Der Fensterhorror

Ja, genau so würde ich meine gestrige Arbeit bezeichnen. Dabei fing es ganz harmlos an, ich hatte schließlich schon 2 Fenster zugeholzt – und was sollte an Fenster Nr. 3 denn schon anders sein!? Und genau solches Denken ist es, was dann oft zu Problemen führt. Wenn mir diese Weisheit doch nur schon VOR der Bequemlichkeit des Nichtmessens so präsent gewesen wäre…
Aber ich kann das ja sogar noch toppen und habe frei nach Tim Taylor heimwerkermäßig auf jede Beachtung der Einbauanleitung verzichtet: Real men don’t need instructions! *grunz*

Das Brett stellte kein Problem dar, ich wusste ja mittlerweile wie es geht. Ziemlich fix passte es und ebenso schnell hatte es ein Loch um das Fenster versenken zu können. So weit gut, aber spätestens hier hätte die Einbauanleitung greifen sollen, mein Brett hat nämlich 14mm Stärke und das Fenster braucht eine Wandstärke von 26mm. An der Kofferraumtür hatte ich den Rahmen daher mit 12mm Holz unterfüttert. Dieses Mal erschien mir das ausgesägte Stück des Fensters als ideal und ich fertigte eine Doppelung aus 14mm an, die ich praktischerweise oben auch gleich bis an die obere Kante zog, weil ich zum Falz hin ja sowieso 14mm unterlegen wollte, so wie hinten eben auch. Unten kamen kleine Klötze mit 10mm rein. Nun ordentlich MS Polymer auf den Rahmen und auch schön in die Sägekante des Holzes einmassieren, Brett rein, fixieren und trocknen lassen.

Zu meinem Glück war ich ziemlich ungeduldig und fing schon bald mit dem Einbau des Fensters an. Hierzu nahm ich mir dann doch mal die Anleitung zur Hand und bemerkte meinen Fehler. Na gut, außer dass ich innen im Rahmen jetzt auch leicht unterlegen musste, war ja nichts passiert. Ich hatte natürlich nichts zum Unterlegen in der passenden Stärke da. Egal, erst mal weglassen. Fenster schön mit Dekalin eingepampt, rein damit, sieht super aus! Schrauben, Rahmen, Werkzeug geschnappt und innen den Rahmen montiert. Ui, ganz schön winzig, dieses Guckloch! Da fehlt bestimmt die Hälfte der Glasfläche zu früher. Aber dafür kann ich es jetzt bei Regen benutzen. Und auch ohne doofes Vorhanggedöhns verdunkeln. Und es sollte im Winter kein Wasser dran herunter laufen – sollte… 😉

Gleich mal schauen wie es von draußen aussieht! Doch leider hatte ich da die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn schon nach wenigen Zentimetern schrammte der Fensterrahmen über die Kante der Seitenwand. Aua! Mist, was ist das denn!? Und bei den Hebeln für die Rollos war ganz Schluss. Ein Spalt wie zwischen Rampe und Schrank, eher sogar noch weniger – wer soll da denn durchhuschen? Und die Rampe geht nicht mehr runter zu klappen. Na tolle Konstruktion, wer hat die denn erdacht???

Was blieb mir übrig, ich war froh dass das Polymer noch nicht ganz fest war und riss das ganze Zeug wieder auseinander. Auch die Rahmendoppelungen amputierte ich mit einer Zange, jeder Millimeter zählt! Es folgten diverse Messungen, Schätzungen, Überlegungen, Planungen, Umplanungen, Neuschätzungen,… Ich ging dann irgendwann schlafen, einfach nur mit der Überzeugung, das Fenster irgendwie erfolgreich da rein zu bekommen – notfalls auch unter Amputation der Rollos!

Heute sah dann alles garnicht mehr so wild aus, die Schrecken der letzten Nacht hatten ihre Wirkung völlig verloren. Das Brett hatte ich Morgens im Rahmen stehen lassen, etwa in der Position wie es passen müsste, wenn auch sehr eng. Etwas Beratungschat später ging ich moralisch neu aufgebaut ans Tagwerk. Ich maß die Abstände oben und unten zum Falz und fertigte passende Holzklötze an. Aus 12mm Siebdruckplatte entstanden Streifen zum Unterlegen des Fensters. Dann nahm ich die Platte … – die Platte … – nanu!? – oh, hat sich an einigen Stellen wieder festgeklebt – die Platte wieder raus und schnitt alles überflüssige und abstehende Polymer ab. Den Rahmen in der Tür reinigte ich ebenfalls wieder. Und dann wieder MS Polymer frei und eine dicke Raupe in den Rahmen, Brett rein, abspannen – hatte ich doch gerade!? Jetzt kam die Rahmendoppelung an die Reihe. Schöne Tätigkeit, man hebt sich auch keinen Bruch dabei… 😉

Zeit den Fensterrahmen auch wieder vom Dekalin zu befreien. Bei so viel und so frischer Dichtmasse tupft man aber eine ganze Weile bis das alles wieder übersichtlich ist. Kaum raus, kam auch schon frisches Dekalin in die Rinne. Fenster rein, Rahmen dran, die Spannung steigt ins Unerträgliche… – und? Die Tür geht auf! Ich muss die Griffe für die Rollos eine Winzigkeit abschleifen, aber damit kann ich leben.

Puh, was für eine Aktion! Eigentlich zwei… Oder eine Doppelaktion…? Na gut, jetzt soll das MS Polymer bis morgen mal schön fest werden (Brett ist wieder abgespannt), dann verfuge ich das Brett zur Tür noch und dann ist das Fenster so weit mal funktional.

Ich muss es aber noch umtauschen wenn ich wieder zurück bin, irgendwie habe ich da ein Produkt aus Abfallteilen erhalten oder sowas. Jedenfalls hoffe ich dass dies nicht die ganz normale Dometic-Seitz Verarbeitungsqualität ist:

  • Verdunkelungsrollo schief und wird nicht richtig aufgewickelt
  • Scheibe sitzt seitlich versetzt im Rahmen und die Verschlüsse arbeiten so nicht richtig
  • Scheibe an den Rändern verkratzt

Normalerweise baut man sowas ja garnicht erst ein, aber ich wollte nicht nochmal eine Scheibe einbauen um dann später ja doch alles auf das Ausstellfenster umzubauen. Ich melde die Schäden aber noch vor der Tour.

He! Hier haben ganz viele Bilder gefehlt! Die kommen jetzt:

 

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