Dreirad

Mein neues altes Dreirad ist da, gestern angekommen. Zuerst musste ich es aus der Kiste schrauben, danach noch etwas am Fahrrad selber schrauben. Bevor es stockdunkel war, schraubten wir uns noch durch die Hunderunde, die Probefahrt mit dem Gekko fand somit erst mitten in der Nacht statt…

Am frühen Nachmittag war es so weit, die Spedition klopfte am Fenster und brachte mir die große Holzkiste, auf die ich mich schon etwa eine Woche lang freute. Man hatte sie wohl auch gut behandelt, jedenfalls war sie unversehrt. Ich schraubte die gefühlt 100 Spaxschrauben aus dem Deckel. Die Sonne schien und es war eine ganze Weile lang im T-Shirt auszuhalten. Als der Deckel ab war und ich sehen konnte, dass a) in der Kiste das war, was ich erwartet hatte und b) der Inhalt ebenfalls so war, wie ich mir das erhofft hatte, ging ich wieder rein und schaute den angefangenen Film weiter, kam ja schließlich auf eine Stunde jetzt auch nicht mehr an… 😀

Eine Weile später -der Film war immer noch nicht fertig- musste ich aber dann doch wieder raus. Ich hatte mich per Youtube mit der Klappmechanik vertraut gemacht, zog nun das Liegerad aus der Kiste und klappte es in Fahrposition. Der Schnellspanner am Sitz ist verbogen, da hatte wohl jemand den Sitz in einer zu steilen Postition zu verriegeln versucht. Oha, das fängt ja prima an. Weitere erwähnenswerte Schäden fielen mir aber nicht auf, puh.

Jetzt galt es, den Scheinwerfer irgendwie zu befestigen und die Pedale so einzurichten, dass ich auch mit den Füßen dran kam. Der Vorbesitzer des Rades ist etwas größer als ich und der Erstbesitzer hatte bei der Bestellung bei HP Velotechnik auf das Extra der Rahmenschnellverstellung verzichtet. Na gut, muss eben die Kette etwas gekürzt werden, damit kann ich leben. Aber zuerst der Scheinwerfer, der baumelte nämlich lose am Kabel herum, weil ich den Windschild, an dem er vormals montiert gewesen war, nicht mit gekauft hatte. Mein Nichtschwager und ich zogen los zum nächstgelegenen Fahrradhändler, dem Fahrradhaus Szelinski hier in Meldorf, gerade zwei Ecken weg von hier. Wir erklärten ihm das Vorhaben mittels Worten, Fotos und Messdaten des Rohrs. Am Ende war es die Schelle einer Sattelstütze, die wir als einzig vermutlich passendes Bauteil angeboten bekamen. Eine extralange Schraube mit Scheibe, Zahnscheibe und Stopmutter dazu, war ich wieder frohen Mutes. Die Montage des Scheinwerfers war nach 5 Minuten abgehandelt.

Die Kettenkürzung dauerte etwas länger. Der Ausleger des Tretlagers hatte ziemlich bald die richtige Einstellung, aber durch die Führungsrohre der Kette war deren Handling nicht gerade besser als bei offen laufenden Ketten. Ich öffnete das Kettenschloss und es kam wie es kommen musste, -schwupps-, war die Kette im Rohr verschwunden. *grummel* Ich schob sie unter dem Sitz wieder nach vorne, legte sie auf das große Kettenblatt auf und zog das andere Ende von unten her bei. Auch dieses Ende kam auf das Kettenblatt. Laut Anleitungen im Netz sollte man die Kette auf den größten Zahnrädern aufgelegt zusammen ziehen, bis sie so steht, dass man sie nach dem Kürzen wieder mit einem Kettenschloss verbinden könnte. Dann gibt man ein komplettes Glied an Länge wieder dazu, trennt die Kette dort und verbindet sie wieder mit dem Kettenschloss. So machte ich es und so scheint es auch gut zu funktionieren. Jedenfalls suggerierte mir das die erste erfolgreiche Probefahrt.

Als ich dann ins Auto umzog, juckte es richtig in den Füßen und ich setzte nochmals eine kleine Probefahrt an. Über den Parkplatz von Edeka und hin zu Kik, wo das Leuchttransparent noch eingeschaltet war und mir die Suche nach einem Klappergeräusch ermöglichte. Schnell war es gefunden, ein Kleiner Stift am großen Kettenrad steht nach außen hin weg und schliff am Kettenschutz. Ich bog das dünne Blech etwas auf die Seite und schon war Ruhe. Weiter. Zur Unterführung, die Meldorfer Flachland-Serpentinen testen. Wer auch immer diese Fahrradführung unter der Bahnlinie durch konzipiert hat, fährt höchst wahrscheinlich nicht selber Fahrrad. In diesem engen Gang sollen Fahrräder aus beiden Richtungen Platz finden. Frech. Fußgänger haben eine dreimal so breite Treppe zur Verfügung. Wenn die Rampe von einem Fahrrad mit Fahrradanhänger -oder gar einem Rollstuhl- genutzt wird, sehe ich mit dem entgegenkommenden Fahrradverkehr schwarz. Aber gut, ich war ja alleine und dafür reicht der Platz allemal, wenn auch in den Kehren nicht gerade üppig. Die andere Seite wieder hoch, die Schaltung funktioniert tadellos. Die Tretkurbeln kommen mir sehr lang vor, aber wahrscheinlich auch nur deswegen, weil ich seit einem Jahr nur noch auf dem Cochem gefahren war, dort sind die Kurbeln nämlich verhältnismäßig kurz. Auch die Übersetzung in den hohen Gängen kommt mir derzeit etwas kurz geraden vor, ich kann mir derzeit den Sinn der beiden kleineren Kettenblätter vorne garnicht so recht erklären. Gut, die Serpentinen sind wirklich sehr flach, Berge sind etwas anderes. Dafür könnte man hier in der Ebene viel schneller fahren, wenn die Übersetzung noch ein kleines Stück länger wäre. Ach, egal, jetzt mache ich mir mal weniger Gedanken über das, was man später immer noch ändern kann, und fahre das Gekko erst mal. Es ist auf jeden Fall um Welten sportlicher als das Cochem, darauf kam es mir ja letztendlich an.

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