Mörshausen unsicher gemacht

Ein schöner Flecken Deutschlands, so viel kann und muss ich jetzt doch mal sagen. Von der Autobahn aus würde man das nicht vermuten, wenn an der A7 Melsungen ausgeschildert steht. Fährt man aber nur 2 kleine Orte weiter nach Mörshausen, sieht das völlig anders aus.

Ich habe heute eine zu 100% erfolglose Geocaching-Tour gemacht und war rund 4 Stunden draußen unterwegs. Reichlich Sonne getankt und Happy hatte auch seinen Spaß. Ich erlebte mit Mörshausen (Spangenberg) einen nur 420 Einwohner zählenden Ort, in dem man sich aber echt für seinen Ort zu interessieren scheint. Reichlich gut begeh- und beradfahrbare Wege in einer traumhaften Gegend. In Mörshausen war auch mal ein Haltepunkt der Kanonenbahn (preußische militärische Eisenbahnstrecke Berlin-Metz), der auch heute noch ausgeschildert ist und wo heute der Osterfeuerplatz ist. Ein kleiner Teil der ehemaligen Bahntrasse ist, natürlich schienenlos und gut begehbar, ein Lehrpfad. Oder war das andere Ende des Lehrpfades der Haltepunkt gewesen? Würde eher passen, dort steht noch ein kleines Bahnhäuschen als Gartenhaus herum… 😀

Ich dachte zunächst, dass bei dem Lehrpfad auf die Geschichte der namensgebenden Kanonenbahn eingegangen würde, aber der Kanonenbahnlehrpfad Mörshausen ist eher ein Naturlehrpfad. Eingeweiht wurde er 2014, schon 2013 wurden dort verschiedene Bäume und Sträucher gepflanzt, für die verschiedene Personen Patenschaften übernommen haben. Auch informative Schilder über Flora und Fauna wurden aufgestellt. Na gut, ich war dort, habe fotografisch Beweise gesichert und werde bei irgendeiner Gelegenheit mal wieder nach dem rechten sehen. Auch schön waren die beiden Quasi-Soda-Brücken, die allerdings früher mal einem Zweck dienten und somit erst in der Neuzeit als Soda-Brücken ihr Dasein frischen müssen, sie stehen einfach nur noch so da und halten den nicht mehr benutzten Bahndamm zusammen. Eigentlich etwas schade, manchmal werden ja solche Bahnstrecken zu Wanderzwecken umgerüstet, ich erinnere mich dabei natürlich vor allem an Kusel, wo ich die meiste Zeit meines Bundeswehr Grundwehrdienstes absitzen durfte. Wenn ein AMILA Marsch anstand, ging es auf einer ehemaligen Bahnstrecke entlang, ich durft 15 Kilometer davon kennenlernen (30km Marsch). Naja, sehen, gelernt habe ich dabei nur, dass Bahnstrecken kaum Steigung und Gefälle haben, was bei einem langen Marsch mit Gepäck sehr angenehm ist, aber eben auch bei einer Tour mit dem Fahrrad. Der größte Teil der Kanonenbahn im Bereich Mörshausen wuchert jedenfalls zu, lange Rede kurzer Sinn. Ein kleines Stück ist scheinbar in Privatbesitz, ein anderes kleines Stück besagter Lehrpfad. Aber gut, wie schon gesagt, es gibt reichlich Wanderwege und den Radweg R12, der durch den Ort führt. Etwas Steigungen und Gefälle muss man halt in Kauf nehmen… 😉

Nach meinem Ausflug setzte ich mich noch etwas in den Düdo, bevor ich mich auf den Weg nach Heidelberg machte, wo ich nach einem nahezu perfekten rückwärts-um-die-Ecke-rangier-Parken jetzt stehe. Hier noch die Bilder von Mörshausen:

7 Gedanken zu „Mörshausen unsicher gemacht

  1. Moin Petsi,

    der Link wär doch was für dich: http://www.bahntrassenradeln.de/
    Da hat jemand alle bekannten Radwege auf ehemaligen Bahntrassen aufgeführt. Einen davon bin ich früher immer zur Schule geradelt und zwei drei andere davon hab ich auch schon ausprobiert: Dorfen – Velden und Hofheim – Haßfurt, beides in Bayern.

    Gruß
    Henning

    • Der Link ist ja cool! Danke! Hab gesehen dass ich eine dort ausgeschriebene Strecke schon mehrmals gefahren bin (siehe nächsten Blogeintrag 😉 ). Am neuen Stadtteil HD-Bahnstadt sind wir auch schon oft gewesen, den haben sie schön auf Bahn getrimmt. Naja, er steht ja auch auf ehemaligem Bahn-Grund…

  2. Und ich dachte als, wer ist das und was macht der da 😐 Jetzt weiss ich es! Danke für den schönen Beitrag über unser Dorf 😆 Eine Mörshäuserin (sie standen fast vor meinem Haus)

    • Hahaha, wie cool ist das denn!? Ich hatte mich schon oft gefragt, was die Leute wohl denken, wenn da plötzlich einer parkt, der niemanden zu besuchen scheint. Ist ja nun auch nicht unbedingt das unauffälligste Mobil. Und dann gleich den großen Klaufix hinten dran, da kann man ja durchaus mal misstrauisch werden… :mrgreen:

      Ein schönes Dorf ist einen schönen Bericht wert! Noch dazu hat sich niemand an mir oder meinem Wagen gestört, was mich zusätzlich fröhlich stimmt. Ist leider nicht immer so, obwohl ich doch meistens mein Bestes gebe.

