Ein toller Tag!

Heute war Urlaub angesagt. Ich war mit Happy insgesamt dreimal am See und er war auch mit beim Einkaufen. Zwischendrin schlief er immer mal wieder laut schnarchend, aber jetzt dürfte er trotzdem hundemüde sein. Das trifft sich gut, denn ich bin es auch. Und Hunger habe ich, aber das ist durch die intensive Bewegung an der Luft auch kein Wunder. Aber Reihe nach:

Ich hab gestern noch etwas am Düdo weiter gemacht, meine neue Brille geholt, die Wäsche erledigt, den Anhänger eingeräumt und in ihm einen relativ sicheren Standplatz für das Dreirad erstellt. Am Abend habe ich noch mit dem Nachbarschwiegersohn den sackig schweren Anhänger auf die Straße raus geschoben. Etwas später hat mich mein Nachbar mit dem Düdo rausgelotst. Ich habe beides aneinander gehängt und bin duschen gegangen. Danach bin ich nach Ettlingen gefahren und habe mich im Industriegebiet in unmittelbarer Nähe zu dem Baggersee, den ich von unserem Rumtreibertreffen her kannte, in eine recht ruhige Ecke gestellt.

Wärme war heute wieder mal mein Wecker. Wärme ist aber gut, denn schließlich haben wir ja eine Mission: Zusammen schwimmen gehen!
Ich weiß auch nicht so recht warum, aber ich war schon richtig lange nicht mehr schwimmen. Seltsam, Happy ist so eine Wasserratte, aber ich habe immer nur ihn trockenen Fußes gewassert, selber bin ich nie mit rein. Aber noch ist es nicht zu spät! 🙂

Nach einem kleinen Frühstück -ich wollte ja nicht vom Fleisch fallen- holte ich das Dreirad aus dem Anhänger und fuhr mit Happy los. Ich hatte per Google Maps ein paar weitere Wege zum See gefunden, die wollte ich mal auf ihre Dreiradtauglichkeit hin testen. Das erste Waldstück war anstrengend, weil in der Mitte des Weges ein breiter Grünstreifen war. Zum Glück war der nicht zu hoch und ich konnte stellenweise sogar mit 2 Rädern auf Split fahren. Immerhin war er nicht lang und führte, wie ich mir das erhofft hatte, zu einem breiteren und vollflächig grasfreien Querweg. Links zum See. Anders als bei der offiziell straßenangebundenen Zuwegung versperrte hier keine für mich unpassierbare Schranke den Weg zum Wasser. Ein dicker Stein lag mitten auf dem Weg, aber beidseitig reichlich Platz. Ich konnte bis ans Wasser ran fahren, was ich natürlich auch tat. 🙂

Happy war total aus dem Häuschen und wollte gleich gewassert werden. Er will nicht ohne Grund schwimmen, sondern ich soll etwas hinein werfen, was er mir dann wieder bringt. Na gut, weil ich ihn schon vor der Fahrt nach Ettlingen auf Wasser heiß gemacht hatte, ließ ich ihn gleich mal ein paar kleine Runden paddeln. Anschließend fuhren wir den breiten Weg wieder zurück, diesmal aber komplett durch, dann links und unter der Bahn durch und bis ein Stück neben dem Bahnhof, wo es einen Discounter gibt, in dem ich mir Knäckebrot und ein paar andere Nötigkeiten holte. Dann wieder zurück, Decke in die Sonne, Hund drauf platziert, ab an den Computer, der irgendwie mit dem Internet rumzickte. Ach ja, dass der vordere Korb zu klein für einen kleinen Einkauf ist, durfte ich gleich mal testen. Bei jedem Schlag hüpfte das eine Knäckebrot obenauf munter hoch, fand aber immer wieder in seine Ausgangslage zurück. Es hatte wahrscheinlich einfach nur Spaß dran. 😉

Huawei. – Gesundheit!
Aber ich muss meinen Surfstick dieses Mal verteidigen, er hat versucht was er konnte, aber das Betriebssystem war stärker. Ein fieses System, das sich erst ein „Wichtiges Update“ über den Stick herunter lädt und dann den Stick rausschmeißt! Aber auch wieder ein nettes System, das automatisch einen Wiederherstellungspunkt setzt, bevor es das Update macht und irgendeinen Teil des Systems zerschießt. Suizidsystem. Na gut, hätte ich es nicht mit einer Treiber Neuinstallation versucht gehabt, wäre wohl auch alles wieder gegangen. Aber jetzt hatte die Systemwiederherstellung mir wieder den Treiber und das Programm zerschossen. Also deinstallieren und ganz neu installieren. Das half. Jetzt habe ich zwar nicht mehr die Lidl Software, aber dafür spare ich mir das Gemecker beim Programmstart, dass ich garnicht die Software zu diesem Stick benutze.

