neues Auto und ob er wohl passende Papiere dafür besitzen würde. -UPS!- War natürlich alles in Ordnung. Okay, kontrolliert hat er es nicht. Den Wagen vor mir winkte er grüßzügig durch, ein italienischer Schmuggler. Mich hielt er an. Klar. Ein 30 Jahre alter LKW mit 25 Jahre altem Anhänger auf der PKW-Spur, seltsamer Typ am Steuer, DER schmuggelt bestimmt! Aber der Zöllner war nett. Fragte mich, was ich in dem Anhänger mitführen würde. Erst sagte ich völlig perplex „nix“. Nicht meine beste Antwort. Wer zieht schon so einen Koffer mit „nix“ drin hinter seiner lahmen Krücke her…? Ich hatte ja auch eher gemeint „Nix was zu verzollen wäre…“, bzw. „Nix was dich etwas anginge!“… 😉 Ich sagte dem guten Mann, dass da „mein Kram“ drin sei, dass ich im Wagen leben würde und eben so meine Besitztümer mit mir herumschleppen würde. Aber der Mann war gut geschult. „Was arbeiten Sie denn?“ – „Nix! Ich hab eine Wohnung vermietet.“ – „Und im Anhänger ist WAS?“ – „Mein Werkzeug, damit ich mir selber helfen kann. – Ach ja, und ein Liegerrad.“ – „Das würde ich mir gerne mal ansehen, fahren sie da vorne mal links ran!“ Aber klar doch. Anhänger aufgeschlossen und nach der Besichtigung war der Mann zufrieden. Nur altes Gelumpe.

Ich war auch zufrieden und fuhr an den Rastplatz Basel-Weil. Zuerst etwas futtern, meine Fresse, hatte ich einen Kohldampf. Ich baute mir einen meiner Spezial-Salate zusammen, von denen man nicht abnimmt, die aber die Wampe pflegen und füllen. Danach an die Tanke und reichlich flüssiges Gold in den Tank laufen lassen. Der Düdo fuhr schon die ganze zeit nur mit heißer Luft, so war ARAL gerade mal gut genug. Man muss ja auch die Luft für die nächste Trockenfahrt wieder Auffüllen. 😉

Ansonsten war die Fahrt nach Bruchhausen relativ unspektakulär, wenn man von den vielen LKW-Verbot-Schildern rund um Malsch mal absieht. Interessiert hatten sie mich jedenfalls nicht mehr, nachdem meine Navi-Tussi mir erst sagte, dass ich rechts abbiegen sollte und mich danach ständig zum Umdrehen überreden wollte. Die doofe Kuh, mit verlaub. Aber okay, ich war ja irgendwann angekommen und stehe prima. Das Ordnungsamt arbeitet bestimmt erst ab 8 Uhr, so lange ist alles gut.

Bilder gibt es keine, Ihr müsst so klarkommen.

6 Gedanken zu „Erste Etappe absolviert

    • Naja, hat sich schon wieder zerschlagen das „nach Hause“. Ich hab gerade erfahren dass ich wieder in die Schweiz zurück muss, Christian ist gestern der Citroen verreckt und wir müssen den schon wieder flicken… 🙄

      Mann, was ein Kack, jetzt bin ich schon so weit gefahren… 😡

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