Allerlei getan

Nicht nur ich habe allerlei getan, sondern auch es hat sich allerlei getan, im Sinne von verändert. Ich war mit den VW Bus Teilen mittlerweile so weit, dass ich sie nur noch entsorgen wollte. Sanipeter widerum hatte andere Pläne, weswegen er sich mit Freund Flier für heute Abend angekündigt hatte.

Der Weckdienst erfolgte heute wieder mal durch ein gelbes Auto, aus dem ein blauer Mann ausstieg und mir ein braunes Paket und einen weißen Umschlag brachte. Sehr cool! Im Paket waren die Edelstahlfelgen für meine Schwalbe. Hoffentlich kommen die dazu benötigten Reifen auch bald. Schließlich muss hier eins ins andere greifen, die alten Räder der Lau B. sind schließlich schon verplant, sie sollen auf die ’69er Schwalbe und die dann verkauft werden. Im Umschlag waren 5 Gummimetalllager mit M6 Innen- und Außengewinden, wovon ich 4 Stück unter den Sitz des Dreirad schrauben werde, 1 ist als Ersatz gedacht.

Den kaputten Reifen des Dreirades habe ich mir auch mal angeschaut. Sieht eigentlich garnicht so schlimm aus. Mal sehen ob ich den als Ersatz aufhebe, ich kann ja von innen einen Flicken in den Mantel kleben, um das Eindringen von Schmutz und/oder Wasser zu verhindern. Oder ich schmeiße ihn gleich weg…

Ich startete den Arbeitstag mit Ausräumen. Der Schuppen war an der Reihe, er wird jetzt erst leer und dann wieder mit dem gefüllt, was ich behalten will. Irgendwie muss ich Ordnung bekommen, dafür brauche ich Platz um den Kram zu sortieren. Viel Kram fliegt weg, ich werde viele gelbe Säcke und viele Ladungen Mülltonne brauchen, um hier langsam aber sicher durchzusteigen. Immerhin sieht man Erfolge durch plötzlich leere Stellen. Andererseits füllen sich gleichzeitig vorher leere Stellen mit Material… Die Biotonne habe ich auch voll bekommen, am Donnerstag wird sie geleert.

Die nächste Amtshandlung war das Aufräumen von Anhänger und Zugfahrzeug, damit ich einen IBC Tank nach Rheingönheim liefern konnte. Er steht jetzt in einem Garten in Sichtweite zur B44. Beinahe wäre auch mein Düdo nebst Anhänger so geendet. Bis zu dem Garten war der Weg nämlich recht brauchbar gewesen, aber der Weg von dort wieder weg war eng, durch die starken Regenfälle der letzten Tage reichlich nass und aufgeweicht und zu allem Überfluss parkten auch noch mehrere PKW und Lieferwagen rechts an den Gärten, links des Weges aufgeweichte Äcker. Wenn ich mich dort festgefahren hätte, hätten wir einen Bergepanzer bestellen müssen. Als ich erst mal erkannte, dass nun eine kleine Geländefahrt anstand, gab es nur noch eine Möglichkeit: Nicht anhalten, egal was passiert. Dummerweise hatte ich den Anhänger auch noch nicht ausgeladen gehabt. Im Nachhinein sehr ungeschickt, aber wer hätte das denn ahnen sollen!? So wie dort waren wir beim Fahren noch nie durchgeschüttelt worden. Und so wie dort habe ich selbst in der heißesten Phase des Sommers nicht geschwitzt. An jedem parkenden Auto rechnete ich mit dem Ende der Fahrt durch Einsinken oder mit dem dumpfen Geräusch zweier kollidierender Formblechgebilde. Im Spiegel waren das allenfalls wenige Zentimeter, die zwischen den Fahrzeugen noch Luft war. Der Anhänger fuhr manchmal leicht versetzt zum Auto, der Acker schien ihm zu gefallen. Auch der Düdo war nicht besonders spurtreu. Ich hätte aber auch bei einer Kollision nicht angehalten, sondern wäre später halt wieder zurück gelatscht. Nur die Karre nicht versenken, das war mir das Wichtigste. Aber es ging alles gut. Puh!

Zwischenstopp Aldi, einkaufen. Dann zu Peter, der gerade am Wegfahren war. Perfektes Timing. Ich sagte ihm, dass er mir meine Visitenkarten und die Unterlagen von meiner Brille noch mitbringen solle, dann fuhr ich nach Gerolsheim.

Peter und Thomas kamen kurz nach mir an. Speicherbesichtigung mit zwei VW Bus Fahrern mit Jäger- und Sammlerambitionen. So verkaufte ich gleich mal ein paar der Teile, aber den weit größeren Teil nahmen die beiden zum verkaufen mit. Sie waren gerade auf dem Treffen in Hatzenport gewesen und staunten nicht schlecht über meine Auswahl. Gleichzeitig sahen sie halt auch die Werte, die da oben schlummerten und immer noch schlummern. Mir sind diese Werte gerade mal so richtig scheißegal. Für mich ist das derzeit nur Ballast, den ich so schnell wie möglich abwerfen muss, koste es was es wolle.