Genug im Düdo rumgesessen, Zeit den Sitzplatz zu wechseln! Ich zog mir die Badehose an und wir fuhren wieder zum See. Kein Mensch mehr da. Ich fuhr über einen Kiesplatz rechts bis an eine Rampe aus Kies, die bis zum Wasser runter führt. Cool, da wollte ich hin!
Runter geht ja auch immer einfach, insofern zögerte ich nicht lange. Die Handbremse hat ihren Geist aufgegeben, also machte ich einfach das Ringschloss zu.

Ich wollte erst mal die Temperatur checken und sehen wie Happy reagiert, wenn ich auch im Wasser bin. War aber unspektakulär. Spektakulär wäre aber beinahe mein Abgang im T-Shirt geworden, als ich die kiesige Schräge wieder hoch wollte. Das Ufer ist ganz schön steil! Hab das Shirt aber lachend trocken an Land gebracht und im vorderen Korb platziert. Dann wieder rein ins Wasser. Kalt. Ich war dann dank des Ufers doch relativ schnell sehr weit im Wasser, eigentlich schneller als mir lieb gewesen war. Wenn ich erst mal richtig drin wäre, würde es herrlich erfrischend sein, das war mir durchaus klar. Aber kalt ist nunmal kalt. Ich rief Happy dass er mir den Ball bringen solle, aber er stand völlig verzweifelt am Ufer, gerade mal die vorderen Zehen leicht im Wasser und winselte vor sich hin. Er nahm den Ball auf, warf in sich direkt vor die Füße, legte den Fuß drauf und zog ihn zu sich hin. Dann wieder von vorne. Ich bettelte regelrecht um den Ball, aber er gab ihn mir nicht ins Wasser. So hatten wir dieses Spiel halt noch nie gespielt. Na gut, ich arbeitete mich wieder den „feuchten Hang“ hinauf und wir schafften gerade so eine Übergabe. Endlich war es so weit und ich warf den Ball wieder. Nur dieses Mal schwamm ich einfach auch zum Ball hin, ein tolles Spiel! Prima für Herz und Kreislauf, aber absolut gelenkschonend. Wir machten das ein paarmal, wenn Happy schneller gewesen war, musste ich ihm den Ball vor dem Ufer abluchsen, sonst ging das Übergabeproblem von Neuem los. Ich hatte auch noch einen „Versuch“ vor gehabt, bei dem ich Happy im Wasser trage, also dass er zu mir schwimmt oder ich zu ihm und ich ihn mit dem Kopf über Wasser halte. Es ging einfach darum, ob er mir vertrauen würde, dass er nicht mehr zu paddeln bräuchte. Das war ein tolles Gefühl! Zuerst war das für Happy natürlich seltsam, er schwamm, kam aber nicht mehr vorwärts. Mit einem „warte“ und als er merkte dass ich ihn trug und langsamer ruderte mit einem „ganz ruhig“ bekam ich den schnaufenden Hund bis in die völlige Entspannung. Ich hatte ihn „unter den Arm geklemmt“ und so die andere Hand frei für den Ball. Ich fragte das übliche „willst du den holen?“ (ich kenne die Antwort natürlich schon bevor ich die Frage auch nur gedacht habe! 😉 ), warf den Ball und schubste Happy mit einem „hopp lauf!“ (ja, schwimm, schon klar 😉 ) sanft Richtung Ball. Gleitend begann er wieder mit seinen Schwimmbewegeungen. Wenn wir diesen Einklang wie in dieser Minute als Dauerzustand hätten, das wäre der Oberhammer! Aber ich nehme was ich kriegen kann… 😉

Happy hatte noch immer nicht genug und ich warf ihm noch ein paarmal den Ball, bevor wir den kurzen Heimweg antraten. Die Schotterpiste war sehr interessant zu fahren, denn immer mal wieder drehte eins der Hinterräder etwas durch. Aber weil beide angetrieben werden, kam ich wenigstens die Steigung hoch.

