Kulturbeauftragter: Petsi

Durch einen Link von Henning schaute ich beim Miniaturenpark Wernigerode vorbei. Einer der ersten Klicks führte mich zu einer Falschinformation, die mich als -wenn auch zugezogenen- Pfälzer schwer traf. Ich musste handeln, sofort! Zum Glück war mein Chef auch noch beschäftigt, so konnte ich gleich mit der Rettung der Kulturwelt beginnen… 😉

Eine E-Mail nach Wernigerode:

Hallo!

Ich möchte ja jetzt gerade beim Thema Größe nicht kleinlich wirken, aber ich denke dass man eine kleine Berichtigung anbringen sollte:
http://www.wernigerode.de/de/miniaturenpark-kh.html

Unter dem Bild des Jagdschloss Spiegelsberge im Miniaturenpark steht, dass es das größte Weinfass der Welt, das Gröninger Fass, beherbe. Dies ist so absolut nicht richtig. Das Dürkheimer Riesenfass beherbergt ein ganzes Restaurant mit Platz für über 400 Gäste und hält schon lange den Rekord für das größte Weinfass der Welt, auch wenn es nie mit ca. 1700000 Litern Wein gefüllt wurde. Es weist somit mehr als das 11-fache Volumen des Gröninger „Großfasses“ auf.

Das Gröninger Fass ist vielleicht das älteste erhaltene Riesenfass der Welt, dies zu widerlegen fällt mir jedenfalls wesentlich schwerer…

Viele Grüße
Stephan Petschick

7 Gedanken zu „Kulturbeauftragter: Petsi

  1. Nur eine halbe Stunde später war schon eine Antwort gekommen:

    Sehr geehrter Herr Petschick,

    vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben die Angaben von den Erbauern der
    Modelle übernommen (Internetseite Original). Da ist manchmal so das man
    nicht über die Grenzen der Region sieht.
    Wie werden es in der nächsten Saison verbessern.

    Ich hoffe es aht nicht die Freude am Park getrübt.

    Herzlichen Gruß

    Marlies Ameling
    GEschäftsführerin

  2. Eben kam nochmals eine Mail (18:52):

    Das erste Große Fass[Bearbeiten]

    Das erste große Fass im Heidelberger Schloss (Johann-Casimir-Fass) wurde
    unter Johann Casimir vom Küfer Michael Werner aus Landau 1589 bis 1591
    erbaut und hatte ein Fassungsvermögen von rund 127.000 Litern. Es wurde im
    Dreißigjährigen Krieg zerstört, sein Holz verfeuert.

    Im Halberstädter Jagdschloss Spiegelsberge wird ein etwa drei Jahre nach der
    Fertigstellung des ersten Heidelberger Fasses vom selben Küfer, Michael
    Werner aus Landau, erbautes, etwa 10 % größeres Fass aufbewahrt, das
    Gröninger Fass genannt wird. Dieses Fass ist bis heute dort erhalten und
    kann als jüngerer Bruder des weltberühmten Heidelberger Fasses betrachtet
    werden.

    Wie Sie sehen existiert nur noch das Halberstädter Original

    Ja, bis auf den letzten Satz kenne ich diese Informationen natürlich, schließlich hatte ich das heute Morgen auch schon in der Wikipedia gelesen. Ich wollte nämlich gleich den Service der richtigen Information bieten… :mrgreen:

    Aber Wikipedia schreibt ja

    und kann als jüngerer Bruder des weltberühmten Heidelberger Fasses betrachtet werden.

    Also das Gröninger Fass als „das Original“ zu bezeichnen, ist wohl etwas vermessen. Es ist das älteste erhaltene Großfass, aber nicht das erste gebaute und auch immer noch nicht das größte, bei Weitem nicht. Die auf das Gröninger Fass folgenden Heidelberger Fässer waren ja schon größer als das Gröninger – und selbst die sind gegen das Dürkheimer Fass winzig…

  3. Hatte nicht August der Starke in Sachsen auch so ein Riesenfass?
    Ich meine, auf der Festung Königsstein haben sie davon erzählt. Aber das gibts eben auch nicht mehr, im Gegensatz zum Dürkheimer oder Gröninger Fass.
    Und für diesen Satz aus deiner Mail gibts 100 Schmunzelpunkte:
    „Ich möchte ja jetzt gerade beim Thema Größe nicht kleinlich wirken…“ 😀 😀

  4. Nach wie vor unter dem Bild zu lesen: „Jagdschloss Spiegelsberge mit dem größten Weinfass der Welt“… 🙄

    Das größte Fass der Welt kann man bei Wikipedia betrachten: Dergemer Fass

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