Lange ist’s her…

Seit gestern Nachmittag geht das Internet hier auf dem Platz wieder. Jetzt gibt es natürlich ziemlich viel zu schreiben, aber ich möchte das schöne Wetter auch nicht vor dem Computer ausklingen lassen, sondern viel lieber auf einem der nahegelegenen Aussichtspunkte hier, von wo aus man richtig schöne Sonnenuntergänge beobachten kann… 🙂

Fangen wir bei Christians Fahr-Eisen an. Der Citroen C15 (das kleinste Wohnmobil der Schweiz) war ein Sorgenkind. Wir hatten zuerst ja versucht, die äußere Achswellenmanschette selber zu erneuern. Dieser Plan ging aber nicht auf, weil man in Frankreich auf zerlegbare äußere Gelenke verzichtet, wir somit die Manschette auch nicht montiert bekamen. Unser Weg führte uns zum Citroen-Händler, der uns auch überaus freundlich einen Termin Mitte Juni anbot. Oha, Termin vor dem technischen Aufsichtskomitee war aber schon am 20. Mai, ohne die Manschette bräuchten wir da garnicht aufzutauchen. Eine freie Werkstatt, Midas, kreuzte unseren Weg (also nicht umgekehrt, nein!) und wir versuchten unser Glück. Wir bekamen auch einen Termin am 13. Mai und die Manschette wurde erneuert, das war der Grund für unsere Weltreise gewesen, so weit alles bekannt.

Dummerweise stellten wir am Freitag fest, dass die neue Manschette ein kleines Loch hat und somit erneuert werden muss. Gleich anrufen und bestelltermaßen wieder hin zu Midas nach Frankreich. Man ließ uns eine Stunde verbummeln (wir machten eine Bahn-Entdeckungstour mit Happygassi), als wir zurückkamen war nichts gemacht. Keine Zeit gehabt. Aha. Jetzt aber. Hebebühne rauf, Loch sehen. Unsere Reklamation wollte man nun als neuen Schaden durch einen Stein deklarieren, klar, dann wäre das ein neuer Auftrag und Christian dürfte die Reparatur wieder bezahlen. Naja, darüber können wir ja nochmal diskutieren, wichtig ist die Manschette. Am Montag sollten wir wieder kommen. Dienstag ist TÜV Termin, das wird aber echt eng…! Christian handelte etwas mit denen herum (ich verstehe ja nicht wirklich etwas von dem, was die da verkauderwelschen), dann sollten wir am nächsten Tag morgens kommen.

Wir wurden nicht gegrüßt, als wir am Samstag auf den Hof fuhren. Macht nix, wir hatten schon beschlossen, dass wir dieses Mal nicht spazieren gehen, sondern dabei bleiben. Na gut, die Planung war okay, aber ich hatte es so früh nicht rechtzeitig aus dem Bett geschafft, um noch mit Happy Gassi gehen zu können. Ich verabschiedete mich zur Bahn und holte das nach. Als ich zurück kam, kämpfte der Mechaniker gerade mit dem Führungsgelenk am Achsschenkel. Die Werkstatt war zu klein für uns alle, also setze ich mich draußen auf ein Mäuerchen, von wo aus ich das Geschehen teilweise sehen konnte. Als das Gelenk aufgegeben hatte, ging alles Weitere recht fix. Aber statt das Auto wieder auf die Räder zu stellen, ging der Mechaniker nach draußen und kümmerte sich um ein anderes Fahrzeug. Später stellte sich heraus, dass das keine Schikane war, sondern er einfach nur ein schlechtes Augenmaß hatte. Der Platz zwischen der anderen Hebebühne und dem Motorroller war nämlich völlig ausreichend zum rausfahren. Man wünschte uns eine gute Fahrt und gut war’s. Aha, geht also doch. Hoffentlich hält die Manschette dieses Mal wenigstens bis nach dem TÜV… 😉

