Chaostag ;-)

Gestern haben wir die Ex-Fenster im Bus noch fertig bekommen, auch wenn die Einweihung der gelben Druckbecherpistole des Korrosionsschutzdepots in eine ziemliche Sauerei ausartete. Normalerweise verkaufen die brauchbares Zeug… 🙁

Heute musste ich sogar noch früher aufstehen als sonst, denn wir hatten einen Termin um ein Mofa (hier „Töffle“ genannt, also die Verniedlichung von „Töff“, worunter man hier ein Motorrad versteht) als fahrbaren Untersatz für Christian zu besichtigen. Zuerst behandelte ich meine rechte Kniekehle mit einem Feuerzeug, denn das Gejucke der unzähligen Mückenstiche hätte mich sonst wahnsinnig gemacht. Happy bekam für die Zeit unserer Fahrt Morgenruhe im Düdo verordnet, denn wir wollten den Kofferraum des Astra für den Fall der Fälle frei halten…

Wer hätte es gedacht, wir brauchten natürlich am Ende den leeren Kofferraum, eine rote DKW 621 Deluxe fuhr mit uns zurück. Sie markierte auch gleich mal ihr vermeintlich neues Revier mit einer Mischung aus Benzin und Zweitaktöl. „Tja meine Liebe, tut mir leid, Sie sind hier noch nicht zuhause. Einmal müssen Sie sich noch ausladen lassen, danach können Sie gerne etwas die Gegend erkunden und meinetwegen auch markieren.“ Naja, es ist halt auch schon eine etwas ältere Dame. Eigentlich ist sie sogar schon richtig alt. Das genaue Baujahr konnten wir mangels Typenschild nicht ersehen, der Verkäufer meinte etwas von 1968. Auf ein paar Jahre kommt es ja auch nicht an, die Gute hat auf jeden Fall schon einige Lebenserwartungen hinter sich.

Derzeit versuchen die Schweizer, dass Bratwürste bei ihnen legalisiert werden. Am 22. September wird darüber abgestimmt. He, wieso lachst Du? Das ist kein Witz! Zwischen 1 und 5 Uhr dürfen Tankstellenshops derzeit nur Waren verkaufen, die unmittelbar konsumiert werden können, also z.B. keine Blumensträuße, keine Deodorants, keine Bratwürste. Die Shops dürfen 7/24 geöffnet sein und auch (natürlich!) in dieser Zeit Personal beschäftigen, aber die „verbotenen“ Waren müssen abgesperrt werden. Das würde mir auch stinken, ehrlich. Die Shops schließen derzeit wegen der Unmöglichkeit des Abschließens einzelner Artikel einfach ganz während der entsprechenden Zeit. Ich würde das Problem ja andersrum angehen und beweisen, dass man Bratwürste, Deodorants, Duschgels und Kondome sehr wohl unmittelbar an Ort und Stelle „verkonsumieren“ kann. Danach wären wohl die meisten Schweizer für die Legalisierung der Bratwurst… 😉
Ich als Zeitschweizbewohner sage „LEGALIZE IT!“

Die Details lasse ich aus, jedenfalls dampfte Christian den Astra etwas ab und wir fuhren Verkaufsfotos schießen. Am Set lagen Unterlegkeile eines kleinen Anhängers oder so, die ich natürlich gleich mal einsammelte. Später erfuhr ich dann, dass mein Vorgehen nicht so wirklich dem schweizerischen Handeln entsprochen hatte. Man hätte die Keile tendenziell eher liegen lassen, schließlich hätte der Besitzer ja zurückkommen können und sie wieder holen wollen. Hm, das wäre natürlich möglich gewesen. So weit hatte ich dabei nicht mal gedacht gehabt. Ich bin schließlich Jäger und Sammler, was besitzerlos in der Gegend herumliegt, hat in mir einen neuen Besitzer gefunden. Jetzt ist es halt so, den Rest der Schweiz lasse ich liegen, versprochen.

Wir fuhren zu Christians Speicher und bauten dort nochmal so ein Regal wie beim letzten Mal. Es passte auch etwa genauso saugend an die Wand wie das letzte Regal. Prima, dann fällt es auch nicht um… 😉

Die Heimfahrt verbrachte mein heute etwas unfitter Hund zwischen meinen Beinen im Beifahrerfußraum, wo er auch während unseres Regalbaus geschlafen hatte. Seltsam, normalerweise mag er diesen Platz nicht leiden. Es waren allerdings unzählige Fliegen im Auto gewesen, vielleicht hatten die ihn geärgert und in den Fußraum vertrieben gehabt, dass er auf der Fahrt auch lieber dort Platz nahm. Ist schon ein armes Hundchen, stellten wir mit leichtem Galgenhumor fest…

Mein Arbeitstag war hier beendet. Etwas suchten wir noch im Netz nach technischen Unterlagen über die DKW und deren Sachs Motor. Und wir wurden fündig.
Christian stellte noch unter übelsten inter(un)netten Voraussetzungen den Astra und den Anhänger jeweils zum Verkauf bei Ricardo (quasi das Schweizer ebay) ein, den Astra als Auf-jeden-Fall-weg-Auktion und den Anhänger zum Festpreis als Verkaufsanzeige.

7 Gedanken zu „Chaostag ;-)

    • LOL, nein, das bestimmt nicht. Erhitzt man aber einen Mückenstich ganz kurz auf über 60°C, zerstört man damit die Eiweißverbindungen der Mücke und es juckt nicht mehr. Die körpereigenen Eiweißverbindungen der betroffenen Stelle werden dabei zwar auch zerstört, aber ein Schaden war ja durch den Mückenstich sowieso schon vorhanden… 😉

  1. 😆 Freiheit für die Bratwurst auf der ganzen Welt 😉

    Egal Ob grob und fein ob fränkisch oder sonst wo her!!

    Viva la Re(wurst)volution !!

    Es lebe die Wurst nieder mit dem Vegetarismus

    • Ja, Freiheit für die Bratwurst! Ich stimme Dir zu 100% zu, Bratwurst muss man rund um die Uhr bekommen können, andernfalls könnte man urplötzlich in ein Unterernährungskoma fallen.

      Vegetarier unterbrechen die Nahrungskette, indem sie unserem Futter das Futter wegfressen… 😆

    • HIHI, ich mag die Schweizer. Die Thematik ist interessant und die Weise, wie man das politisiert, finde ich schlichtweg genial. Ich habe den „Braturst legalisieren“ Flyer gut sichtbar auf dem Armaturenbrett liegen… :mrgreen:

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