Sophienheilstätte

Mein erstes Gassi heute Morgen führte mich nach München (Bad Berka) zur ehemaligen Sophienheilstätte, bzw der „Heilstätte für Schwindsüchtige“ von 1898. Den Tip für diese verlassene Klinik hatte ich von Paul erhalten, ebenso den Tip für einen dort versteckten Geocache (was mir ohne GPS-Empfänger aber nicht viel nützt…). Auf dem Weg nach München traf ich einen älteren Mann, der mich wegen meines Hundes anquatschte. Wir redeten kurz und er war ganz erstaunt, dass ich von der Nordsee hier her käme um Urlaub zu machen. Meinen Hinweis auf die schöne Gegend ließ er gelten. Ich verabschiedete mich und ging weiter, ohne so wirklich zu wissen wo ich hin musste. Ich suchte mir den erstbesten Weg Richtung oben und ging da lang. Erst ging es hoch, dann wieder runter. Ich kam mir schon etwas naiv vor, ohne genaue Wegbschreibung einfach so los zu tippeln. Andererseits musste Happy ja sowieso raus und wo er kackt ist ihm recht egal… Der Weg machte eine Kurve – da kam mir der Mann entgegen, mit dem ich eben gequatscht hatte. Ich musste kurz lachen. Als wir uns trafen, stellte mir der Mann so ziemlich die gleichen Fragen wie beim ersten Mal. Oha! Ich antwortete trotzdem freundlich und gab die gleichen Antworten nochmals. Aber ich hatte dazugelernt und fragte den Mann, ob er etwas von der von mir gesuchten Klinik wusste. Wusste er. Falscher Berg! Ich nahm es mit einem Lachen auf. Er konnte mir zwar nicht sagen, wie ich zur Klinik komme, aber immerhin den Berg zeigen. Naja, „Berg“ ist hier wohl etwas übertrieben – egal. Ich ging also die letzten Meter nach unten und versuchte mein Glück nochmal, dieses Mal am richtigen -wie jetzt- Hügel? Eine kleine gepflasterte Straße führte hinauf. Nach Kurzem ging eine ziemlich ramponierte Treppe rechts hoch. „Privatweg, Benutzung auf eigene Gefahr“ warnte mich ein Schild. Na, dann nichts wie hoch da! Die Stufen waren total uneben und hatten jeweils eine Höhe von ca. 10 cm bei ordentlicher Stufenlänge. So ein Getippel! Oben kam ich schnaufend an. Mich erwarteten ein paar Wohnhäuser und ich fürchtete, schon wieder verkehrt gelandet zu sein. Ein Mann fegte vor einem Grundstück das Laub zusammen, ich nahm Happy an die Leine. Sogleich wurde ich gefragt, ob er so bissig wäre, dass ich ihn anleinen müsste. Ich gab atemlos meine Standardauskunft eines netten Hundes und dass das Anleinen aus purer Rücksichtnahme erfolge. Und schon hatte ich wieder ein Gespräch. Nach ein paar Minuten hatte ich mich von der Martertreppe erholt und ging weiter. Schon nach wenigen Metern sah ich durch die Bäume das Ziel meine Ausfluges. Wow, das Ding ist ja riesig groß! Hatte ich so nicht erwartet. Aber echt schön! Okay, ist ja Geschmackssache, aber mir gefällt es richtig gut.

Beim Rundgang um die Gebäude und Nebengebäude traf ich zwangsläufig auf eine kleine beparkbare Fläche dahinter. Da müsste meine Wohnung stehen… Ich unterhielt mich noch mit einer Beagle-Besitzerin, die gerade ihren Hund im Wald ausgelüftet hatte. An der Klinik ist wohl eine Gruppe „Alternativer“ interessiert, die sie kaufen möchte. Ich finde das auf jeden Fall besser als die Idee der Stadt Bad Berka, das Anwesen abzureißen…

(Nachtrag: Bilder von innen gibt es da zu sehen: http://buspenner.de/2012-11-12-privatstrom.html)

Wieder am Düdo zurück,

führte mich mein nächster Weg nach Weimar. Ich legte ihn aber nicht auf Schusters Rappen zurück, sondern auf 6 Rädern. Wäre auch sonst echt mühselig geworden, schließlich musste meine leere Gasflasche dort hin gebracht werden – und voll wieder zurück. 11 bzw. 22 Kilogramm über eine Strecke von jeweils rund 10 Kilometern – da wäre ich tot gewesen. Der Füllmeister hatte innerhalb weniger Minuten sein Werk vollendet und ich wieder Vorrat für die Heizung. Dafür war ich dann aber auch 22 Euro und ein paar Gequetschte los. Der lässt sich seine Handarbeit aber gut bezahlen – das waren 4 Euro mehr als bei Hornbach in Dresden. Na egal, Hauptsache nicht frieren…

Der Heimweg

endete dieses Mal nicht am Sprengstoffwerk, sondern an der frisch entdeckten Klinik. Ich ging nochmal mit Happy los. Den Forstweg entlang, den die Beagelistin heute Morgen gekommen war. Nach etwa 20 Minuten sah ich Gebäude hinter dem Weg vor mir. Das könnte die Nachfolgeklinik sein, die 1992 gebaut wurde. Neugierig ging ich weiter. Der Waldweg endete wie er begann – an einer Schranke. Zu meiner Linken ein Hangar der Luftrettung, vor mir mehrere neuere Gebäude ohne jeglichen Charme. Ja, muss ein Krankenhaus sein… Ich fragte aber sicherheitshalber noch zwei Leute, die mit ihrem Pudel dort spazieren gingen. Ist ein Krankenhaus. „Zentralklinik“ nennt sich das Ding. Ja, sehr zentral gelegen… 😀

Der Größenunterschied zur Sophienheilstätte ist doch gewaltig, wenn man mal von oben vergleicht…:

An meinem jetzigen Standplatz habe ich besseres Internet als die letzten 2 Tage. Ja, echt! Ich bekomme immerhin eine lahme GPRS Verbindung, die es mir ermöglicht im Chat zu schreiben und meine Homepage zu erweitern. Bin trotzdem froh wenn ich wieder richtiges Internet habe…

2 Gedanken zu „Sophienheilstätte

  1. Moin Prtsi,

    ich schon wieder. Die Sophienheilstätte habe ich hier gefunden:
    http://www.rottenplaces.de/rp/page.php
    Vielleicht auch ein interessanter Link für andere Ziele. Du scheinst auch ein Faible für sowas zu haben.
    Und einen Hund brauch ich auch, dann kommt man ins Gespräch. Gibts irgendwo im Blog ein Bild von Happy?

    Gruß
    Henning

    • Moin Henning!

      Ja, danke, ein sehr geiler Link! Ich mag solche vergessenen Orte (okay, auch wenn sie oft gar nicht so wirklich „vergessen“ sind), die haben immer so etwas Mysteriöses. Ich hab richtig gestaunt, als bei rottenplaces das Düdo Aufliegergespann zu sehen war, das Mölly mal irgendwo im Wald entdeckt hatte. Mann, die Kiste ist zwar unrettbar, aber trotzdem saugeil…! 🙂

      Happy zeigt sich immer mal wieder auf den Fotos, aber ich hab Dir mal eine Happyseite gemacht: http://buspenner.de/2012-12-01/happy.html

      Viele Grüße

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