Domumrundungsgassitour

9°C, stellenweise etwas Sonne und noch kein Regen in Sicht – schönstes Meldorfer Vorfrühlingswetter. Ich war seit dem Aufwachen hin und her gerissen: Einerseits zog es mich raus um die gelegentliche Sonne zu genießen, andererseits wollte mein innerer Schweinehund nicht das Sofa verlassen. Aber der andere Hund, der wollte. Somit waren wir schon in der Überzahl und meine gesetzlich geregelte Nichtschwester stimmte ebenfalls für „raus!“.

So startete ich am frühen Nachmittag doch noch, mich startklar zu machen. Ich ließ die ganze Elektronik zu Hause, würde schon ohne GPS wieder zurück finden. Happy sagte mir, dass er auf jeden Fall laufen wollte, trotzdem nahm ich den Hundeanhänger zu einer Leer- und Probefahrt mit. Die Route plante ich lediglich 200m weit, danach sollte es frei Schnauze weiter gehen, einfach mal sehen wo ich landen würde. Ich zog meine dünne Regenhose als Windschutz an, Jacke, Mütze und Handschuhe gehörten sowieso zum Pflichtprogramm. Fahrrad auf die Startrampe, Anhänger ankuppeln, Leine umbinden, Aufsitzen, Hund einklinken und schon konnte es endlich losgehen.

Zum Bahnhof und bei Aldra vorbei – so weit hatte ich geplant. Auf dem Kopfsteinpflaster fällt einem jedes Mal fast das Gebiss raus. Die Bodenplatte des Anhängers klapperte lautstark auf dem Grundrahmen herum, genau so wie ich es in Käuferrezessionen gelesen hatte. Naja, ein paar Streifen Teppich oder Filz sollten den Kleinen ruhigstellen können. Rechts ab, ein Stück an der Straße, dann links am Rande des Wohngebiets entlang. Hier fiel mir wieder mal auf, dass relativ viele Vorgärten und Einfahrten mit Booten auf Trailern bestückt sind. Hat ja auch einen gewissen Doppelnutzen, das Meer ist schließlich nicht weit weg und man weiß ja auch nie so genau, ob die Deiche tatsächlich halten… 😉

Am Ende der Straße bog ich rechts ab und folgte dieser Straße um eine Linksbiegung bis zur Kreuzung mit der B5. Da wieder rechts ab und ein ganzes Stück an der B5 entlang. Seltsam, wenn ich hier mit dem Auto oder der Schwalbe entlang fahre, riecht es gefühlsmäßig nicht so nach Abgasen. Ist aber doch die gleiche Luft. Liegt das an der tieferen Sitzposition? Oder hat das nur mit der inneren Einstellung zu tun? Hmmm…

Als wir die Linksabbiegung zur L153 erreichten -das ist die Straße, die Richtung Meldorfer Hafen und Yachthafen führt- bog ich halbrechts in eine kleinere Straße ab. Ich wollte noch nicht wieder nach Hause, aber ich wollte auch nicht nach Heide fahren. Ich fuhr an der Windmühle vorbei, über den Büttelsweg drüber und an dort vorübergehend wohnenden Wohnwagenbewohnern vorbei zum Heidepark. Zweimal Sackgasse, wieder über die Nordermiele zurück, dann links ab. Hier musste es doch irgendwo zum Bahnübergang gehen, der mich auf unsere übliche Gassistrecke führen würde. Und schon kam eine kleine Kirche in Sichtweite, die ich kannte – ich war also auf dem richtigen Weg.

Über die L147 (nach Hesel) drüber, kurz danach kam der Bahnübergang. Einmal Runde über die Felder, dann am Wohngebiet entlang Richtung „Sprung über die Bahn“. Drüber und Richtung Unterführung, die sich neben dem Bahnhof befindet. Jetzt noch die berühmten Meldorfer Flachlandserpentinen bewältigen -Rechtskurven gehen super trotz Anhänger, in Linkskurven muss ich ziemlich heftig ausholen-, dann über den Penny, Aldi und Edeka Parkplatz und schon waren wir am Ende unserer Tour angekommen.

9,5 km sagte mein Tacho, die Route am Routeconverter nachgestellt ergab ein nahezu identisches Ergebnis. (Beim Nachstellen des Tracks habe ich auf dem Hinweg den Parkplatz unterschlagen…) Eine schöne Tour, ich war echt froh dass ich mich hatte aufraffen können. Happy war auch happy und fiel müde auf’s Sofa. Der Anhänger funktioniert so weit auch, braucht jetzt nur noch Licht und etwas Geräuschminderung an der Bodenplatte.

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