Der goldene Käfig…

„Dir ist bestimmt klar, daß die meisten Menschen nicht verstehen können, warum Du so ein schönes Nest verlässt. Aber ich weiß auch, dass alles Hab und Gut ohne (inneren) Frieden nichts wert ist. Ich jedenfalls wünsche Dir bei Deiner Suche viel Erfolg.“ (SaJ)

 

Wenn ich Hab und Gut hätte würde ich es verkaufen und mir etwas Passendes zulegen. Hab ich aber nicht. Ich verlasse den goldenen Käfig, weil er mir zu eng ist und auf meine Bedürftnisse keine Rücksicht nimmt. Er war schon immer zu klein, ich hätte ihn von Anfang an dankend ablehnen sollen. Ich hätte ihn so vehement ablehnen sollen, wie ich alles Mögliche in meinem Leben abgelehnt hatte. Aber nööö, ich Dummbatz sah unter den erzwungenen Umständen damals nur noch die Vorteile in der scheiß Hütte mit ihren kleinen Nebengebäuden und dem winzigen verbauten Hof in Gerolsheim. Ich war vorher noch nie sesshaft gewesen, immer mal wieder umgezogen. Woher hätte ich damals wissen sollen, dass Nichtbesitz auch ein Segen sein kann…?

Ich hatte mich blenden lassen, auf die falschen -weil für mich unlogischen- Ratschläge gehört. Eigentlich schon immer. Es waren die Lebensweisen der anderen, wie hätte man die 1:1 auf mich kopieren können? Die mir vermittelten Werte waren letztendlich garkeine, sondern es waren lediglich künstlich erschaffene, um sich glücklich zu fühlen, jemand „zu sein“, den Neid der anderen auf sich zu ziehen. Nichts wert, hält keinem Sturm stand. Ich kann diese Werte nicht finanzieren, wenn ich nicht einen Job habe, den ich niemals erreichen kann – und haben will!

Aber ich bin nicht das Eigentum von irgendwem, ich habe das Recht, mich frei zu bewegen. Ich habe ein paar echte Freunde, ein großes Auto, etwas Klimpergeld um über den Monat zu kommen, viel Freizeit und sehr viele tolle Ideen, wie man seine Zeit totschlagen kann. Okay, ohne die Werkstatt und all meine Werkzeuge wird die Luft schon sehr viel dünner, was Beschäftigung angeht. Andererseits kann man Internet und Computer mittlerweile problemlos mitnehmen, über den ganzen Winter sowieso meine Hauptbeschäftigung. Im Sommer ergeben sich diese Probleme nicht, ich kann ohne Frostbeulen draußen sein und tun was ich will.

Es werden anfangs viele Problemchen zu meistern sein, alles anders als bisher. Dabei mag ich Veränderungen eigentlich nicht sonderlich. Andererseits ist Vieles nach dem ersten Mal „Gewohnheit“. Also, was soll’s, muss ja auch nicht alles auf einmal stattfinden. Ich bin davon überzeugt, dass sich nach der Überwindung der ersten Hürden alles wie von selber ergibt. So schliddere ich jedenfalls auf diese Sache zu…

5 Gedanken zu „Der goldene Käfig…

  1. Katharina schrob mir eben: „Hoffentlich findest Du das, was Du suchst. Ich wünsche es Dir so sehr.

    Suche? SaJ hatte das ja auch gerade geschrieben. Bin ich auf der Suche? (Ich schließe das natürlich nicht aus, aber bewusst suche ich eigentlich nicht nach irgendwas…)

  2. „Ich hasse zu kleine Hüte!“

    Schon Doc Hollywood gekuckt. Wenn nicht, müssen wir das nachholen. :mrgreen:

    Alles Gute zum Geburtstag! Da ich nicht gut im Geschenke verteilen bin, wünsche ich Dir einfach aber von ganzem Herzen, daß Du glücklich wirst (und mir, daß ich merke, wenn ich dazu beitragen kann).

    Bis heute Abend!

    Rüdi

  3. Wieso muss ein Geschenk denn etwas Materielles sein?

    Ich hatte gestern das da
    -Link zu Youtube-
    auf FB gepostet. Ausschlaggebend war die Zeile:

    Weihnachten steht vor der Tür, ein Matchbox Auto wünschst Du Dir, doch schau Dir Deine Eltern an, sie schenken Dir den Lego-Kram.

    Tja, ich kaufe mir meinen Kram mittlerweile viel lieber selber oder verzichte ganz darauf. Lieber nichts haben, als immer mal wieder das völlig Falsche zu bekommen.

    Aber wie geht’s weiter…:
    Scheißegal, es geht weiter, scheißegal, ja es geht weiter, fällst du auch mal von der Leiter, scheißegal, ja es geht weiter.“ (Anfall – Scheißegal)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.