So weit schien jetzt alles gut zu sein, wir hatten uns um eine Abgasuntersuchung gekümmert, den Schweller rechts geschweißt, diverse Glühlampen erneuert, die Gelenkwelle neu manschettieren lassen, die Stoßstangenecke befestigt, den Tankeinfüllstutzen freigelegt und komplett neu eingedichtet, das Auto im Motorraum, außen und unten gereinigt und innen ausgesaugt, ein neues Schweibenwischerblatt war montiert und ein Wunderbaum vertrömte das Aroma „Chemieapfel“. Um die Tankabdichtaktion und die neue Antriebswellenmanschette zu kontrollieren, fuhren wir auf die Hebebühne in der Halle. Achsmanschette gut, Tank gut, prima! Doch dann entdeckte Christian im vorderen linken Radkasten eine Durchrostung am Falz des Innenkotflügels. Hatten wir vorher durch den Dreck nicht gesehen. Natürlich auch so eine Stelle, wo man mit dem Werkzeug nur ganz mies beikommt. Jetzt war guter Rat teuer. Kotflügel abbauen und schweißen oder ungeschweißt hinfahren und warten was er alles bemängeln würde. Wir entschieden uns für die Hauruckvariante. Rostloch frei bauen, raussägen, neue Bleche einschweißen, grundieren und alles wieder zusammenbauen. Ging auch recht gut. Der nächste Morgen würde uns schon zeigen was es noch zu tun geben würde.

Ich hatte gestern in einem Chat zum Besten gegeben, wie der Termin bei der MFK, dem vielgefürchteten schweizer TÜV, in etwa ausgesehen hat:

[22.05.2014 19:49:59] tüv in der schweiz ist ja mal echt ein erlebnis
[22.05.2014 19:51:41] das aufregendse dran war die angst, was jetzt wohl passieren würde
[22.05.2014 19:52:11] hatten am vornachmittag noch etwas schweißen müssen, was wir vorher nicht gesehen hatten
[22.05.2014 19:52:25] also kotflügel runter gebaut und geschweißt
[22.05.2014 19:52:36] dann beim tüv das große zittern
[22.05.2014 19:52:43] was würde er alles beanstanden
[22.05.2014 19:53:17] was würde er zu meinem geschweißten sagen
[22.05.2014 19:53:43] und zu dem anderen geschweißten, das wir schon diletantisch zugeschmiert hatten (okay, ICH)
[22.05.2014 19:54:05] dann waren wir 1 stunde zu früh, schickte er uns kaffee trinken
[22.05.2014 19:54:11] 11 uhr war termin
[22.05.2014 19:54:27] punkt 11 uhr winkte er uns in die prüfhalle
[22.05.2014 19:55:31] alles ganz strenger zeitplan, japp
[22.05.2014 19:55:54] naja, er bekam dann die haube nicht auf, weil der fanghaken irgendwie verbogen oder verstellt ist
[22.05.2014 19:56:06] ich hab ihm die haube dann geöffnet
[22.05.2014 19:56:29] er meinte, dass man da eigentlich nur am hebel drücken müsste und die aufgehen sollte
[22.05.2014 19:56:31] naja
[22.05.2014 19:57:03] dann wackelt der erst mal an den scheinwerfern, die natürlich auch wackeln wie ein lämmerschwanz
[22.05.2014 19:57:59] dann holt er einen kleinen schraubendreher und stochert rechts im innenkotflügel, wo alles schön rostig ist
[22.05.2014 19:58:23] kommt aber nirgendwo durch, hatten wir schon abgetastet gehabt 😀
[22.05.2014 19:58:58] den anderen innenkotflügel hatten wir geschweißt und nicht zugeschmiert, damit er sehen konnte was wie gemacht wurde
[22.05.2014 19:59:10] war für ihn auch okay, er hat dort nicht gestochert
[22.05.2014 19:59:37] lichter durchgeschaut, hatte ich den linken seitenblinker nach dem schweißen vergessen wieder anzuschließen
[22.05.2014 19:59:39] mist
[22.05.2014 20:00:04] sonst licht funktionstüchtig, rechter scheinwerfer minimal zu hoch eingestellt
[22.05.2014 20:00:17] dann auf die hebebühne
[22.05.2014 20:00:37] hat die schweller abgeklopft, kein kommentar zu meiner flickstelle am rechten schweller
[22.05.2014 20:01:03] bremse treten, lenkrad festhalten, folterbank
[22.05.2014 20:01:15] scheinbar alles zu seiner zufriedenheit
[22.05.2014 20:01:34] dann am überall angerosteten unterboden mit dem kleinen schraubenzieher
[22.05.2014 20:02:07] hier gestochert, da gepopelt, immer mal wieder etwas genauer geschaut
[22.05.2014 20:02:21] aufpuff geklopft und gewackelt
[22.05.2014 20:02:38] ich denke, meine fresse, die sind ja mal sowas von genau!
[22.05.2014 20:03:51] stoßstangenecke hinten rechts hatte er auf dem kieker, da war ja mal ein kleiner rempler drauf gekommen
[22.05.2014 20:04:04] die hatten wir aber schön befestigt 😀
[22.05.2014 20:04:40] jo, dann hebebühne runter, greift so an den (neuen!) scheibenwischer
[22.05.2014 20:05:09] dann kam eine runde über den bremsenprüfstand und um die halle herum
[22.05.2014 20:05:27] anschließend kam er ohne auto zurück
[22.05.2014 20:05:38] hatte es am pfeiler festgekettet
[22.05.2014 20:07:31] er sagte uns, dass wir mit diesem fahrzeug nicht mehr fahren dürften
[22.05.2014 20:08:46] alles verpfuscht und kaputt, noch dazu wäre der wagen über 10 jahre alt, was nach schweizer recht an sich schon ordnungswidrig wäre
[22.05.2014 20:09:06] MUAHAHAHAHA
[22.05.2014 20:09:18] nein, quatsch
[22.05.2014 20:09:24] er kam ohne auto zurück
[22.05.2014 20:10:03] wir hatten als geringe mängel den scheinwerfer einzustellen, dass die wackeln war nicht schlimm, einfach weil die so kacke aus dem werk gekommen waren
[22.05.2014 20:10:38] den seitenblinker sollten wir reparieren (wobei mir sofort einfiel, dass da nur der stecker ab war)
[22.05.2014 20:10:55] das wischerblatt erneuern (???)
[22.05.2014 20:11:16] und die abgasuntersuchung in die papiere eintragen lassen
[22.05.2014 20:11:25] ansonsten alles prima
[22.05.2014 20:11:36] „guter zustand“ sagte er noch über den wagen
[22.05.2014 20:11:42] ROFL
[22.05.2014 20:12:13] und wir dachten schon, was da für eine gewaltige hürde auf uns zukommen würde 😀
[22.05.2014 20:12:43] also waren wir nach 25 minuten wieder auf dem heimweg
[22.05.2014 20:13:15] bekamen die papiere nicht zurück, hatten 30 tage zeit zur behebung der mängel
[22.05.2014 20:13:26] nach 1 tag hatten wir alle mängel beseitigt
[22.05.2014 20:13:40] nur den neuen wischer haben wir nicht durch einen noch neueren ersetzt… 😉