Zurück am Auto verlagerte sich Happy wieder in die Sonne, verzehrte ein Stück Rinderkopfhaut und erholte sich vom Stress des Tages. Ich machte den zweiten Karabiner der Leine am Zaun der Firma fest, vor der ich parkte. Jetzt war das Dreirad dran! Urlaub hin oder her, man muss sich das Leben ja nicht unnötig schwer machen. Der Hersteller meines Dreirads hat wohl nur mit den Reifen gerechnet, die er werksmäßig montiert hat. Die Schwalbe Marathon fallen aber „spitzer“ aus und so war es sehr eng an den vorderen und hinteren Schrauben der Schutzbleche. Wenn ich über einen feuchten Splitweg gefahren war, hat sich hin und wieder ein kleines Steinchen an einer der Schrauben festgesetzt und dann am Reifen geschliffen. Auch jetzt war es wieder so weit. Ich konzentrierte mich aber nicht auf den Stein, sondern auf die Halterohre der Schutzbleche. Ich steckte einen 14er Imbusschlüssel in das jeweilige Rohrende und benutzte ihn als Hebel. Nicht viel Hebel, aber besser als keiner. Ideal war auch der Imbusschlüssel nicht, aber etwas passendes Rundes wollte mir gerade nicht ein- und in die Hände fallen. Egal, würde schon gehen. Jetzt ist so eng gebogenes Rohr ziemlich störrisch und ich hatte echt Mühe. Einmal musste ich den Imbusschlüssel verlängern, am Ende habe ich gesiegt. Ich drehte ein paar zügige Achter, aber nichts schliff mehr. Ein paar Meter Split – fühlte sich gut an! Toll, fast perfekt, das Dreirad. Lediglich die wenigen Gänge…

Happy wurde jetzt ins Auto verbannt, ich wollte noch eine etwas größere -und vor allem schnellere- Erkundungsrunde drehen. So tat ich es. Ich hätte bei dieser Gelegenheit nur besser gleich die Wegbeschreibung zu Aldi mitgenommen… – oder noch besser gleich das Navi… 😀
Um was es aber bei dieser Probefahrt wirklich ging, war die Freude am Leben, am schönen Wetter, an der Zeit die ich für sowas habe, – ja, ich bin wirklich fröhlich und grinsend geradelt. Und schnell. Echt, stellenweise dachte ins Abheben. Oder lag es gerade daran? Egal, toll war’s! Ich hab nicht auf die Uhr geschaut, vielleicht 20-30 Minuten hin, etwas weniger für den Rückweg. 😉 Ein großer schlanker Hund fixierte mich im Entgegenkommen. Sein Herrchen war wohl eher in Gedanken vertieft, fühlte sich jedenfalls nicht für seinen Hund zuständig. Irgendwie war mir die Situation suspekt und ich war schon etwas langsamer und bremsbereit. Suspekt war meine Erscheinung wohl auch dem Hund gewesen, jedenfalls sprang er direkt auf mich zu und so auch direkt vor mein linkes Hinterrad. Vollbremsung. Ich stand bevor seine Fangzähne in mein Gesicht schlugen. Schmerzen, das Blut lief in Strömen… Nee Quatsch! Wieder wach, ja? Konzentriert lesen, auch wenn es langwierig ist! Ich mache mir schließlich auch (kostenlos! 😉 ) die ganze Mühe, das alles zu schreiben. Und ich versuche es sogar mit richtigen Kramatik Satzbau und. Gut? Okay, dann weiter!
Der Hund sprang also auf mich zu, ich machte die Bremsen zu, der Mann ging auf den Hund zu. Er schimpfte mit dem Hund, aber so richtig unsinnig: „Was machst du denn!? Das ist gefährlich!“ Und das alles in einer Tonlage wie „tatütata mit feuerrotem Handtäschchen“. Ich meinte nur „alles okay, ist ja nichts passiert“. Schnell war ich wieder auf Tempo. Meine Kraft war nun nahezu völlig aufgebraucht. Ich hatte es aber auch zügig angehen lassen… Die kurzen Tretkurbeln sind mittlerweile nicht mehr das Problem, sondern die dazugehörende Tretfrequenz. Ich bräuchte locker noch einen 6. und einen 7. Gang. Andererseits bräuchte ich für größere Steigungen auch noch Gänge mit noch kürzerer Übersetzung. 5 Gänge sind für sowas einfach zu wenig Ich hatte mir schon einen Prospekt von Hase Bikes schicken lassen, habe den Umschlag aber noch nicht geöffnet. Mich hatte ja das Kettwiesel so angesprochen, ein abgefahrenes Teil! Ich weiß aber mittlerweile schon grob die Preise für die Dinger. Und die Einsteigermodelle haben nicht mal ein Differential, sondern treiben nur ein Hinterrad an. Sowas hatte ich für meine Lastentrike-Bastelei als Selbstbaulösung vorgesehen, weil ich das als Billigprojekt machen wollte…

