Freitag der 13.

Ich bin nicht abergläubisch. Aber jetzt, wo ich im Nachhinein das Datum sehe, erinnere ich mich an das eine oder andere befluchte Ereignis am heutigen Tage. Manches klappte einfach nicht so richtig. Ich bezweifle aber trotzdem, dass das am Datum lag… 😉

Zuerst machte ich mich zum dritten Mal an die Fahrertür, aber heute sollte es wenigstens das letzte Mal schweißenderweise sein. Es waren auch nur noch die seitlichen Punkte zu setzen und die kleinen Löcher im bisher Geschweißten zu verschließen. Viel schlimmer ist immer die Verschleiferei, die nervt mich gewaltig. So langweilig und dauert so lange. Nö, Verschleifen mag ich nunmal nicht, gehört aber halt dazu. Leider war wohl Andreas der Meinung, dass das Verspachteln auch noch mit zu meinen Aufgaben gehören sollte. Oh, fein! Da hat er ja gleich etwas gefunden, was ich noch weniger gerne mache als 1000 Schweißpunkte zu verschleifen: Spachteln.

Aber ich bin ja nicht zum Spaß haben hier, obwohl es davon zum Glück auch immer reichlich gibt. Also schnappte ich mir die Glasfaserspachtelmasse und verfüllte die Fuge der äußeren Überlappung. Leider bemerkte mein Chef das Vorhaben, die innere Fuge zu ignorieren. 😉 Also wurde auch die noch verspachtelt. Die Randbereiche und Ecken sind auf Stoß eingesetzt, da muss quasi nur feingespachtelt werden. Na mal sehen, zunächst lasse ich die Spachtlerei mal sein und kümmere mich um die blecherne Frischzellenkur.

Die drei Frontscheiben bauten wir aus und ich rückte gleich mit der schmalen Flexscheibe und der Luftsäge, stellenweise auch Hammer und Meißel, dem unteren Teil des Frontscheibenrahmens auf die Pelle. Die Ecke auf der Beifahrerseite ist die schlimmste Stelle, genau da, wo die Strebe zwischen der Frontscheibe und der vordersten seitlichen (Front-)Scheibe runter kommt, ist alles großflächig vergammelt. Jemand hatte da schon mal mit Spachtelmasse verschönert gehabt, aber mehr als ein rostiger Klumpen war es nicht mehr. Also fing ich auf der Fahrerseite an und sägte mich von Loch zu Loch zur Beifahrerseite durch. Na gut, ich war zwischendrin etwas zimperlich und muss somit nochmals sägen, aber immerhin war ich nun auf der Beifahrerseite. Es kostete 1 feines und 1 brandneues grobes Sägeblatt und brauchte den Einsatz der Flex, bevor die Scheibenstrebe rostfrei freilag. Jetzt werden die Sägeblätter knapp – sehr knapp…

Ich nahm vom 1,5mm Blech, das ich erst gewaltsam aus dem Anhänger operieren musste. Es lässt sich zwar viel schwerer bearbeiten und ist eigentlich -selbst für Düdos- viel zu dick als Karosserieblech, hat aber den Vorteil, dass es mir beim Zusammensetzen der verwinkelten Ecke nicht immer gleich wegschmilzt.

Das erste Stück bis hin zur Strebe ist angesetzt und in Form gebracht, den Rohling für das größte Blech habe ich auch noch geschnitten, dann war es auch schon wieder Zeit aufzuhören. Und das nicht nur, weil mein Chef schon länger mit Aufräumen beschäftigt war, sondern weil ich dauernd über meine eigenen Füße stolperte. Die gebückten, gehockten und geknieten Arbeiten rauchen einen auf.

Trotzdem führte unser Abendgassi wie jeden Abend in den Nachbarort zum Einkaufen. Jeden Abend habe ich 7 Euro einstecken und kaufe immer nur ein paar Kleinigkeiten, was eben gerade anliegt. Ein paar Hundeleckerli, eine Schale Nassfutter, eine Tafel Schokolade, eine Tüte Kekse, Kaugummis, Brot – und in den letzten Tagen auch immer 2 Schokomilch.en.sen. Keine Ahnung, ich stehe voll auf das Zeug. Und seit ich wieder einiges an Gewicht runter habe, vertrage ich meine heißgeliebten Kabanen zum Glück auch wieder besser.

Natürlich dienen diese Einkaufstouren nicht dem alleinigen Zweck des Beschaffens lebensnotwendiger (Schokolade!) Lebensmittel, sondern sie sind einfachste Psychologie. Wer arbeitet, soll sich auch etwas gönnen. Ich fand die Idee der „Belohnung an Arbeitstagen“ zwar etwas kindisch, aber mein vorheriges Verhalten hatte mich ja auch nicht wirklich weiter gebracht, sonst hätte ich diesen interessanten Tip schließlich garnicht erst bekommen… 😉 Und so versuche ich es eben, wo es möglich ist, auf diese Weise zu handhaben. Hier ist es nahezu ideal, weil es gleich auch eine für Happy gut zu bewältigende Gassitour ist. Ich habe durch die für Happy zu fahrenden wiesigen Feld(-um-)wege gleich nochmal ein extra Beintraining… 😀

3 Gedanken zu „Freitag der 13.

    • Oha! Wie soll ich unter diesen Umständen denn arbeiten??? 😀
      Habt Ihr wenigstens geflucht? Ohne macht es schließlich nur halb so viel Spaß…! 😉
      :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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