So, der Citroen also fahrbereit und wieder legalisiert. Bei mir sollte es auch am Düdo etwas weiter gehen. Ich muss ihn diesen Herbst umschreiben lassen auf Wohnmobil, bis dahin sollte noch die eine oder andere Veränderung stattgefunden haben. Klappen, Zwischenböden, hier und da etwas Isolierung, Schranktüren und auch eine Klotür, das wäre so der Plan. Auch in der Küche fehlt noch die eine oder andere Verkleidung und etwas Licht. Also Hornbach und ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Anschließend neben diversen kleinen Aufräumarbeiten mit der Lichtleiste angefangen.

Weiterhin habe ich eine weitere Anschaffung getätigt. Mir war meine Kamera ja durch den Staub auf dem Sensor schon länger auf den Senkel gegangen. Das soll natürlich auch kein Vorwurf sein, es war (und wäre nach der Reinigung des Sensors und der Optik) eine sehr gute Kamera. Sie hat es auf mittlerweile über 150000 Bilder und Videos gebracht, insofern hat sie ihre Anschaffungskosten wohl auch wieder eingebracht. Eine neue sollte her. Mit Panasonic war ich zufrieden, aber verheiratet bin ich mit denen auch nicht. Die nächste Kamera sollte etwas robuster sein. Outdoor oder so. Eben dass es sowas wie Staub auf dem Sensor nicht geben können sollte. Auch gegen Regen sollte sie immun sein, schließlich kann man ja auch mal in ein Unwetter kommen. Einige Testberichte gelesen, lange hin und her abgewägt, fiel meine Wahl dann auf die Panasonic FT-5.

Obwohl die Bedienelemente nahezu identisch angeordnet sind, ist es doch eine ganz schöne Umgewöhnung. Allein schon die Optik oben in der Ecke ist für meine Finger eine ideale Gelegenheit für ein Selfie. Naja, kann man ihnen ja auch nicht verübeln, wann hat so ein Finger auch schon die Gelegenheit dazu, sich selbst anzulichten. Auf jeden Fall habe ich Spaß daran, die Funktionen der neuen Knipse zu ergründen.

Bin mal gespannt wie das mit dem WLAN hier weiter geht. Wir haben manchmal tagelang Ausfall. WLAN ist dann da, aber kein Internet. Und mit dem Surfstick kostet das Roaming ein Vermögen, fällt also aus. Mist! Ich kann zwar ohne Internet (über)leben, aber es kommt dabei zu zeitweise starken Nebenwirkungen… 😉

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