Nach einer gewissen Erholungsphase für meine Beine ging ich mit Happy nochmal spazieren. Zu Fuß. Und zum See. Als Abschluss des Tages gab es für uns beide noch etwas zu futtern. Heute durfte es dann auch ein bisschen mehr sein. 🙂

4 Gedanken zu „Ein toller Tag!

  1. Hi Petsi,

    ich hab mal etwas in deiner Vergangenheit gestöbert und bin hier über den Begriff „Kettwiesel“ gestolpert und habe mir das Ding auf der Seite von Hasebikes mal genauer angesehen. Wäre es 80cm breit, statt 86, würde es super in meine Heckgarage passen und darüber wäre Platz für sonstiges Gedöns.
    Im Moment hab ich ein ganz normales Fahrrad, das passt von der Höhe so gerade eben rein und alles andere quetscht sich drum herum. Ich grüble auch über so ein Stromfahrrad nach. Ich brauche es zum Einkaufen oder mal ein paar Stunden Gegend erkunden, lieber auf einsamen Wegen, als in der Stadt. Also an einem Kanal lang, um einen See rum oder so. Wenn es bergig wird, dann lieber nicht oder eben mit elektrischer Schiebehilfe. Gibts da auch was schmaleres, dreirädriges?
    Oder kann ein Schraubator sowas bauen?
    Also alle Packmaße so wie das Kettwiesel (53cm hoch, ca. 2m lang und eben max. 80cm breit)
    Oder wo sonst findet man solche Fahrräder? Wäre mal ein ganz anderes Fahrgefühl und ich glaub dir sofort, dass das Spaß macht.

    Gruß
    Henning

    • Puh, ein sehr umfangreiches Thema. Ich würde mal nach „Dreirad für Erwachsene“ googeln, eventuell auch mal in Richtung Liegerad schauen, das geht ja auch 2-rädrig. Beim Kettwiesel lassen sich die Räder hinten sehr schnell abnehmen, was ich eine gute Sache finde. Schlecht ist 1-Rad-Antrieb beim 3-Rad, sofern nicht das Antriebsrad hinten mittig ist. Dreiräder sind schwerer und haben mehr Rollwiderstand. Außerdem beim Verstauen sperrig. Für Hügel (noch lange nicht Berge!) brauchst du viele Gänge und am besten gleich einen Hilfsmotor im Sinne eines Pedelec. Ein Hilfsmotor im Vorderrad ist je nach Bauart des Fahrrads nur wenig wert, denn wenn es bergauf geht ist kein Gewicht mehr auf dem Vorderrad. Außerdem geht es bei Nicht-Asphalt schon sehr früh nicht mehr voran, ebenfalls traktionsbedingt.

      Ich habe schon etwas darüber sinniert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich eher mein Dreirad umbauen werde, als mir das Geld für einen Top Gebrauchtwagen jüngeren Baujahres zusammen zu sparen und es dann für ein Kettwiesel auszugeben. Ein anderer Sitz und ein Hilfsantrieb mit Energierückgewinnung in der hintersten Kette wäre so der Langzeit-Plan…

  2. Probefahrt werde ich mal machen.
    Klar, auf einem Feldweg mit Fahrspuren links und rechts und Gras in der Mitte fährt sich ein normales Fahrrad immer besser. Der Antrieb sollte auch hinten sein, da ist das Gewicht drauf. Differential ist auch besser, als so ein primitver Antrieb.
    Aber eben: Wäre es nur etwas schmaler, würde es schön unten rein passen. Und eben das etwas andere Fahrgefühl. Ich werde mal gockeln…

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