Fauler Tag

Nachdem die letzte Nacht wieder sehr anstrengend war, Happy selber auch nicht unbedingt den allergrößten Antrieb aufbrachte, legten wir heute einen richtig faulen Tag ein. Das Gassi brachte heute bestimmt nicht 1 einzigen Kilometer Laufleistung auf meine Schuhe. Aber der Reihe nach…

Ich ging gegen 1 Uhr hundemüde ins Bett, konnte aber kein Auge zumachen, als ich erst mal die Horizontale erreicht hatte. Dann summte mir eine Stechmücke am Ohr vorbei, mit einem Mal war das bisschen Müdigkeit auch noch verschwunden. Scheiß Viecher! Ich beschloss aber dann, mich einfach stechen zu lassen. Nach diversen Wendungen schlief ich dann ein.

Aber nicht für lange Zeit. Irgendwer hielt es für angebracht, hier in der Gegend ab etwa 3 Uhr nachts ein Stomp-Konzert hinzutrommeln. Etwa eine halbe Stunde versuchte ich das zu ignorieren und wieder einzuschlafen. Mein Magen ärgerte mich auch wieder, merkte ich so beim Wachliegen. Also gut, ich nahm erst mal etwas gegen mein Sodbrennen, dann kramte ich aus meinem Schrank einen Satz Ohrenstöpsel. Irgendwann duselte ich wieder ein.

Lange Freude hatte ich aber nicht, schon wieder der Magen. Außerdem war mir heiß. Im Auto war es aber nicht wirklich warm, also zumindest nicht so warm wie früher in meiner Steinwohnung. Seltsam. Aber egal, Fenster auf. Kein Schlaf möglich. Irgendwann war die Bettdecke so kalt geworden, dass ich das Fenster wieder bis auf einen Spalt schloss. Nach einer ganzen Weile schlief ich wieder ein.

Zwischendrin wurde ich ein paar mal wach, konnte aber gleich wieder eine Folgerunde Schlaf einlegen.

Als ich dann morgens wach wurde, fühlte ich mich nach noch viel zu wenig Schlaf an. Aber mir war kalt, so hätte ich wohl eh nicht weiterschlafen können. Ein Blick aufs Handy verriet: Kurz vor 10, Zeit aufzustehen. Viel Elan legte ich dabei aber nicht an den Tag. 13 Grad im Auto. *brrr*

Noch weniger Elan war bei meinem Hund festzustellen. Während ich schon gefrühstückt hatte und mich aufs heutige Nichtstun vorbereitete, schlief der Gute noch bis nach 13 Uhr. Erst in seiner Höhle, als die Sonne draußen war wechselte er auf den Beifahrersitz. Normalerweise kommt er recht früh an und will auch Frühstück. Heute erst nach seinem Beifahrerschlaf. Nach dem Frühstück legte er sich wieder in der Fahrerkabine in die Sonne. Und die Notdurft? Naja, ist mir recht…

So gegen 14 Uhr gingen wir los. Es dauerte auch nicht lange, da hatte sich Happy entleert. Ich traf eine Hundebesitzerin mit ihrem Rhodesian Richback, ein toller Hund. Allerdings nervten die ganzen Radfahrer und ich bog recht schnell mit Happy zur Elbe runter ab. Hier warf ich ihm zuerst ein paar Steine ins Wasser, bei denen er sich immer wunderte, dass es nichts im Wasser zu holen gab. Ich forderte ihn mehrfach auf, doch einen Stock zu suchen. Irgendwann entdeckte ich einen verzweigten Ast und schickte Happy dort hin. Er rannte hin und fing an, das Geäst zu kürzen. Ja nicht dran herumnagen, herbringen sollst Du den! Als er damit ankam, war der verbliebene Stock etwa 70 cm lang. Ich warf ihn mehrmals ins Wasser und Happy brachte ihn immer wieder ganz stolz zurück. Irgendwann brach ich den Stock in zwei Teile und warf das zweite Stück weit neben ihm ins Wasser, während er noch das erste Stück an Land bringen wollte. Ein paar mal ließ er das erste Stück im Wasser los und holte das zweite. Ich hätte mich krümeln können, derweil schwamm natürlich das andere Stück wieder weg. Ich weiß nicht, wie oft ich die Stöcke immer und immer wieder werfen musste. Er tobte herum und bellte, wenn ich nicht schnell genug wieder einen Auftrag für ihn hatte.

Nach einer Weile hatte ich genug vom Wasser und ging mit Happy und einem der Stöcke über den Radweg drüber und auf die gegenüberliegende Wiese. Hier machte ich ihm die Riesenfreude und rannte ihm hinterher, als wollte ich ihm den Stock abnehmen. Er rennt dann im großen Kreis um mich herum, legt gelegentlich den Stock auf den Boden und nagt etwas daran herum. Wenn ich mich dann auf ihn zubewege, leicht geduckt am besten, dann schnappt er sich schnell wieder den Stock und rennt wieder los, wieder im Kreis um mich herum. Wir haben da beide Spaß dran und er seine Bewegung, während ich Kilometer spare.

Als Happy nach einer Maus buddelte, versuchte sich plötzlich jemand von hinten den Stock aus meiner Hand zu nehmen. Der Richback. Ich gab ihn aber nicht her, der war für Happy und der kennt da auch keine Freunde. Ich unterhielt mich mit der Frau, während auch der Richback anfing, Löcher in den Boden zu buddeln. So hatte ich zwar nichts geschafft, aber immerhin etwas Konversation betrieben. Da ich mit meinem roten Kleinwagen sowieso schon aufgefallen war, erzählte ich ihr auf ihr Fragen den Grund meines Daseins. Ich bekam Anerkennung für meinen Entschluss. Sie meinte weiter, dass sie sich das Rauchen abgewöhnen wolle, es aber nicht klappen würde. Naja, so haben wir halt alle unsere Probleme… 😉

Unsere Hunde gerieten kurz aneinander, weil der Richback nicht bei seinem Loch blieb, sondern Happy von seinem vertreiben wollte. Das verteidigte Happy aber. Alles okay, beides gut sozialisierte Hunde und schon buddelte wieder jeder auf seinem Terrain. Nach Kurzem machte sich die Frau vom Acker. Ich ließ Happy buddeln und entfernte mich vom Tatort. Als mein Hund das bemerkte, machte er immer wieder kurze Sichtkontrollen zu mir, bis er ganz mit dem Buddeln aufhörte und nur noch zu mir rüber sah. Der ist echt der Knaller, bleibt jetzt so lange an seinem Loch stehen, bis ich entweder losrenne oder mich verstecke. Wenn er doch eh nicht mehr buddelt, kann er doch auch gleich zu mir laufen. Aber nööö, erst mal abwarten, vielleicht komme ich ja auch wieder zurück… – Aber dann Vollgas zu mir… 😀

Ich schrubbelte Happy trocken und ließ ihn sich draußen noch etwas in die Sonne legen. Nach ein paar Minuten kam er rein und legte sich wieder auf den Beifahrersitz. Gegen 17 Uhr kam er und wollte Futter haben. Ich vertröstete ihn noch etwas, aber er bekam dann doch früher als sonst etwas zwischen die Zähne. Seit Stunden liegt er in seiner Höhle und schnarcht mit Hingabe. Nachher müssen wir nochmal raus und ein Geschäft erledigen. Mit viel Strecke rechne ich heute aber nicht mehr…

So ein fauler Tag! So wenig gemacht und doch so viel geschrieben. Das ergibt die Illusion, viel gemacht zu haben… 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.