Mittlerweile ist mir der Transit schon egal, wir können ihn schlachten. Die PBR geht als Quasi-Totalverlust weg, auch egal. Richtig heulen könnte ich allerdings über die Teile der GSX. Das Geld und die Mühe, den Kram zusammen zu tragen. Die Räder zu finden, die von völlig verschiedenen Motorrädern stammen, aber trotzdem zusammenpassen und auf die Suzuki zu adaptieren sind. Die Gabel, die ich für die andere Felgenbreite vorne brauchen würde. Die nagelneue Fußrastenanlage von Tarozzi, der modernere Motor, Vergaser, Instrumente, Tanks, Sitzbänke,… – einfach alles. Mein Motorrad eben. Mein Traum… 🙁

Die ebay Kleinanzeigen waren auch eher so ein Strohfeuer von Schäppchenjägern, mittlerweile sind hauptsächlich noch dumme Anfragen übrig geblieben. Jetzt will ein Jan die Fahrräder haben, quasi geschenkt, aber ich soll sie noch nach Darmstadt bringen. Hahaha! Allein schon bei einem Fahrrad, das ich für 50 Euro drinstehen habe, wollte dieser Interessent ganze 20 Euro geben. Ich hatte ihm jetzt angeboten, alle 5 Fahrräder für je 20 Euro zu nehmen, 30 Euro für den Sprit draufzulegen und dafür von mir alles gebracht zu bekommen, was an Fahrradteilen noch übrig ist. Schreibt er mir, dass er gerne das 50 Euro Rad hätte und eins, das ich für 30 Euro inseriert hatte – und den restlichen Fahrradkram dazu. Ja nee, iss klar. Rosinen picken, den Preis ins Lächerliche drücken und sich dann noch beliefern lassen wollen. Hahaha. Ich hab ihm dieses Mal nur zurück geschrieben, dass ich gerne einen Ferrari hätte. Stimmt zwar nicht, aber es sollte verdeutlichen dass man nicht alles haben kann, was man gerne hätte. Lieber verschrotte ich den Kram, da kommt dann einer her gefahren und läd ihn selber auf, vermutlich bekomme ich auch noch ein paar Euro. Nach Darmstadt fahre ich eine Stunde, zurück nochmal. Das lohnt sich schon für die 130 Euro nicht, für die ich ihm den Kram überlassen und gebracht hätte. Selbst die Zeit für die Mailerei ist für’n Arsch gewesen, hätte ich besser Nase gebohrt…

Als hier wieder Ruhe war und ich mich eigentlich auf Feierabend eingestellt hatte, schaute ich mir die Wetterprognose für die nächsten Tage an. Nass und kalt. Scheiße, enger Schuh, enger. Der Anhänger ist immer noch nicht dicht und das Epoxidharz vom Dach hat sich mittlerweile größtenteils zersetzt. Also kein Feierabend, ich muss nochmal ran. Ich spachtelte alles Lose vom Dach ab und beschichtete es mit einer Dose Brantho Korrux in Lichtgrau. Die war noch von meinen Hilfsrahmen übrig gewesen, wäre ja doch nur irgendwann kaputt gegangen. Die Dose reichte gerade mal so für die 4,5 qm, war echt knapp. Für’s Erste reicht das. Mal sehen was noch für Lacke da sind, die nach Verarbeitung schreien. Für das Epoxidharz am Innenraumboden ist es zu kalt, Mindestverarbeitungstemperatur sind 18 Grad. Klar, wäre ja auch sonst viel zu einfach gewesen. Durch meine Dachluke kam auch wieder ein Schwall Wasser rein, die wird dann wohl mein morgiger Job sein. Vielleicht auch gleich mal an der Solaranlage anfangen…

Ich gehe jetzt schon wieder auf dem Zahnfleisch, dabei hat es doch noch garnicht richtig angefangen…

2 Gedanken zu „Allerlei getan

  1. Hahaha, Jan schrieb mir eben, dass wir nicht ins Geschäft kämen, wenn er alle 5 Räder für je 20 Euro nehmen müsste. War mir schon klar, der Pappkopf wollte ja für das 18-Gang Alu Trekkingrad schon nur 20 Euro geben…

    Manche Leute haben echt so einen Vollschatten… 🙄
    :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

  2. So einen hatte ich auch als Interessenten für meinen alten Sprinter. Ewig Mails geschrieben, Löcher in den Bauch gefragt, ich bin extra für ihn ein paar Tage eher als geplant 850km nach München gefahren und einen halben Tag vor dem Treffen sagt er ab, er hätte festgestellt, dass er das Geld nicht hat. Oh Mann ey…

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