      Umgekehrt danke ich für die Wortmeldung! Mich würde allerdings doch sehr interessieren, wie Sie/Du mich gefunden haben/hast.

  3. Hallo Petsi,
    also, wir hatten ein Treffen im Dorf und da wurde davon erzählt und Bilder gezeigt. Hat wohl ein Arbeitskollege von einem Mörshäuser ihm davon erzählt u. ich hab dann mal nachgeschaut.
    Viele Grüße aus Mörshausen – where ever you are

  4. Diese Mail muss ich hier einfach veröffentlichen, sie macht mich stolz und gleichzeitig gibt sie mir Hoffnung. Sie trudelte gestern Morgen bei mir ein und hat meinen Tag fröhlich gestimmt:

    Sehr geehrter Herr „Buspenner“,

    ich bin die Ortsvorsteherin von Mörshausen und wurde auf Ihren Bericht im Internet über Ihren Mörshausen-Besuch aufmerksam gemacht. Als Sie in Mörshausen waren, stand Ihr DÜDO in der Nähe meines Hauses (auch auf einem Ihrer Fotos zu sehen) und meine Tochter und ich hatten uns schon über das etwas auffällige Fahrzeug gewundert. Wir hätten aber nicht vermutet, dass es sich dabei um einen aufmerksamen Betrachter und Naturgenießer handelt.
    Wir hatten kürzlich einen Dorfabend mit Filmvorführung, an dem wir Ihren Bericht mit den schönen Fotos den anwesenden Mörshäusern bekannt gegeben haben. Wir sind begeistert von Ihrer Dokumentation und den imposanten Fotos. Wir freuen uns sehr, dass es Ihnen in Mörshausen so gut gefallen hat und Sie so schöne Eindrücke gesammelt und festgehalten haben. Dabei haben wir festgestellt, dass ein „Fremder“ unser schönes Dorf noch einmal mit ganz anderen Augen sieht und Dinge wahrnimmt, die wir gar nicht mehr sehen bzw. für uns schon selbstverständlich sind.

    Falls Sie Lust haben noch einmal wieder zu kommen, sind Sie jederzeit herzlich willkommen!

    Ein Höhepunkt in Mörshausen ist unser jährlich stattfindendes Dorf- und Lindenplatzfest, zu dem ich sie besonders herzlich mit beigefügten Programmen einlade.

    Es wäre doch schön, wenn Sie dazu kommen und neue Eindrücke von Mörshausen gewinnen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre weiteren Touren

    Derzeit bin ich ja noch in der Schweiz und es ist absehbar dass ich zum diesjährigen Dorffest nicht schaffen werde. Aber ich werde definitiv mal wieder in Mörshausen vorbei schauen, es gibt dort nämlich noch sehr viele Wanderwege die ich nicht kenne. Außerdem ist es eben wirklich eine schöne Ecke.

    Ich habe übrigens mal nachgeschaut, weil mir die Besucherzahl ziemlich hoch erschien. Dieser Bericht zu Mörshausen hat es bislang auf den Platz 13 der meistaufgerufenen Seiten dieses Blog geschafft – und das nach so kurzer Zeit! Platz 12 geht an „Schweizer Sommer“ vom September 2013 (da war ich genau hier wo ich jetzt auch bin :wink:)und Platz 11 an „Grün – Bssssss!“ vom Mai 2013. Platz 1 gilt eigenlich kaum, es ist die immer mit den neuen Beiträgen gespickte Startseite:mrgreen:

    Jetzt hoffe ich nur, dass es in Mörshausen auch einen etwas breiteren Parkplatz für mich gibt, denn der relativ schmale Düdo könnte ziemlich bald der Vergangenheit angehören und der Linienbus will bestimmt trotzdem nach wie vor die Hauptstraße befahren können… 😳

  5. Ich bin begeistert, dieser Blogeintrag hat sich auf Platz 3 aller Blogeinträge hoch gearbeitet und wird wohl demnächst die Scheiße fressenden Dirmsteiner überholen. (Man möge mir diesen etwas gemeinen Beitrag aus längst vergangenen Zeiten verzeihen!) Vermutlich uneinholbar liegt die Bilderserie der Sophienheilstätte mit mehr als der doppelten Anzahl an Besuchern (Counter läuft seit dem 6.2.2013) auf Platz 1.
    Es sind verschiedene andere Blogeinträge eilig auf dem Vormarsch, ich bin gespannt… 😀

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